Das Critérium du Dauphiné 2023 war die 75. Austragung des französischen Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 4. bis 11. Juni im Rahmen von acht Etappen statt und war Teil der UCI WorldTour 2023.

Die Rundfahrt überschnitt sich mit der Tour de Suisse 2023, die ebenfalls als wichtiges Vorbereitungsrennen für die Tour de France gilt.

Den Gesamtsieg sicherte sich Jonas Vingegaard (Jumbo-Visma) mit einem Vorsprung von zwei Minuten und 32 Sekunden, was dem größten Zeitabstand seit dem Jahr 1993 entsprach. Die weiteren Podestplätze gingen an Adam Yates (UAE Team Emirates) und Ben O’Connor (AG2R Citroën), der einen Rückstand von zwei Minuten und 56 Sekunden aufwies. In der Punktewertung setzte sich Christophe Laporte (Jumbo-Visma) durch, während Giulio Ciccone (Trek-Segafredo) die Bergwertung gewann. Bester Nachwuchsfahrer wurde Carlos Rodríguez (Ineos Grenadiers), dessen Team sich in der Mannschaftswertung durchsetzte.

Streckenführung Insgesamt legten die Fahrer in den acht Etappen 1212,5 Kilometer zurück. Es standen vier hüglige Etappen, drei Bergetappen und ein flaches Einzelzeitfahren auf dem Programm. Die Rundfahrt begann im Département Puy-de-Dôme, wo die erste Etappe rund um den Lac Chambon ausgetragen wurde. Im Anschluss führte die Strecke über hügliges Terrain in Richtung Osten, wobei die Gemeinden La Chaise-Dieu und Le Coteau als Zielorte dienten. Die vierte Etappe wurde im Rahmen eines Einzelzeitfahrens ausgetragen, ehe die Strecke im Jura bei Salins-les-Bains ihren nördlichsten Punkt erreichte. Die letzten drei Etappen führten in die Alpen, wobei sich die Zielankünfte stets am Ende von Steigungen befanden. Die sechste Etappe endete in Crest-Voland, ehe sich das Ziel tags drauf auf dem Col de la Croix de Fer befand, der mit einer Höhe von 2067 Metern den höchsten Punkt der Rundfahrt markierte. Die abschließende achte Etappe führte von Le Pont-de-Claix über zahlreiche Anstiege nach Grenoble, wo sich das Ziel am Ende eines steilen Anstiegs beim Fort de la Bastille befand. EtappeDatumStreckeTypkm1So, 4. Juni 2023Chambon-sur-Lac – Chambon-sur-LacMittelgebirgsetappe1582Mo, 5. Juni 2023Brassac-les-Mines – La Chaise-DieuMittelgebirgsetappe167,33Di, 6. Juni 2023Monistrol-sur-Loire – Le CoteauMittelgebirgsetappe194,14Mi, 7. Juni 2023Cours – Belmont-de-la-LoireEinzelzeitfahren31,15Do, 8. Juni 2023Cormoranche-sur-Saône – Salins-les-BainsMittelgebirgsetappe191,16Fr, 9. Juni 2023Nantua – Crest-VolandHochgebirgsetappe170,27Sa, 10. Juni 2023Porte-de-Savoie – Col de la Croix de FerHochgebirgsetappe147,98So, 11. Juni 2023Le Pont-de-Claix – Grenoble (La Bastille)Hochgebirgsetappe152,8Gesamtdistanz:1212,5

Reglement Im Rahmen der 75. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (gelb), Punktewertung (grün), Bergwertung (blau mit weißen Punkten) und Nachwuchswertung (weiß) vergeben. Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Während der Etappen gab es die Möglichkeit Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die genaue Vergabe der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt: 1.2.3.4.5.6.7.8.9.10.PlatzPunktewertungZielankunft252220181614121086PunkteZwischensprint1064BergwertungHors Catégorie (HC)15121086543211. Kategorie10864212. Kategorie53213. Kategorie214. Kategorie1BonussekunundenZielankunft1064SekundenZwischensprint321

Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams starten auch 4 UCI ProTeams bei der Rundfahrt. Für jedes Team sind sieben Fahrer startberechtigt. Von den 154 Startern erreichten 116 das Ziel der letzten Etappe.

Als Favorit auf den Gesamtsieg galt der amtierende Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard (Jumbo-Visma). Weiters starteten mit Egan Bernal, Daniel Felipe Martínez, Carlos Rodríguez (alle Ineos Grenadiers), Enric Mas, Matteo Jorgenson (beide Movistar), Richard Carapaz, Esteban Chaves (beide EF Education-EasyPost), David Gaudu (Groupama-FDJ), Adam Yates (UAE Team Emirates), Mikel Landa, Jack Haig (beide Bahrain Victorious), Jai Hindley, Emanuel Buchmann (beide Bora-hansgrohe), Giulio Ciccone (Trek-Segafredo), Ben O’Connor (AG2R Citroën), Louis Meintjes (Intermarché-Circus-Wanty) und Guillaume Martin (Cofidis) weitere Rundfahrt-Spezialisten bei der 75. Austragung. Weitere interessante Fahrer waren der 20-jährige Max Poole (DSM) und Julian Alaphilippe (Soudal Quick-Step), die das Rennen ebenfalls in Angriff nahmen.

