Faking Hitler ist eine deutsche Miniserie, die am 30. November 2021 auf RTL+ veröffentlicht wurde. Sie zeigt die teilweise fiktiven Ereignisse um die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher zu Beginn der 1980er-Jahre. Der Titel Faking Hitler wurde als Anspielung auf das Buch Selling Hitler (1983) von Robert Harris und die gleichnamige Serie gedeutet.
Handlung In sechs Episoden zeigt die Serie den Verlauf des Skandals um die gefälschten Hitler-Tagebücher in den Jahren 1981 bis 1983. Sie beginnt mit den ersten Kontakten zwischen dem Fälscher Konrad Kujau und dem Stern-Reporter Gerd Heidemann und dem über zwei Jahre dauernden Prozess der Recherche, Produktion der Tagebücher, Logistik, Veröffentlichung und dem anschließenden Beweis, dass die Tagebücher gefälscht sind. Teile entsprechen größtenteils wahren Begebenheiten, enthalten aber auch essenzielle Bestandteile, die fiktiv sind.
Neben der Haupthandlung rund um die Tagebücher gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang, der geschickt in die Serie eingebunden wird. Die Figur der Elisabeth Stöckel, die ebenfalls als Redakteurin beim Stern arbeitet, und deren Vater, der als Jugendlicher bei der Waffen-SS war.
Episoden
Folge 1 Die erste Folge startet am 6. Mai 1983 und zeigt den Stern-Reporter Gerd Heidemann, wie er in seinem Auto auf einer Autobahn fährt. Währenddessen läuft im Radio eine Eilmeldung, in der berichtet wird, dass die Hitler-Tagebücher gefälscht sind. Auf der Gegenfahrbahn fährt ein roter VW Golf, in welchem Konrad Kujau sowie seine Lebensgefährtin Agnes Schonert und seine Muse Gabriele „Gabi“ Nüssle sitzen.
Es folgt ein Zeitsprung zurück ins Jahr 1981. Heidemann unterstützt seinen Freund und Stargastronom Max König, dessen beiden Kinder entführt wurden, indem er das Lösegeld an die Entführer übergibt und die Kinder zurückbringt. Heidemann erhofft sich davon die exklusiven Rechte für ein Interview mit den entführten Kindern, die er jedoch nicht bekommt. König verkauft die Geschichte an die Bunte, da diese mehr dafür bezahlt. Heidemann ist darüber sehr verärgert, jedoch ist die Geschichte laut dem Stern-Chefredakteur Rudolph Michaelis nicht mehr wert. Am selben Abend findet ein Festakt anlässlich des 25-jährigen Dienstjubiläums Heidemanns statt. Michaelis weist Heidemann darauf hin, dass es mal wieder Zeit für einen „Knüller“ sei. Heidemann verweist auf die Entführungsstory, allerdings auch auf seine Yacht Carin II, welche Hermann Göring gehörte und auf welcher er verschiedene Persönlichkeiten aus der NS-Zeit interviewe. Michaelis ist wenig angetan und möchte keine „braune Soße“ in seinem Blatt.
In einer Parallelhandlung malt Kujau ein Aktbild von Adolf Hitlers Nichte Geli Raubal, das er als Dr. Konrad Fischer an den Militariasammler Herbert Strunz verkaufen möchte. Strunz fällt zuerst nicht auf die Fälschung herein, da er davon überzeugt ist, dass Hitler erstmals 1938 in Italien war und nicht schon vor Raubals Tod 1931. Strunz möchte seine Einschätzung von seinem Freund und Hitler-Experten Heinrich Leutke bestätigen lassen und ruft diesen an. Kujau nutzt die kurze Abwesenheit Strunz’ und ergänzt das Bild auf der Rückseite mit einem handgeschriebenen Text in Hitlers Handschrift, unter den er zudem Hitlers Unterschrift setzt. Der mittlerweile eingetroffene Leutke und Strunz entdecken die Widmung und sind begeistert. Daraufhin trifft Kujau die Entscheidung, Tagebücher von Hitler zu fälschen. Das erste gefälschte Tagebuch legt Kujau Strunz und Leutke kurze Zeit später vor, erwähnt jedoch eine dubiose Quelle und dass er sich nicht sicher sei, ob das Tagebuch echt sei. Leutke, der laut eigener Aussage zwei Jahre an Hitlers Seite arbeitete, sah diesen zwar nie Tagebuch schreiben, allerdings ist er sich sicher, dass das Tagebuch aufgrund des Inhalts echt sei. Kujau überlässt das Tagebuch vorübergehend Strunz.
