mini|Christuskirche Frelenberg (Übach-Palenberg) Die Christuskirche ist eine evangelische Kirche in Übach-Palenberg. Sie liegt im Stadtteil Frelenberg und ist – nach dem Verkauf der Kreuzkirche im Stadtteil Boscheln und der Entwidmung der Auferstehungskirche im Stadtteil Marienberg – neben der Erlöserkirche eine der beiden Kirchen der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg (Kirchenkreis Jülich, Evangelische Kirche im Rheinland). Erbaut wurde sie in den Jahren 1953/54.

Vorgeschichte mini|Posaunenengel („Geusendaniel“) auf der Christuskirche Frelenberg Das Gebiet der heutigen Stadt Übach-Palenberg gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu verschiedenen Herrschaftsgebieten (Herzogtum Jülich, Reichsstift Thorn, Herrschaft Rimburg), die aber allesamt katholisch geprägt waren. Ob zu dieser Zeit dennoch evangelische Christen im heutigen Übach-Palenberg lebten, ist ungewiss. Erst in preußischer Zeit trat hierin eine Änderung ein. Die wenigen Evangelischen wurden von Teveren und später von Geilenkirchen aus betreut. Nachdem die Gruben Carolus Magnus und Carl Alexander in Betrieb gingen, erfolgte ein stärkerer Zuzug von Evangelischen. Ihre kirchliche Versorgung erfolgte durch die Kirchengemeinden Teveren, Geilenkirchen-Hünshoven und Lürken bzw. Alsdorf.

1952 entstand die Evangelische Kirchengemeinde Übach-Palenberg, die allerdings lediglich die Ortsteile Übach, Palenberg, Boscheln, Rimburg und Holthausen umfasste. Frelenberg hingegen blieb vorerst Teil der Kirchengemeinde Geilenkirchen-Hünshoven. Erst 1968 entstand aus den Stadtteilen Frelenberg, Marienberg, Scherpenseel, Siepenbusch, Windhausen und Stegh die eigenständige Kirchengemeinde Übach-Palenberg-West; die bisherige Kirchengemeinde Übach-Palenberg wurde umbenannt in „Übach-Palenberg-Ost“. 2007 fusionierten beide Gemeinden zur heutigen Kirchengemeinde.

In Frelenberg selbst fanden ab Anfang der 1930er Jahre Bibelstunden im Nebenzimmer einer Gastwirtschaft statt, später in der Volksschule. Als die Zahl der Evangelischen in Frelenberg Anfang der 1950er Jahre auf rund 1300 angestiegen war, wuchs der Wunsch, auch in Frelenberg eine eigene evangelische Kirche zu errichten.

Baugeschichte mini|Blick auf den Chorraum der Christuskirche an Heiligabend 2023 Mit dem Bau der Christuskirche wurde im Jahr 1953 begonnen. Eingeweiht wurde die Kirche am 25. April 1954 durch Oberkirchenrat Helmut Rößler.

Die Kirche bestand zunächst aus dem Kirchraum, an den sich in jeder der vier Ecken ein kleinerer Nebenraum anschloss. An der Ostseite des Kirchraums befindet sich der Chorraum, an der Westseite eine Bühne. Der Kirchraum ist durch eine Falttür aus Eichenholz geteilt, so dass der Westteil der Kirche als kleinerer Gemeindesaal genutzt werden kann.

Eigentlich hatte man einen massiven Westturm errichten wollen, dieser wurde dann aber doch nicht verwirklicht. Stattdessen erhielt die Kirche einen Dachreiter, auf dessen Spitze ein Posaunenengel („Geusendaniel“) angebracht wurde.

Zunächst erhielt die Westfront ein Fenster in Bleiverglasung, das aber häufig von außen zerstört wurde, so dass man schließlich das Fenster zumauerte. Dabei wurde ein Backsteinrelief gemauert, welches die zwei Tafeln mit den Zehn Geboten darstellt. 1978 erhielt der Chorraum ein neues Fenster, welches von der Glasmalerei Oidtmann aus Linnich stammt.

Ursprünglich war die Kirche mit Eichenbänken versehen; diese wichen 1972 einer Bestuhlung.