Mit Dylan Groenewegen (Jayco AlUla), Sam Bennett (Bora-hansgrohe) und Ethan Vernon (Soudal Quick-Step) starteten nur wenige Sprinter bei dem Rennen. Hinzu kamen mit Ethan Hayter (Ineos Grenadiers), Christophe Laporte (Jumbo-Visma), Matteo Trentin (UAE Team Emirates) und Andrea Bagioli (Soudal Quick-Step) weitere endschnelle Fahrer.

Im Zeitfahren galten neben den Gesamtklassement-Fahrern auch Ethan Hayter, Rémi Cavagna (Soudal Quick-Step) und Mikkel Bjerg (UAE Team Emirates) zu den Favoriten. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsACTGFCDSMIPTADCIGDJAYLDTASTICWTFSTENTBVTJVUADUXTBOHMOVCOFSOQEFEARK

Rennverlauf und Ergebnisse

Die erste Etappe endete in einem Sprint aus einer rund 40 Fahrer umfassenden Gruppe. Auf den letzten Metern wurde mit Rune Herregodts (Intermarché-Circus-Wanty) der letzte Fahrer der Ausreißergruppe gestellt. Im Zielsprint setzte sich Christophe Laporte (Jumbo-Visma) vor Matteo Trentin (UAE Team Emirates) durch und schlüpfte als erster Fahrer ins Gelbe Trikot. Aufgrund der Zeitbonifikationen liegt er nun vier Sekunden von Matteo Trentin und sechs Sekunden vor Rune Herregodts, der den Zielstrich als dritter überquerte. Die Etappe wurde maßgeblich vom einsetzenden Regen beeinflusst, der zu zahlreichen Stürzen führte. Unter anderen musste auch Ethan Hayter (Ineos Grenadiers) das Rennen nach zwei Stürzen aufgeben. Enric Mas (Movistar) und Mikel Landa (Bahrain Victorious) verloren 15 bzw. 22 Sekunden auf die anderen Gesamtklassement-Fahrer. Die zweite Etappe gewann Julian Alaphilippe (Soudal Quick-Step), der sich im Sprint nach einer hügligen Etappe vor Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) und Natnael Tesfatsion (Trek-Segafredo) durchsetzte. Christophe Laporte verteidigte mit Platz vier die Führung in der Gesamtwertung und lag nun zeitgleich mit Julian Alaphilippe auf der ersten Stelle. Dahinter folgte Richard Carapaz mit einem Rückstand von vier Sekunden, während die meisten anderen Gesamtwertungsfahrer einen Rückstand von 10 Sekunden aufwiesen. Die dritte Etappe endete ebenfalls in einem Massensprint, in dem sich der gesamtführende Christophe Laporte vor Sam Bennett (Bora-hansgrohe) und Dylan Groenewegen (Jayco AlUla) durchsetzte. Sowohl der Zweit- als auch Drittplatzierte wurden im Nachhinein zurückversetzt. Christophe Laporte sicherte sich auch beim ersten Zwischensprint die meisten Zeitbonifikationen vor Julian Alaphilippe und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 11 Sekunden aus.

Das Einzelzeitfahren der vierten Etappe gewann der Däne Mikkel Bjerg (UAE Team Emirates) mit einem Vorsprung von 14 Sekunden vor Jonas Vingegaard (Jumbo-Visma) und 27 Sekunden vor Rémi Cavagna (Soudal Quick-Step). Christophe Laporte erreichte das Ziel als 21. und musste mit einem Rückstand von einer Minute und 50 Sekunden das Gelbe Trikot an Mikkel Bjerg abgeben. Von den Gesamtklassement-Fahrern fuhren Ben O’Connor (AG2R Citroën) und Adam Yates (UAE Team Emirates) mit Rückständen von 41 bzw. 57 Sekunden die zweit- und drittschnellsten Zeiten. Daniel Felipe Martínez (Ineos Grenadiers), Jai Hindley (Bora-hansgrohe) und Jack Haig (Bahrain Victorious) verloren rund eine Minute auf Jonas Vingegaard, während Carlos Rodríguez, Egan Bernal (beide Ineos Grenadiers), David Gaudu (Groupama-FDJ), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) und Enric Mas rund zwei Minuten auf den Tour-de-France-Sieger des Jahres 2022 verloren. In der Gesamtwertung liegt Mikkel Bjerg nun 12 Sekunden vor Jonas Vingegaard und 34 Sekunden vor Fred Wright (Bahrain Victorious). Dahinter folgt Ben O’Connor mit einem Rückstand von 41 Sekunden, während Adam Yates als siebter als letzter Fahrer einen Rückstand von unter einer Minute aufweist.

