Die Regionalliga ist die derzeit vierthöchste Eishockeyspielklasse in Deutschland. Sie wird als Regionalliga West, Nordost und Süd-West ausgespielt. In Bayern trägt die vierthöchste Liga den Namen Bayernliga. Die Regionalligen werden von den jeweiligen Landeseissportverbänden – zum Teil gemeinsam – veranstaltet.

Regionalligen bestehen im Eishockey seit 1965 in unterschiedlichen Organisationsformen, meistens als dritt- oder vierthöchste Spielklasse. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sportarten in Deutschland ist die Regionalliga im Eishockey die Liga unterhalb der Oberliga. Die Regionalligen wurden bis 1994 vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) organisiert, seitdem von den Landeseissportverbänden – im Eishockey gibt es keine Regionalverbände.

Die Gruppenliga war von 1961 bis 1965 die dritthöchste Spielklasse in der Bundesrepublik Deutschland, unterhalb der Oberliga, und damit der Vorläufer der Regionalliga. Gruppenliga war auch der Name der von 1962 bis 1965 dritthöchsten und von 1965 bis 1970 zweithöchsten Spielklasse in der Deutschen Demokratischen Republik. Diese Liga wurde nach dem Leistungssportbeschluss 1970 ersatzlos aufgelöst.

Gliederung der Regionalligen Regionalliga West Der Eishockeyverband Nordrhein-Westfalen (EHV NRW) organisiert die höchste Amateurspielklasse für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Zur Saison 2009/10 wurden die früheren Regionalligen NRW und Hessen zusammengelegt. In den Jahren 2023/24 und 2024/25 organisierte der EHV NRW den Spielbetrieb nur noch für Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen. Die Regionalliga NRW konnte in der Saison 2023/24 keinen sportlichen Aufsteiger in die Oberliga ausspielen. Seit 2025 wird die Liga wieder als Regionalliga West ausgetragen.

Regionalliga Nordost Die Regionalliga Nordost ist eine vom Niedersächsischen Eissport-Verband als Amateurspielklasse für Mannschaften aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (den Nordverbund) sowie für Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen organisierte Liga, die eine zum Aufstieg in die Oberliga Nord berechtigte Mannschaft ermittelt. Sie besteht in dieser Form seit 2026 durch den Zusammenschluss der Regionalliga Nord und der vom Sächsischen Eissportverband ausgetragenen Regionalliga Ost.

Regionalliga Süd-West

Die Regionalliga Süd-West umfasst das Gebiet des Bundeslandes Baden-Württemberg. Ausrichter ist der Eissportverband Baden-Württemberg. Die Liga wurde in den letzten Jahren teilweise auch unter dem Namen Baden-Württemberg-Liga ausgetragen. Der Meister ist sportlich für die Oberliga Süd qualifiziert.

Bayernliga

Die Bayernliga ist seit 1975 die höchste Amateurspielklasse Bayerns. Aktuell spielen 16 Mannschaften um den Titel „Bayerischer Meister“ und den Aufstieg in die Oberliga Süd. Ausrichter ist der Bayerische Eissportverband (BEV). Unterhalb befindet sich die Landesliga Bayern.

Geschichte der Regionalliga Die Gruppenliga als Vorläufer 1961 bis 1965 Erstmals 1961 wurde vom Deutschen Eishockey-Bund in der Bundesrepublik Deutschland eine Spielklasse eingeführt, deren Spielbetrieb überregional, aber nicht bundesweit war. Diese Gruppenliga genannten Spielklasse war die dritthöchste Klasse nach der Bundesliga und der Oberliga. Die Gruppenliga wurde in zwei Gruppen ausgespielt, wobei die Südgruppe die Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg umfasste, die Nordgruppe den Rest des Bundesgebietes. Diese Aufteilung erklärt sich durch die höhere Dichte von Eishockey-Vereinen in Bayern und wurde über die Jahre in der Regionalliga, der Oberliga, der 2. Bundesliga sowie in der 1. und 2. Liga angewandt. Die jeweils ersten zwei der beiden Gruppen spielten in einer Endrunde den Gruppenligameister und Aufsteiger in die Oberliga aus. In den vier Spielzeiten der Gruppenliga war dies immer ein Vertreter des Südens, 1965 stieg aber zusätzlich der Vizemeister EC Deilinghofen auf, da die Bundesliga aufgestockt wurde. Saison Gruppenligameister Sieger Süd Sieger Nord 1961/62 EV Pfronten EV Pfronten EC Deilinghofen 1962/63 TSV Holzkirchen EV Rosenheim EC Deilinghofen 1963/64 MEV 1883 München MEV 1883 München EC Deilinghofen 1964/65 EV Rosenheim EV Rosenheim Kölner EK

Regionalliga als dritte Liga 1965 bis 1973 1965 wurde die Gruppenliga durch die Regionalliga ersetzt. In der ersten Saison wurde die Liga in die vier Vorrundengruppen Süd (Bayern), Mitte (Baden-Württemberg, Hessen), West (NRW, Niedersachsen) und Nord (Berlin, Bremen, Hamburg) aufgeteilt. Die besten drei jeder Gruppe spielten in den Zwischenrundengruppen Süd/Mitte und Nord/West die vier Teilnehmer der Endrunde aus.