Der Fußboden war zunächst mit roten Steinholzplatten belegt; da diese aber bei jeder Witterung feucht wurden und eine erhebliche Rutschgefahr bestand, wurden sie bereits 1964 durch einen PVC-Fußboden ersetzt, dieser dann 1988 wiederum durch Steinplatten.

Mitte der 1970er Jahre wurde die Kirche durch einen unterkellerten Anbau an der Südseite erweitert. In diesem befinden sich eine Küche, ein Büro und eine Toilettenanlage. (Bei der Planung der Kirche hatte man die Toiletten zunächst vergessen und sie dann nachträglich im Keller unter dem Kirchraum eingeplant, was dazu führte, dass die Treppe dorthin sehr steil geriet.) Viele Jahre befand sich im Keller eine Kleiderkammer, später wurde er zu einem Jugendraum umgestaltet.

Da der Untergrund des Anbaus nur ungenügend verdichtet worden war – in diesem Bereich hatten sich früher ein Hohlweg bzw. eine Müllkippe befunden –, begann der ganze Anbau schon kurz nach Errichtung langsam abzusinken; dieser Vorgang konnte bislang (Stand 2026) noch nicht vollständig gestoppt werden.

Orgel mini|Orgel der Christuskirche Frelenberg Wahrscheinlich war bei der Planung der Christuskirche der Einbau einer Orgel überhaupt nicht vorgesehen, so dass auch eigentlich kein dafür geeigneter Platz vorhanden war. Als man die Anschaffung einer Orgel beschloss, wurde dafür die Wand zu einem rechts vom Chorraum liegenden kleineren Abstellraum geöffnet. Die erste Orgel stammte von der Fa. Stahlhut aus Aachen und wurde 1962 erbaut. Sie wurde 2000 an die Evangelische Kirchengemeinde in Gera verkauft und durch eine Orgel ersetzt, die ursprünglich der Evangelischen Kirchengemeinde Weisweiler gehörte und von dieser kostenlos abgegeben wurde. Die neue Orgel wurde von dem Übach-Palenberger Orgelbauer Heinz Wilbrand umgebaut, so dass letztlich ein ganz neues Instrument entstand.

Disposition der Orgel Manual I C–g3 Gedackt 8′ Prinzipal 4′ Gemshorn 2′ Mixtur III Manual II C–g3 Koppelflöte 8′ Rohrflöte 4′ Prinzipal 2′ Regal 8′ Pedal C–f1 Pommer 16′ Koppeln: II/I, I/P, II/P

Klangbeispiele

Glocken

mini|hochkant=0.5|Glocke der Christuskirche Frelenberg Ursprünglich hatte man einen massiven Westturm errichten wollen, der aber dann doch nicht verwirklicht wurde. Stattdessen sollte die Kirche einen Dachreiter erhalten, der aber letztlich völlig ungeeignet war, um eine Glocke aufnehmen zu können. Man entschied sich schließlich dafür, neben der Kirche einen kleinen metallenen Glockenträger aufzustellen, in dem die Glocke aufgehängt wurde. Gestiftet wurde der Träger von der August-Thyssen-Hütte. Zunächst wurde eine geliehene Glocke genutzt, die der Kirchengemeinde Homberg gehörte. Als diese Glocke im Jahr 1981 von der Eigentümerin zurückerbeten wurde, beschloss man die Anschaffung einer neuen Glocke. Diese stammt von der Glockengießerei Rincker aus Sinn und wurde am Reformationstag 1981 in Dienst genommen. Die Glockeninschrift lautet: „Christus schenke in seiner Kirche durch sein Wort und Sakrament Freude allen über Gottes Heil.“

Vor der Kirche stehen zwei Stahlgussglocken, die 1878 beim Bochumer Verein gegossen worden waren. Sie waren der Kirchengemeinde überlassen worden, allerdings stellte sich heraus, dass sie schon zu ausgeschlagen waren, als dass sie für das Geläut hätten genutzt werden können.

Literatur

Weblinks

Christuskirche Kategorie:Christuskirche Kategorie:Kirchengebäude des Kirchenkreises Jülich Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Erbaut 1954 Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video