In einer zweiten Parallelhandlung trifft die Stern-Reporterin Elisabeth Stöckel erstmals auf Thomas Melchior. Stöckel ist die Tochter des bei den Studenten sehr beliebten Juraprofessors Hans Stöckel. Im weiteren Verlauf werden Elisabeth und Thomas ein Paar. Unabhängig davon hat sie Informationen, dass der Schauspieler Horst Tappert Mitglied bei der Waffen-SS gewesen sein soll. Der Leiter des Ressorts „Zeitgeschichte“ beim Stern Felix Bloom zeigt Interesse und bietet ihr eine Zusammenarbeit an. Elisabeth muss in der Folge mit dem wenig kooperativen Theo Kalg zusammenarbeiten. Während der Recherche in SS-Mitgliederlisten stößt Elisabeth auf den Namen ihres Vaters und konfrontiert ihn anschließend damit. Dieser beantwortet ihre Frage zunächst nicht und reagiert verärgert.
Über Heidemanns Lebensgefährtin und Göring-Tochter Edda Göring kommt der Kontakt zwischen Heidemann und Strunz zustande, mit dem Ziel, die Carin II zu verkaufen, da sie für Heidemann zu teuer geworden ist. Strunz und Heidemann kommen nicht ins Geschäft, allerdings zeigt Strunz Heidemann das Hitler-Tagebuch. Heidemann informiert Bloom, welcher ebenfalls begeistert von dem Fund ist. Heidemann kontaktiert daraufhin Dr. Fischer, der unwissend und ablehnend reagiert.
Folge 2 Heidemann eröffnet Edda Göring den Fund des Hitler-Tagebuchs. Sie äußert Bedenken, da Hitler so gut wie nie selbst geschrieben hat. Die beiden trennen sich im Streit. Heidemann sieht sich dadurch angespornt, den Beweis der Echtheit zu erbringen. Es kommt zu einem weiteren Telefonat zwischen Heidemann und Kujau. Kujau ist weiterhin nicht an einer Zusammenarbeit interessiert, obwohl Heidemann einen „Reisekoffer voller Hunderter“ anbietet. Währenddessen recherchieren Heidemann und Bloom weiter und erfahren von einem abgestürzten Flugzeug in den letzten Kriegstagen in Brambach. Sie reisen in die Deutsche Demokratische Republik, finden das Grab des verunglückten Piloten und erhalten unter anderem von zwei MfS-Beamten, mit denen sie sich anfreunden, Unterstützung bei der Suche nach Teilen des Flugzeugwracks.
Kujau ist im Gegensatz zu den beiden Frauen an seiner Seite, Agnes und Gabi, nicht davon überzeugt, die Hitler-Tagebücher zu schreiben. Vor allem Agnes möchte als Ausgleich für die Polyamorie Kujaus finanziell abgesichert sein und ihren Beruf als Reinigungskraft aufgeben. Kujau sucht erneut Strunz auf und holt das Tagebuch zurück. Strunz ist fassungslos über den Rückzieher. Leutke weist Strunz darauf hin, dass es sich lediglich um ein Tagebuch handele und sie sich die anderen besorgen würden, denn das Tagebuch behandelte lediglich den Zeitraum Januar bis Juni 1932. Zudem erwähnt er den Fundort Brambach. Kujau nimmt im Anschluss Kontakt mit Heidemann auf und bietet ihm die Tagebücher an. Bei einem Treffen zwischen Heidemann, Bloom, Michaelis und Verlagsleiter Richard Dreier werden die Kaufmodalitäten besprochen. Michaelis weigert sich vehement gegen einen Ankauf und droht damit, keine Hitler-Tagebücher im Stern abzudrucken. Dreier hingegen ist überzeugt vom wirtschaftlichen Potenzial und beauftragt Heidemann, die Tagebücher zu besorgen. Gleichzeitig stellt er das Projekt unter Geheimhaltung, auch Michaelis soll nicht weiter mit einbezogen werden.
Hans Stöckel trifft auf seine Tochter Elisabeth und entschuldigt sich für seine Reaktion. Er erläutert ihr die damalige Zeit und die fehlende Möglichkeit der Selbstbestimmung. Er selbst sei als Flakhelfer eingesetzt worden. Während einer weiteren Recherche findet Elisabeth zwei Bilder ihres Vaters in SS-Uniform, womit sie ihren Vater erneut konfrontiert. Elisabeth interviewt anschließend ihren Vater und nimmt das Interview auf Tonband auf. Er verweist darauf, dass seine Eltern ihn zur Waffen-SS schickten und sein Freund Michael ebenfalls bei der Waffen-SS war. Auf die Frage, ob er an einem Kriegsverbrechen beteiligt war, bejahte er diese Antwort. Allerdings erzählt er, wie Michael zwei Wochen vor Kriegsende in seinen Armen verblutete und bezeichnete dies als das Kriegsverbrechen, an dem er beteiligt gewesen sei. Er bittet seine Tochter um Hilfe und verweist darauf, dass seine Karriere am Ende sei, falls seine SS-Vergangenheit öffentlich werden würde. Bestärkt durch ihren Freund Thomas vernichtet Elisabeth die beiden Fotos, auf denen ihr Vater zu sehen ist, mit einem Aktenvernichter. Dabei wird sie von ihr unbemerkt fotografiert.
Es kommt zu einem ersten Treffen zwischen Heidemann und Kujau. Noch bevor Heidemann das Klingelschild mit dem richtigen Namen des vermeintlichen Dr. Fischers lesen kann, öffnet Kujau die Tür. Heidemann hat eine Uniform von Hermann Göring als Geschenk sowie einen Aktenkoffer mit einer Vorschusszahlung dabei. Heidemann bietet Kujau das Du an.
Folge 3 Heidemann landet am Flughafen Stuttgart und trifft sich mit Kujau in einem Toilettenbereich. Heidemann erhält von Kujau drei Tagebücher, Kujau im Gegenzug 200.000 DM in bar. Heidemann erwähnt erstmals, dass ein Gutachten angefertigt werden soll. Heidemann zeigt sich irritiert über die Initialen auf den Tagebüchern, da das „A“ wie ein „F“ aussieht. Auch Agnes erwähnt dies Kujau gegenüber. Bei einer Literaturrecherche stellt Kujau seinen Fehler fest. Bei einem Treffen zwischen Heidemann, Bloom und Dreier ist auch Dreier darüber irritiert, relativiert dies allerdings mit dem Verweis an das in Auftrag gegebene Schriftgutachten. Michaelis wird ebenfalls informiert, er möchte die Story jedoch weiterhin nicht machen und sagt, dass das Gespräch nie stattgefunden habe. Für Dreier ein klares Zeichen, dass sie loslegen können. Heidemann muss im nächsten Schritt das Abtreten der Persönlichkeitsrechte klären und hat hierfür eine Cousine Hitlers in Boston aufgespürt. Bloom kümmert sich parallel um das Schriftgutachten. Heidemann versöhnt sich mit Edda Göring, die er braucht, um den Kontakt zu Hitlers Cousine herstellen zu können. Kujau bekommt erneut Zweifel und möchte Heidemann darüber in Kenntnis setzen, dass die Tagebücher gefälscht sind. Allerdings erreicht er ihn nicht, da Heidemann sich auf dem Weg in die Vereinigten Staaten befindet.
Elisabeth erhält von ihrem Vater als Dankeschön für ihre Hilfe eine wertvolle Armbanduhr. Sie fühlt sich sehr unwohl, ihr Freund Thomas sieht die Thematik deutlich entspannter, worauf er genervt Elisabeths WG verlässt. Vor der Stern-Redaktion wird Elisabeth von Leo Gold abgefangen, der ihr Fotos von ihr beim Vernichten der Fotos ihres Vaters vorlegt. Da er von den Hitler-Tagebüchern weiß, erpresst er sie, ihm Informationen darüber zu besorgen. Bei der Tappert-Recherche kommen Theo und Elisabeth vorerst nicht weiter, da bisher keine konkreten Beweise vorliegen. Theo gibt Elisabeth die Schuld am Nichterfolg. Beim darauffolgenden Gespräch zwischen ihr und Bloom, gibt Bloom ihr die Chance, die Story alleine schreiben zu dürfen, wenn sie die Beweise für die SS-Mitgliedschaft Tapperts liefert. Von ihm unbemerkt sieht Elisabeth die Hitler-Tagebücher und fragt ihren Vater um Rat, wie sie sich verhalten soll. Gleichzeitig gibt sie ihm die Armbanduhr zurück.
Während Heidemann und Edda Göring in Boston verweilen, ergibt das Schriftgutachten Unregelmäßigkeiten im Schriftbild. Bloom kontaktiert Heidemann und bittet ihn darum, Vergleichsschriftstücke von Hitler aus der Zeit nach 1932 zu besorgen, da das Bundesarchiv nichts vorliegen hat. Heidemann kontaktiert Kujau und unterrichtet ihn über das Schriftgutachten. Kujau reagiert direkt und fälscht zwei Schriftstücke Hitlers: Neujahrsgrüße an Benito Mussolini und Francisco Franco von 1939. Heidemann und Edda Göring treffen die Cousine Hitlers. Sie tritt die Persönlichkeitsrechte für 20.000 DM ab. Nach Vertragsabschluss sagt sie lachend, dass Hitler keine Tagebücher geschrieben hat. Heidemann zweifelt mit der Gesamtsituation und betrinkt sich. Edda Göring verweist an seine fehlende professionelle Distanz. Als Bloom Heidemann in der darauffolgenden Nacht über das positive Ergebnis des Schriftgutachtens informiert, wirft Heidemann Edda Göring aus dem Zimmer und trennt sich von ihr.