In der Saison 1966/67 kehrte man zur alten Aufteilung in Nord und Süd zurück. Auch die höherklassige Oberliga übernahm diese Aufteilung. Oberliga und Regionalliga wurden verzahnt, indem die ersten vier jeder Regionalligagruppe mit den schlechtesten vier der entsprechenden Oberligagruppe um die Qualifikation für die kommende Oberligasaison spielten. Zusätzlich spielten die beiden Gruppensieger der Vorrunde noch in Hin- und Rückspiel den Regionalligameister aus. Erstmals konnte dabei 1970 ein Verein aus dem Norden, der Berliner SC, die Regionalmeisterschaft gewinnen.

In der Saison 1970/71 kehrte man zur Regionalligaendrunde und der Ausspielung direkter Aufsteiger zurück. Zusätzlich wurde 1970 eine Gruppe Süd/West für Vereine aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz eingeführt. Diese musste jedoch 1972 aus Mangel an interessierten Vereinen wieder eingestellt werden. Durch die Einführung der 2. Bundesliga und die Aufstockung der Oberliga, die als jetzt dritthöchste Klasse wie die Regionalliga bisher in zwei Gruppen spielte sollte, wurden 1973 alle Regionalligisten in die Oberliga aufgenommen. Saison Regionalligameister Süd Nord Süd Süd/West (Mitte) West Nord 1965/66 Augsburger EV Augsburger EV ERV Ravensburg Kölner EK Hamburger SC 1966/67 ERV Ravensburg ERV Ravensburg EC Hannover 1967/68 EV Landsberg EV Landsberg Berliner FC Preussen 1968/69 ? TuS Holzkirchen ? 1969/70 Berliner Schlittschuhclub EV Regensburg Düsseldorfer EG 1b 1970/71 Düsseldorfer EG 1b TSV Straubing EHC Stuttgart Düsseldorfer EG 1b 1971/72 Duisburger SC VER Selb Eintracht Frankfurt Krefelder EV 1b 1972/73 VER Selb TSV Peiting Grefrather EC

Regionalliga als vierte Liga 1973 bis 1994 1973 wurde die Regionalliga nur im Norden als vierte Spielklasse ausgetragen. In der Spielzeit 1974/75 wurde die Regionalliga wieder in zwei Gruppen ausgespielt, bereits 1975 wurde zusätzlich eine Gruppe West für die Vereine aus Nordrhein-Westfalens, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen eingeführt. Später wurde die Gruppe West wieder mit der Gruppe Nord unter dem Namen Nord/West zusammengelegt und dafür die Gruppe Süd/West (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen) wieder eingeführt.

In den 1980ern wurde die Regionalliga weiter regionalisiert. Die Regionalliga West wurde 1984 für Vereine aus Nordrhein-Westfalen wieder eingeführt und die Regionalliga Mitte wurde 1987 für Vereine aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eingeführt, die Regionalliga Süd/West beschränkte sich auf Baden-Württemberg. Die einzelnen Gruppen wurden dadurch zum Teil sehr klein, zum Teil umfassten sie nur sechs Mannschaften. Deswegen wurden 1992 in einer radikalen Reform aus den bestehenden fünf Gruppen nur noch zwei gebildet, Süd und Nord, die jeweils eine Sollstärke von 16 Mannschaften hatten.

Saison Süd Nord Süd Süd/West Mitte West Nord 1973/74 – FASS Berlin 1974/75 DEC Frillensee Inzell VERC Lauterbach 1975/76 SC Reichersbeuern Neusser SC Altonaer SV 1976/77 SC Reichersbeuern WSV Braunlage 1977/78 TuS Geretsried GSV Moers ESC Wedemark 1978/79 ERC Ingolstadt EHC Krefeld 78 BFC Preussen 1979/80 EA Kempten-Kottern ESG Kassel RSC Bremerhaven 1b 1980/81 SV Bayreuth EC Dillingen Königsborner SV FASS Berlin 1981/82 EV Regensburg VERC Lauterbach Hamburger SV 1b 1982/83 Bad Reichenhaller EG EC Bad Nauheim Hamburger SV 1b 1983/84 ESV Buchloe ESC Rödermark EC Hannover 1984/85 Deggendorfer EC EHC Bad Liebenzell EC Ratingen Hamburger SV 1985/86 EC Hedos München ESC Wernau ESC Ahaus REV Bremerhaven 1986/87 EHC Straubing EHC Freiburg 1b ERC Westfalen Dortmund ERB Bremen 1987/88 SC Memmingen Schwenninger ERC 1b Eintracht Frankfurt 1b EHV Wesel REV Bremerhaven 1988/89 VfL Waldkraiburg ESC Wernau EC Diez-Limburg EC Eschweiler ETC Timmendorfer Strand 1989/90 Deggendorfer EC ESC Wernau EC Diez-Limburg GSC Moers BSC Preussen 1b 1990/91 1. EV Weiden ESG Esslingen EHC Neuwied Herforder EG ESC Wedemark 1991/92 EHC Straubing SC Bietigheim-Bissingen Frankfurter ESC Neusser EC TSV Adendorf 1992/93 EC Peiting ASV Hamm 1993/94 ERC Selb ESC Wolfsburg

