Anne Georget (geboren 1962) ist eine französische Dokumentarfilm-Regisseurin und Journalistin. von Anne Georget

Leben Anne Georget ist die Tochter von Michel Georget (1934–2019), Biologe, Autor und als Impfgegner ehemaliger Präsident der Ligue nationale pour la liberté des vaccinations.

Nach dem Gymnasium in Touraine studierte sie am Institut d’études politiques de Paris, wo sie 1985 ihren Abschluss machte.

Dann wurde sie Mitglied der Agentur Viva - La Compagnie des Reporters, später war sie als freie Mitarbeiterin tätig und schrieb für zahlreiche französischsprachige Zeitschriften (Le Nouvel Observateur, Le Point, 24 heures, Ça m'intrigue, Géo, Globe, Paris Match, Rolling Stone, Life).

Von 1985 bis 1986 arbeitete sie zusammen mit dem Fotografen Yann Layma in China.

Als Fulbright-Stipendiatin studierte sie Journalismus an der Columbia University. 1988 erwarb sie ihren Master-Abschluss mit Spezialisierung auf Dokumentarfilm und einen John M. Patterson Award für ihren Abschlussfilm An Old Killer Returns.

Nach ihrer Rückkehr aus den Vereinigten Staaten trat sie der CAPA-Agentur bei und arbeitete für die wöchentliche Nachrichtensendung 24 Heures, die unverschlüsselt auf Canal+ ausgestrahlt wurde. Zwei Jahre lang wirkte sie an etwa dreißig Ausgaben mit, die die wichtigsten Ereignisse der späten 1980er Jahre abdeckten: den Fall der Berliner Mauer, die Freilassung der Verurteilten des Rivonia-Prozesses (Gefährten von Nelson Mandela) in Südafrika, die Erste Intifada, die Samtene Revolution in der Tschechoslowakei, der Sturz Ceaușescus in Rumänien usw.

1991 war Anne Georget Chefredakteurin von La Sixième Dimension, einem wöchentlichen Kulturnachrichtenmagazin auf M6.

Sie trat der von den Regisseuren Christophe de Ponfilly und Frédéric Laffont gegründeten Agentur Interscoop bei, um an Du Côté de Zanzibar teilzunehmen, einem monatlichen Dokumentarfilmtreffen auf FR3. Sie unterzeichnete mit Christophe de Ponfilly die Realisierung des ersten Films dieser Sammlung: W Street. Es ist ein Dokumentarfilm, der den Alltag von Großmüttern erzählt, die irgendwie Kinder in ihrer von Crack heimgesuchten Gemeinde im Herzen der amerikanischen Hauptstadt schützen. Es folgen, mit Frédéric Laffont, Le Menu, Captain W, Astronaute, Berlin, côté mur, Côté jardin, L’homme qui ne voulu pas être roi und Gospel Mississipi. 1998 drehte sie zwei Filme für einen arte-Themenabend: über die Arbeit von Antonio Damasio (Autor von Descartes' Irrtum) und über den Beitrag von Emotionen zum Denken: Sur les traces de Phineas Gage und Le cerveau en émoi.

Seit 1999 widmet sich Anne Georget hauptsächlich der Produktion von Dokumentarfilmen und hat mit mehreren Produzenten zusammengearbeitet, insbesondere mit Quark Productions und Octobre Productions.

Sie führte Regie bei zwei Filmen für eine Sammlung von Dokumentarfilmen für Teenager, die auf France 2 ausgestrahlt wurden: Sans toi und Éclats de fuge.

Anne Georget war 2002 und 2004 Mitglied der Jury des Festival international des médias de Banff in Kanada und 2006 des Festival international des programmes audiovisuels de Biarritz.

Sie war 2008 zusammen mit Elsie Herberstein Autorin von Les Carnets de Minna, herausgegeben von Éditions du Seuil (ISBN 2-02-097204-2).