Auf der fünften Etappe kam es zu den ersten Angriffen der Gesamtklassement-Fahrer. Zunächst stürzte der gesamtführende Mikkel Bjerg bei der Einfahrt in den Schlussanstieg der Côte de Thésy, ehe sich Richard Carapaz und Jonas Vingegaard vom Hauptfeld absetzten. Noch vor der Kuppe forcierte Jonas Vingegaard das Tempo erneut und absolvierte die letzten rund 15 Kilometer als Solist. Der Däne gewann die Etappe mit einem Vorsprung von 31 Sekunden vor Julian Alaphilippe und Tobias Halland Johannessen (Uno-X). Daniel Felipe Martínez, David Gaudu und Richard Carapaz erreichten das Ziel in einer weiteren abgehängten Gruppe und verloren noch mehr Zeit. Jonas Vingegaard übernahm das Gelbe Trikot und lag vor der ersten Alpenetappe eine Minute und 10 Sekunden vor Ben O’Connor und eine Minute und 23 Sekunden vor Julian Alaphilippe.

Auf der ersten Alpenetappe setzte sich Georg Zimmermann (Intermarché-Circus-Wanty) aus einer Ausreißergruppe durch. Jonas Vingegaard erreichte das Ziel gemeinsam mit den anderen Favoriten, wobei Carlos Rodríguez, Mikel Landa und David Gaudu weitere Sekunden auf den Gesamtführenden verloren. Die siebte Etappe gewann der gesamtführende Jonas Vingegaard, der im Schlussanstieg des Col de la Croix de Fer Angriff und sich mit einem Vorsprung von 41 Sekunden vor Adam Yates durchsetzte. Die weiteren Plätze gingen an Jai Hindley und Ben O’Connor, die rund eine Minute verloren. In der Gesamtwertung liegt Jonas Vingegaard nun zwei Minuten und elf Sekunden vor Adam Yates und zwei Minuten und 24 Sekunden vor Ben O’Connor. Jai Hindley liegt zwölf Sekunden hinter dem Podium auf dem vierten Rang.

In der Anfangsphase der achten und letzten Etappe bildete sich eine starke Ausreißergruppe, in der auch der gesamtsiebten Julian Alaphilippe und Giulio Ciccone (Trek-Segafredo) vertreten waren. Im Anstieg des Col de Porte setzte sich Giulio Ciccone von seinen Begleitern ab und bestritt die letzten rund 20 Kilometer als Solist, ehe er das Ziel bei der Bastille von Grenoble mit einem Vorsprung von 23 Sekunden erreichte. Im Hauptfeld wurde das Tempo ebenfalls im Anstieg des Col de Porte forciert und es bildete sich eine rund 10 Fahrer umfassende Gruppe, in der auch die ersten fünf der Gesamtwertung vertreten waren. Im kurzen, aber steilen Schlussanstieg zur Bastille erwies sich Jonas Vingegaard einmal mehr als stärkster Fahrer und erreichte das Ziel als zweiter, ehe ihm mit Abständen von rund zehn Sekunden Adam Yates und Ben O’Connor folgten. Schlussendlich gewann Jonas Vingegaard die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von zwei Minuten und 23 Sekunden vor Adam Yates. Ben O’Connor belegte den dritten Gesamtrang mit einem Rückstand von zwei Minuten und 56 Sekunden.

Etappe 1: Chambon-sur-Lac – Chambon-sur-Lac (158 km)

Die erste Etappe startete und endete in Chambon-sur-Lac am Ufer des Lac Chambon. Die Strecke führte über Saulzet-le-Froid nach Mont-Dore, wo mit der Côte du Mont-Dore (1159 m) nach 33,8 Kilometern die erste Bergwertung der 4. Kategorie abgenommen wurde. Kurz drauf folgte die Côte de La Stèle (1250 m), die ebenfalls als Anstieg der 4. Kategorie klassifiziert war. In Picherande wurde nach 59,9 Kilometern der einzige Zwischensprint ausgefahren, ehe die Fahrer wieder zum Zielort Chambon-sur-Lac gelangten, wo ein 23,2 Kilometer langer Rundkurs auf dem Programm stand, der dreimal befahren werden musste. Auf jeder Runde wurde mit der Côte du Rocher de l'Aigle (1191 m) ein weiterer Anstieg befahren, auf dem eine Bergwertung der 4. Kategorie abgenommen wurde. Der Anstieg war einen Kilometer lang und wies eine durchschnittliche Steigung von 7 % auf, wurde jedoch auf einem Plateau überquert, das auf einen längeren flacheren Anstieg folgte. Die letzten zehn Kilometer führten bergab zum Ziel. Ergebnis 1. Etappe