Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wernigerode war ein 1538 gegründetes und zuletzt staatliches Gymnasium in Trägerschaft des Landkreises Harz. Es fusionierte zum Schuljahr 2023/2024 mit dem Gymnasium Stadtfeld zum neuen Gymnasium Wernigerode.
Geschichte mini|Lyzeum von 1730 am Oberpfarrkirchhof mini|Das Gebäude für die Sekundarstufe I in der ehemaligen Wilhelm-Raabe-Schule am Heltauer Platz Das heutige Gymnasium wurde mit der Übergabe am 29. März 1538 als städtische Schule begründet, nachdem die St.-Sylvestri-Kirche auf ihre Lateinschule verzichtete, die schon 1262 als Stiftsschule erwähnt worden war. 1730 wurde das Lyzeum am Oberpfarrkirchhof 7 als Barockbau neu errichtet. Das Haus wurde 1872 vom Progymnasium zur Knabenmittelschule und später zur gemischten Mittelschule.
Bis 1926 besaß das Fürstenhaus Stolberg-Wernigerode das Patronat über die Schulen der Stadt, da die Stadt Wernigerode nicht in der finanziellen Lage war, die seit 1863 von Preußen geforderten Schulneubauten zu errichten. Deshalb kam Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode 1869–1871 für den Neubau des Gymnasiums in der Westernstraße auf. Der Entwurf des Gebäudes stammt von Ernst Bösser, der es nach von Baurat Carl Frühling abgewandelten Plänen erbaute. Es wurde am 28. August 1871 als Gräflich-Stolberg’sches Gymnasium eingeweiht und erhielt später den Namen Fürst-Otto-Gymnasium nach seinem Stifter. Im Jahr 1872/1873 besuchten 239 Schüler das Gymnasium. Das Gymnasium unterhielt eine eigene Schülerfeuerwehr, die von 1865 bis 1945 bestand. Das Fürst-Otto-Gymnasium war den männlichen Schülern vorbehalten, während die Mädchen das Fürstin-Anna-Lyceum besuchten. In der DDR wurde das Gymnasium in Gerhart-Hauptmann-Oberschule umbenannt und als Erweiterte Oberschule geführt.
Im Hauptgebäude am Westerntor werden heute die Schüler der Sekundarstufe II unterrichtet. Das Gebäude für die Sekundarstufe I ist seit 1991 die ehemalige Wilhelm-Raabe-Schule, die 1912/13 als Knaben-Mittelschule am Heltauer Platz, damals Bahnhofstraße 18, eingerichtet worden war. Aus den 1964 von Friedrich Krell an der damaligen Erweiterten Oberschule gegründeten Spezialklassen für Musik ging 1991 das neugegründete eigenständige Landesgymnasium für Musik Wernigerode hervor. In einigen Klassenstufen wurde bilingualer Unterricht angeboten.
Im September 2022 beschloss der Kreistag für die Schulentwicklungsplanung eine Fusion der beiden Wernigeröder Gymnasien zum Schuljahr 2023/24. Hauptstandort und Sitz der Schulleitung sollte das Schulgebäude in der Westernstraße in Wernigerode werden, die anderen Schulgebäude sollten für die fusionierte Schule erhalten bleiben., abgerufen am 15. Januar 2023 und Protokoll der 22. Sitzung des Kreistages am 21. September 2022, abgerufen am 15. Januar 2023 Die Fusion wurde mit Beginn des Schuljahres 2023/24 umgesetzt.
Veröffentlichungen 1974: Der Chor der Gerhart-Hauptmann-Oberschule: Im Schönsten Wiesengrunde, LP
Personen ehemalige Schüler: Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803), Dichter und Literaturmäzen Martin Heinrich Klaproth (1743–1817), Chemiker Johannes Riem (1868–1945), deutscher Astronom und populärwissenschaftlicher Autor Martin Renner (1870–1956), Diplomat, Gesandter, Generalmajor, Militärattaché Eckart Friedrichson (1930–1976), Schauspieler, Sänger und Synchronsprecher, Figur "Meister Nadelöhr" Stefan Kuna (geb. 1976), Hörfunk- und Veranstaltungsmoderator
ehemalige Lehrkräfte: Friedrich Krell (1928–2020), Chorpädagoge und Chorleiter, ab 1951
Schulleiter Wilhelm Bachmann (1860–1888) Otto Riedel (1888–1901) Albrecht Jordan (1901–1919) Paul Menge (1919–1939) Walter Brockmöller (1939–1945) Gerhard Waldhausen (1991–2006) In: gerhart-hauptmann-gymnasium.de Reiner Schulz 2008–? Herbert Siedler Raimund Witte (seit 1. Februar 2019 bis zur Schließung)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Schule in Sachsen-Anhalt Kategorie:Schule im Landkreis Harz GerhartHauptmannGymnasium GerhartHauptmannGymnasium Kategorie:Gerhart-Hauptmann-Schule Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1538