Stepnoje (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Nesterow der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich unweit nördlich der Kommunalstraße 27K-180 eineinhalb Kilometer nordöstlich von Sadowoje (Elluschönen) und dreieinhalb Kilometer westnordwestlich von Tschistyje Prudy (Tollmingkehmen/Tollmingen). Vor 1945 hatte der Ort Bahnanschluss über den eineinhalb Kilometer westlich gelegenen Bahnhof Meldingen/Gnadenheim an der Bahnstrecke Gumbinnen–Goldap.

Geschichte Wal(l)daukadel(l) war um 1780 ein königliches Vorwerk und Sitz eines Domänenamts.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 176. Um 1820 war der Ort ein sog. Hauptgut unter adliger Besitzung.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Fünfter Band, T-Z, Halle 1823 1874 wurde der Gutsbezirk Waldaukadel Namensträger eines neu gebildeten Amtsbezirks im Kreis Goldap.Rolf Jehke, Amtsbezirk Pickeln 1928 wurde der Gutsbezirk Waldaukadel an die Landgemeinde Pickeln angeschlossen.

Im Oktober 1944 wurde der Ort von der Roten Armee besetzt. Er gehörte fortan mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt er, nun wieder eigenständig, den russischen Namen Stepnoje und wurde dem Dorfsowjet Tschistoprudenski selski Sowet im Rajon Nesterow zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) 1997 wurde Stepnoje aus dem Ortsregister gestrichen.Durch den Beschluss der Oblastduma vom 22. Mai 1997, Nr. 38 "Об упорядочении учета сельских населенных пунктов области" (Über Regelungen der Erfassung der ländlichen Orte der Oblast), nachdem er schon im Ortsverzeichnis mit Stand von 1988 nicht mehr auftauchte.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 140 1871 135 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 138 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 106 1910 125 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 81 1987Sowjetische Topographische Karte 100k-n34-057 von 1987 ~10

Amtsbezirk Waldaukadel (Pickeln) 1874–1945 Der Amtsbezirk Waldaukadel wurde 1874 im Kreis Goldap eingerichtet. Er bestand zunächst aus neun Landgemeinden (LG) und dem Gutsbezirk (GB) Waldaukadel.

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Budszedehlen (LG) Salzburgerhütte Kolzewoje,auch Bereschki 1936 bis 1938: Budschedehlen Czerwonnen[Ksp Tollmingkehmen] (LG) Bohndorf 1928 zur LG Pickeln Didszullen (LG) Schwadenfeld Wyssokoje 1936 bis 1938: Didschullen Elluschönen (LG) Ellern (Ostpr.) Sadowoje Langkischken (LG) Langenwasser Swetloje Meldienen (LG) Gnadenheim Pickeln (LG) Tichwino Raudohnen (LG) Grasberg 1928 zur LG Pickeln Theweln (LG) Pfalzberg Waldaukadel (GB) Stepnoje 1928 zur LG Pickeln

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1939 wurde der Amtsbezirk in Pickeln umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Pickeln die sieben Gemeinden Ellern (Ostpr.), Gnadenheim, Langenwasser, Pfalzberg, Pickeln, Salzburgerhütte und Schwadenfeld.

Soldatenfriedhof Stepnoje (Waldaukadel) Südlich vom ehemaligen Stepnoje bzw. Waldaukadel direkt an der Kommunalstraße 27K-180 befindet sich der Soldatenfriedhof Stepnoje, der schon zu deutscher Zeit angelegt wurde und Gräber von 361 deutschen und 332 russischen gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg aufnimmt.

Kirche Waldaukadel gehörte zum evangelischen Kirchspiel Tollmingkehmen.

Weblinks Soldatenfriedhof Stepnoje (Waldaukadel) auf kriegsgraeberstaetten.volksbund.de

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad