mini|Josef Danner 2018 Josef Danner (* 28. Oktober 1955 in Amstetten; † 5. Dezember 2020 in Wien) war ein zeitgenössischer österreichischer Künstler, der mit Malerei, Zeichnung, Druck und Plakatprojekten arbeitete. Er lebte in Wien, Niederösterreich und im Burgenland.

Leben und Kunst Josef Danner besuchte das Gymnasium in Amstetten. 1974 zog er nach Wien und studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte. Parallel spielte er als Schlagzeuger in diversen Bands, so auch in der legendären Wiener punkig-wavigen Band Molto Brutto. In Wien herrschte damals eine kreative Aufbruchsstimmung. Viele der jungen Künstler beschäftigten sich sowohl mit Malerei als auch mit Musik. In diesem Umfeld begann sich Josef Danner, zu dessen Freundeskreis Gunter Damisch, Gerwald Rockenschaub, Otto Zitko und Herbert Brandl zählten, sowohl praktisch als auch theoretisch, intensiv mit Malerei auseinanderzusetzen und gehörte in den 1980er Jahren zu den Künstlern der Galerie Peter Pakesch.

Ursprünglich wurde Josef Danner den Neuen Wilden zugeordnet. In den 1980er und 90er Jahren entstanden meist großformatige Malereien, angesiedelt zwischen gestisch-figurativer und kompletter Abstraktion, darunter eine Serie von monochromen schwarzen und ab dem Jahr 2000 blauen Bildern. Josef Danner beschäftigte sich stets auch mit gesellschaftspolitischen Fragen und ließ ab den 90er Jahren die rein informelle Malerei zunehmend hinter sich, um seine eigene unverkennbare Bildsprache zu entwickeln. Grafikelemente, Symbole und kryptische Ikonografie, sowie teils scharfzüngige, teils humorvoll ironische Texte fanden Einzug in Josef Danners Arbeiten, die thematisch oftmals gesellschaftliche, mentale und kulturgeschichtliche Strömungen pointiert reflektieren.

Josef Danners umfangreiches Werk zeichnet sich stets durch eine intensive Auseinandersetzung sowohl mit formalen als auch inhaltlichen Fragestellungen aus. Neben reiner Malerei kombinierte er Malerei mit Siebdruck, fertigte meist großformatige Zeichnungen, war Teil des Künstlerkollektivs ARGE einwandaufbruch, gestaltete Kunst am Bau Projekte sowie große Plakatserien im öffentlichen Raum.

Josef Danner war Mitglied des Wiener Künstlerhauses, Förderpreisträger des Landes Niederösterreich und Kulturpreisträger der Stadt Amstetten. Seine Arbeiten befinden sich unter anderem in Sammlungen des Land Niederösterreich und des Land Burgenland, der Stadt Wien, im MUMOK, im Lentos, der Albertina, im Museum Stift Admont sowie in in- und ausländischen Privatsammlungen.

Ausstellungen - Bildende Kunst mini|Josef Danner - Bild Strange Angel 2015, Foto: Werner Linsberger mini|Josef Danner, blaue Serie, Strange Angel 02, 2004 mini|Josef Danner, Surfing Live, 2019 mini|Josef Danner, Serie Madonna, 2014mini|Josef Danner Bild Wordl, 2011

Einzelausstellungen (Auswahl) 1984: Galerie Peter Pakesch, Wien 1986: Galerie Grässlin-Ehrhardt, Frankfurt am Main // Galerie Eugen Lendl, Graz // Galerie Peter Pakesch, Wien 1988: Galerie Eugen Lendl, Graz 1989: Galerie Joost Declercq, Gent // Galerie Grässlin-Ehrhardt, Frankfurt am Main 1991: Galerie Peter Pakesch, Wien (mit Gilbert Bretterbauer) // Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz (mit Manfred Wakolbinger) // Edition Artelier, Frankfurt am Main 1994: Jetzt handeln, damit Sie dann müssen, Galerie Eugen Lendl, Graz 2000: Boxenstop für die Seele, Galerie Brunnhofer, Linz 2003: Strange Angels II, Galerie Eugen Lendl, Graz 2005: Wer A sagt, muss auch essen, Burgenländische Landesgalerie, Eisenstadt 2006: Die Fortsetzung des Alltags mit anderen Mitteln, Galerie Brunnhofer, Linz 2007: Tadana Tadala, Galerie Eugen Lendl, Graz (mit Judith Huemer) 2008: viennafair, Galerie Brunnhofer, Wien 2009: Updown, Galerie Brunnhofer, Linz 2010: Kühl wird’s – wollen wir abseilen üben? Artothek Land Niederösterreich, Krems 2014: figure it out, Galerie Brunnhofer, Linz 2015: You actually exist, Galerie Eugen Lendl, Graz // monochromEmotion, Landesgalerie Burgenland 2016: Noch oder Schon, Künstlerkollektiv ARGE einwandaufbruch, Künstlerhaus Wien 2018/19: Josef Danner, Galerie arthotel elizabeth, Ischgl 2019: Sagenhaft wahr, Galerie Rhomberg, Innsbruck 2019/20: Josef Danner, Galerie arthotel elizabeth, Ischgl