Regionalligameister sind in Fettdruck markiert.

2. Liga / Regionalliga 1994 bis 2002 Im Sommer 1994 wurde das Ligensystem im Eishockey komplett reformiert. Unterhalb der neuen Profiliga Deutsche Eishockey Liga wurden die 1. und die 2. Liga als Amateurligen eingerichtet. Die Mannschaften der bisherigen Regionalliga bildeten dabei die Basis der 2. Liga, welche wie die bisherige Regionalliga in den Gruppen Nord und Süd spielte.

Der Name Regionalliga wurde in der Folge von den Landeseissportverbänden (LEV) für ihre höchsten Ligen übernommen, als erstes für die vom Hessischen Eissportverband veranstaltete viertklassige Regionalliga Hessen/Thüringen, die später erst Regionalliga Hessen/Rheinland-Pfalz und anschließend zur Regionalliga Hessen wurde. Der LEV Nordrhein-Westfalen benannte erst 1997 seine NRW-Liga in Regionalliga NRW um. Daneben entstanden die Regionalligen Nord und Ost.

Gegen Ende der 1990er wurde die Reform von 1994 teilweise rückgängig gemacht. Nach der Wiedereinführung der deutschlandweiten 2. Bundesliga 1998 wurde ab 1999 die 1. Liga wieder in Oberliga umbenannt. Analog dazu wurde die 2. Liga Süd wieder in Regionalliga Süd umbenannt, die 2. Liga Nord dagegen war bereits 1997 eingestellt worden. Damit war die Regionalliga wieder deutschlandweit die vierthöchste Spielklasse, wobei die RL Süd für Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen vom DEB organisiert wurde, die Regionalligen im Norden von den LEV. Saison Meister der 2. Liga Vizemeister Sieger Süd Sieger Nord Liga 1994/95 Grefrather EV Eishockey in Ulm/Neu-Ulm EV Dingolfing Grefrather EV I I I 1995/96 Limburger EG ERC Ingolstadt ERC Ingolstadt Limburger EG I I I 1996/97 SC Bietigheim-Bissingen Braunlager EHC/Harz SC Bietigheim-Bissingen Braunlager EHC/Harz I I I 1997/98 Braunlager EHC/Harz EV Regensburg EV Regensburg Braunlager EHC/Harz I I I 1998/99 EHC Bad Aibling EC Peiting EHC Bad AiblingHerner EV (NRW) / Rostocker EC (N/O) I V

Saison Sieger RL Süd Sieger Endrunde Nord Liga 1999/00 ESV Kaufbeuren Herforder EC I V 2000/01 1. EV Weiden SC Mittelrhein Neuwied I V 2001/02 EHC Klostersee KEV Hannover I V

Regionalligen seit 2002 Zur Saison 2002 wurde die Oberliga, die in den Jahren zuvor massiv Vereine verloren hatte, um die Vereine der Regionalliga Süd aufgestockt und letztere aufgelöst. Die Bayernliga und die Baden-Württembergliga (später umbenannt in Regionalliga Süd-West) wurde zur vierthöchsten Liga. Die Wiedereinführung der Regionalliga Süd war im Gesellschaftervertrag der Eishockeyspielbetriebsgesellschaft ESBG, welche seit 2002 den Spielbetrieb der DEB-Ligen organisiert, vorgesehen, wurde jedoch nie realisiert.

In den Spielzeiten bis 2010 wurden die Regionalligen im Norden auf verschiedenste Weisen verzahnt. Zum Teil wurden gemeinsame Endrunden oder Aufstiegsrunden aller oder einzelner Ligen ausgespielt; zeitweise wurden Ligen auch zusammengelegt, z. B. die Ligen Nord und Ost. Ab der Saison 2008/09 wurde die bisherige Rheinland-Pfalz-Liga zur Regionalliga Rheinland-Pfalz umbenannt.

Zur Saison 2009/10 beschlossen die LEV Nordrhein-Westfalen und Hessen die Umorganisation des Ligenspielbetriebs, so dass aus der bisherigen Regionalliga Hessen die Hessenliga und aus der bisherigen Regionalliga NRW die Regionalliga West wurde.