Anne Georget ist seit 1989 Mitglied der Société civile des auteurs multimédia (Scam). Sie wurde 2008 in den Vorstand gewählt und war von 2012 bis 2013 Vorsitzende der Fernsehkommission. 2015 wurde sie zur Präsidentin gewählt.

Sie ist Präsidentin von FIPADOC, einem in Biarritz organisierten Dokumentarfilmfestival.

Wegen ihres Dokumentarfilms Cholesterin Der große Bluff (Cholestérol, le grand bluff) erhielt der Sender arte Kritik wegen „gefährlicher Desinformation“ von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC).Peter Overbeck: "Cholesterin – der große Bluff": Kardiologen kritisieren Sender ARTE wegen "gefährlicher Desinformation", aerztezeitung.de, 5. Dezember 2017

2022 veröffentlichte sie einen Dokumentarfilm über Impfungen mit dem Titel Impfen – Die ganze Geschichte (Des vaccins et des hommes). Der Dokumentarfilm wird von Le Parisien und Arrêt sur images kritisiert wegen seiner Anti-Impfstoff-Meinungsmache und den Interviews mit Personen, deren Meinung weit vom wissenschaftlichen Konsens zu diesem Thema entfernt ist, wie Michel de Lorgeril. Zwei der interviewten Forscher distanzierten sich deswegen von dem Dokumentarfilm. Der Journalist François Ekchajzer von Télérama ist der Ansicht, dass der Dokumentarfilm „eine rigorose Reflexion liefert, die solide belegt wird“.

Dokumentarfilme Unbeugsam im GulagUnbeugsam im Gulag, arte.tv, verfügbar bis 8. Dezember 2026 (Frosia, une femme libre au Goulag), Arte, 2024 Impfen – Die ganze Geschichte, Arte, 2022;"Impfen - Die ganze Geschichte" nochmal sehen: Wiederholung der Dokumentation online und im TV, spielfilm.de, arte.tv, 18. Oktober 2022, verfügbar bis 16. November 2022 Die Impf-Story, ORF 2021ORF III Themenmontag, Impfen - Der mikrobielle Mensch, Die Impf-Story, orf.at, 2021 (Des vaccins et des hommes, Arte, 2022), arte.tv, 18. Oktober 2022, verfügbar bis 16. November 2022 Cholesterin, der große Bluff? (Cholestérol, le grand bluff), Arte, 2016, arte.tv, 16. Oktober 2019, verfügbar bis 18. Oktober 2025 Auslandsadoption – Kinderglück mit Grenzen?Auslandsadoption – Kinderglück mit Grenzen?, fernsehserien.de (Adoption, le choix des nations), 2015 Festins imaginaires, Planète+, 2015 Quand un homme demande à mourir, France 2, 2013 Maladies à vendre, Arte, 2012 Fragen der EthikFragen der Ethik, fernsehserien.de (Questions d’éthique), Arte, 2011 Fernsehen aus dem FläschchenChristian Buß: Doku über Babyfernsehen: Glotzen, bis die Synapsen qualmen, spiegel.de, 4. Februar 2011 (Une télé dans le biberon), Arte, 2010 Verfluchtes Gen (Maudit gène), Arte, 2007 Les Recettes de Mina, Terezin 1944, Planète+, 2007 Éclats de fugue, France 2, 2005 Louise, Amandine et les autres, Arte, 2004 En quête d’asile, France 3, 2003 Sans toi, France 2, 2002 Formules magiques, Arte, 2001 Histoire, histoires d'autisme, Arte, 2000 Vu d’ici, Arte, 2000 Le Virus fantôme, Arte, 1998 Le Cerveau en émoi, Arte, 1998 Sur les traces de Phineas Gage, Arte, 1998 L'Homme qui ne voulut pas être roi, FR3, 1995 Gospel Mississippi, FR3, 1996 Captain W, astronaute, coréalisé avec Frédéric Laffont, 1994 Berlin, côté mur, côté jardin, FR3, 1993 W Street, zusammen mit Christophe de Ponfilly, 1992

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Einzelnachweise

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