Gruppenausstellungen (Auswahl) 1985: Galerie Grässlin-Ehrhardt, Frankfurt am Main 1986: Zeichen und Gesten, Secession, Wien // Hacken im Eis, Kunsthalle Bern; Museum des 20. Jahrhunderts, Wien 1987: Galerie Rudolf Zwirner, Köln // Österreichisches College, Forum Alpbach 1988: Balance-Akte 88, Frauenbad, Baden bei Wien // Malermacht, Künstlerhaus // Palais Thurn & Taxis, Bregenz; Aus Wien. Positionen des Aufbruchs, Bonn // Herbert Brandl, Josef Danner, Otto Zitko, Graphische Sammlung Albertina, Wien 1989: Aus dem Zusammenhang, Museum moderner Kunst, Wien; Nationalmuseum Belgrad; Modernes Museum Skopje; Moderna Galerija, Ljubljana; Uhiberu, Prag 1990: Aus dem Zusammenhang, Kunsthalle Kraków; Nationalgalerie Kraków 1991: Sensualité, Sensibilité, Purism. Aspects de l´art autrichien depuis 1980, Couvent des Cordeliers, Paris // Junge Österreicher, Österreichische Galerie am Oberen Belvedere, Wien 1992: Galerie und Edition Artelier, Frankfurt am Main // Art Basel 1993: Galerie und Edition Artelier, Frankfurt am Main 1994: 18. Grafikbiennale Zagreb, Umjetnicki Paviljon, Zagreb 1995: Limited. Editionen der Galerie und Edition Artelier, Palais Liechtenstein, Feldkirch 1996: Österreichblickpunkte, Galerie Fortlaan 17, Gent 1998: Kunst ohne Unikat. Edition Artelier, Steirischer Herbst 98 1999: 7/6, Living Art Museum, Reykjavik, Island // Neue Galerie, Linz 2000: Art Frankfurt // Art Brüssel // Waldmüller, Schiele, Rainer. Meisterwerke des Niederösterreichischen Landesmuseums vom Biedermeier bis zur Gegenwart, Kunsthalle Krems 2002: Neue Zeichnungen, Galerie Goldener Engl, Hall/Tirol; Galerie Brunnhofer, Linz // Art Vienna, MAK 2004: Neue Wilde – Eine Entwicklung, Sammlung Essl, Klosterneuburg // Brandl, Damisch, Danner, Scheibl, Zitko, Galerie Margund Lössl, Gmunden 2005: Farbe und Faktur. Reflexionen über Formprinzipien der russischen Avantgarde, mumok, Wien 2006: Spektrum Farbe, Kunst der Moderne, Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten 2007: Die Liebe zu den Objekten, Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten 2009: deogramme: Schrift – Bilder / Bilder – Schrift, Europäisches Kulturzentrum, Remagen 2010: Malerei: Prozess und Expansion. Von den 1950er Jahren bis heute, mumok, Wien // multiple matters, Künstlerhaus, Wien // Ich ist ein anderer. Die Kunst der Selbstdarstellung, Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten 2012: Josef Danner / Werner Reiterer, Galerie Gölles, Fürstenfeld // Lettra-Kraków 2012. Sign and Letter, Jagiellonian University, Kraków 2013: in.print.out – Grafik in/auswendig, Künstlerhaus Wien 2015: Selbstverständlich Malerei, Belvedere, Wien // Ballgasse 6 – Galerie Pakesch und die Kunstszene der 80er, Wien Museum 2016: Blaues Gold, Landesgalerie Burgenland, Eisenstadt // Experimentelle 19, Schloss Randegg, Deutschland 2017: Kontinuität und Brüche, Museum Liaunig, Neuhaus 2018: Absurd, but does not agree, Künstlerkollektiv ARGE einwandaufbruch, City Gallery of fine arts, Plovdiv, Bulgarien // Doppelleben - Bildende Künstler_innen machen Musik, mumok Wien POSTHUM - 2021: FAIR FOR ART VIENNA - Galerie Heimo Bachlechner, Wien

Plakatprojekte im öffentlichen Raum 1996–99: Neun Plakatserien im Regierungsviertel St. Pöltner Landhausviertel, Niederösterreich 2003: Woher kommen wir, wohin gehen wir, wer bezahlt unsere Fixkosten?, Plakatprojekt in Niederösterreich 2007: Feuer/Erde, Plakatprojekt im Rahmen der Niederösterreichischen Landesausstellung 2009: Haydn 09, Plakatprojekt anlässlich des Haydn-Jahres 2009, Burgenland, Niederösterreich, Wien. 2013: GELD MACHT SICHT BAR, europäisches Plakatkunstprojekt von Josef Danner und Georg Lebzelter mit 12 internationalen Künstlerteams, Plakat von Josef Danner in Kollaboration mit Hüseyin Isik

