Leo Bigenwald (* 23. Januar 1904 in Krefeld; † Juli 1985 ebenda) war ein deutscher Bildhauer, Keramiker und Grafiker.

Leben mini|hochkant|Eingangstür der Kirche St. Mariä-Heimsuchung (Maria-Waldrast) in Krefeld von Leo Birgenwald

Birgenwald, Sohn eines Gastwirts, besuchte 1923 die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Krefeld. Seine künstlerische Ausbildung setzte er dann in München durch Privatunterricht bei Heinrich Ehmsen fort, außerdem in den Jahren 1925–1929 an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg, wo der Bildhauer Wilhelm Gerstel sein Lehrer war. Studienaufenthalte in Italien, Frankreich (Paris), Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Schweden, später auch in den Vereinigten Staaten, erweiterten seinen Horizont. Als Soldat der Wehrmacht (1939–1945) war er zwei Jahre in Griechenland (Athen).

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, der einen Großteil seines Werks zerstört hatte, wandte er sich der abstrakten Kunst zu. Er schuf Skulpturen in organoiden Formen, auch gestaltete er mobile Plastiken. Als Materialien erprobte Bigenwald Natursteine, Terracotta und Zementguss in Verbindung mit Messingstäben, ehe er in Marmor und selbstgeschmiedetem Eisen bevorzugte Werkstoffe für seinen künstlerischen Ausdruck fand. Später arbeitete er mit Holzbohlen und Baumscheiben sowie rostfreiem Stahl. Gerne setzte er Materialien und Formen gegeneinander. Seine Kunst ist im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld vertreten. Sie wurde auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

Birgenwald war ansässig in Krefeld-Forstwald, er wirkte aber auch in Cervo, Italien. Er war Gründungsmitglied der Krefelder Künstlergruppe 45.Mojo Mendiola: Die Generation 1900 und die Gruppe ’45: Leo Bigenwald. Rheinische Post, 25. Juli 2017, abgerufen am 26. Juli 2022Georg Opdenberg: in memoriam 2005. 60 Jahre Niederrheinische Künstlergilde/Künstlergruppe 1945 Krefeld (Einleitung). In: Die Heimat, 77/2006, S. 25–32

Ausstellungen (Auswahl) 1949: Hamburg 1952: Galerie Parnass, Wuppertal 1952: Krefeld 1954: Norrköping, Schweden 1958: Museum of Art, San Francisco 1958: Sausalito, Kalifornien 1959: Newman Gallery, Philadelphia 1962: Galerie Perron, Genf 1963: Galleria Numero, Mailand und Florenz 1963: Stadtbibliothek, Brooklyn/New York 1966: Kunstkabinett Fischer, Mönchengladbach 1967: Römerhuis, Venlo 1969: Krefeld 1978: Galerie Evelstein, Genf

Literatur Ludwig Tavernier: Bigenwald, Leo. In: Saur Allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Mitherausgegeben und begründet von Günter Meißner. K. G. Saur, München/Leipzig 1992–2010, Band 10: Berrettini–Bikkers (1995), S. 608. Bigenwald, Leo. In: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 211. Ernst Hoff: Ausstellung der Werke von Leo Bigenwald. In: Der Forstwald, Heft 12 (1983), S. 16–20 (PDF).

Weblinks Leo Bigenwald, Auktionsresultate im Portal artnet.de

Einzelnachweise

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