Kunst am Bau Projekte 2010: Kirchenfenster St. Andrä, Graz 2014: Raiffeisen financial center, Eisenstadt 2019: NÖVOG Alpenbahnhof, St. Pölten, Kollaboration von Josef Danner und Heide Aufgewekt

Literatur (Auswahl) 1986: Hacken im Eis, Kunsthalle Bern, Museum moderner Kunst, Wien: Text: Wolfgang Drechsler, Ulrich Loock, Peter Weibel, Denys Zacharopoulos, Katalog // Zeichen und Gesten. Informelle Tendenzen in Österreich, Vereinigung bildender Künstler, Secession, Wien, Text: Otmar Rychlik, Kristian Sotriffer, Katalog 1988: Malermacht. Expression und Pathos in der neuen österreichischen Malerei, Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis, Bregenz, Text: Robert Fleck, Otmar Rychlik, ISBN 3-900873-01-1 // Balanceakte Niederösterreich. Neue Kunst aus Niederösterreich, Text: Wolfgang Denk, Wolfgang Hilger, Liese Prokop, Joachim Rössl, Günter Rombold, Katalog // Herbert Brandl, Josef Danner, Otto Zitko, Graphische Sammlung Albertina, Wien, Text: Franz Josef Czernin, Konrad Oberhuber, Ferdinand Schmatz, Katalog 1989: Josef Danner, herausgegeben von Galerie Joost Declerq, Gent, Katalog // Kunst der letzten 10 Jahre, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, ISBN 3-900776-03-2. 1991: Sensualité, Sensibilité, Purism. Aspects de l´art autrichien depuis 1980, Couvent des Cordeliers, Paris, Wien, Text: Wilfried Skreiner, Katalog 1992: Josef Danner, Schwarze Bilder 1989–92, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz, Fotos: Norbert Artner, Walter Kranl, Wolfgang Woessner, Text: Christian Kravagna, Wilfried Skreiner, Katalog 1996: Österreich Blickpunkte, Galerie Fortlaan 17, Gent, herausgegeben von Galerie Fortlaan 17, Text: Gunter Damisch, Josef Danner, Rainer Fuchs, Johannes Gachnang, Martin Hochleitner, Brigitte Huck, Micheline Lesaffre, Etienne Tallieu, Peter Weiermair, Katalog 2002: Kunst nach 1945. Meisterwerke aus dem Niederösterreichischen Landesmuseum, herausgegeben von Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten, Text: Carl Aigner, Markus Brüderlin, Alexandra Schantl, ISBN 3-85214-774-3. 2003: NEUE WILDE. Eine Entwicklung, herausgegeben von Sammlung Essl, Klosterneuburg, Text: Karlheinz Essl, Florian Steininger 2008: Die Liebe zu den Objekten. Aspekte zeitgenössischer Skulptur, Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten, herausgegeben von Alexandra Schantl, Text: Carl Aigner, Patricia Grzonka, Elisabeth von Samsonow, Alexandra Schantl, Springer Verlag, Wien / New York, ISBN 3-211-73219-5. 2010: Kunst ohne Unikat. Die Folge 1. Edition Artelier, Graz 1998–2010, herausgegeben von Ralph Schilcher und artelier collection, Graz, Text: Markus Mittringer, Ralph Schilcher, Peter Weibel, Katalog // multiple matters. Grafische Konzepte, herausgegeben von Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs, Künstlerhaus, Wien, Text: Joachim Lothar Gartner, Georg Lebzelter, Jan Pamula, Friedrich Scheele, Katalog // Ich ist ein Anderer. Die Kunst der Selbstdarstellung, Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten, herausgegeben von Alexandra Schantl, Text: Carl Aigner, Petra Noll, Alexandra Schantl, ISBN 978-3-902416-51-3 // Rassegna Internazionale „Carta Colore“. XII BIENNALE INTERGRAF ALPE-ADRIA, Landesgalerie Eisenstadt, Text: Gianfranco Ellero, Gerlinde Schrammel, Katalog 2012: Lettra-Krakow 2012. Sign and Letter, Jagiellonian Library, Kraków, herausgegeben von International Print Society in Kraków, Text: Andrzej Bednarczyk, Teresa B. Frodyma, Katalog 2013: In.print.out, herausgegeben von Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs, Künstlerhaus, Wien, Vorwort von Michael Pilz, Text: Georg Lebzelter, Jutta Moster-Hoos, Katalog // Inter-faces-Istanbul. International Print Triennial Kraków-Istanbul 2013, herausgegeben von Mimar Sinan Fine Arts University, Istanbul, Text: Yalcin Karayagiz, Caner Karavit, Monika Piorkowska, Marta Raczek-Karcz, Zekeriya Saribatur, Katalog