mini|Das weiße Haus, Villa P. Godeffroy, in Hamburg-Blankenese, Elbchaussee 547 Das Landhaus P. Godeffroy ist ein vom Architekten Christian Frederik Hansen entworfenes klassizistisches Landhaus an der Elbchaussee in Dockenhuden, Hamburg-Blankenese. Das Haus ist im Privatbesitz und wird heutzutage für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Geschichte und Ausstattung Peter Godeffroy ließ sich wie sein Bruder Jean Cesar Godeffroy von dem für die dänischen Landesteile Holstein und Altona/Elbe zuständigen Landbaumeister Christian Frederik Hansen ein repräsentatives Landhaus bauen. Dazu hatte er etwas weiter westlich des Mühlenberger Tals auf der Elbchaussee 547 von den Erben von Justizrat C. Matthiessen 1789 ein Grundstück erworben. Renata Klee-Gobert, Heinz Ramm: Landhaus P. Godeffroy, „Weißes Haus“. S. 226. Der Bau wurde 1790 begonnen und die Bauzeit betrug 2 Jahre.

Der breitgelagerte eineinhalbgeschossige Putzbau mit abschließendem Mezzaningeschoss steht auf einem Sandsteinsockel mit siebenachsiger Straßenfassade, die zwei einachsige, stark vorspringende Seitenrisalite aufweist. Die Elbfassade hat einen dreiachsigen Mitteltrakt und stark vorspringende zweiachsige Seitenrisalite sowie die Seitenfronten dreiachsige Mittelrisalite. Zur Straßen- und Elbseite befinden sich ionische Säulenportale. Die Villa hat ein niedriges kupfergedecktes Walmdach mit Attika.

Hansen richtete das Haus mit Gipsabgüssen antiker Statuen, Büsten, Vasen und Basreliefs aus dem antiken Rom ein, unter ihnen eine Venusstatue, die ursprünglich für das Marmorpalais im Neuen Garten in Potsdam bestimmt war. Die Ausstattung stammte aus einer in Rom für den preußischen Hof in Berlin beschafften Ladung, mit der das Transportschiff auf der Elbe vor Blankenese Schiffbruch erlitten hatteErinnerungen an Hamburg aus den Papieren des armen Mannes von Gutbronn, Karl Tauchnitz, Leipzig 1803, S. 27. Zitiert nach: Annalen der Hamburgischen Litteratur. In: Hamburg und Altona, 4. Jg., 2. Bd., Herman Nestler, Hamburg 1805, S. 164, und die Hansen aus der Versicherungsmasse des gestrandeten Schiffes hatte erwerben können.Friedrich Johann Lorenz Meyer: Skizzen zu einem Gemälde von Hamburg, Bd. 1, Fried. Herm. Nestler, Hamburg, 1801, S. 318 Einige Räume haben Tapeten von Jean Baptiste Réveillon (1725–1789), einem der bekanntesten Vertreter der französischen Tapetenmanufakturen. Die Baukosten betrugen 20.000 Reichstaler.Kurt Detlev Möller: Hamburg im Spiegel der Tagebücher des holsteinischen Kammerherrn August v. Hennings 1796, 1798, 1801. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte, Band 42, 1953, Seite 47. „Herr Peter Godefroi, Dockenhuden, versichert, daß ihm sein Haus nur 20 000 Reichsthaler gekostet hat.“ (Diese Angabe wurde im Vergleich zu den Kosten des Hauses für Caspar Voght genannt, das um das Fünffache teurer war.)

Garten Der französische Landschaftsgärtner Daniel Louis Jacques schuf einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild. Später nahm er anstelle seines französischen Nachnamens Jacques den deutschen Jacob an.Jacob ist Gründer und Namensgeber des Hotel Louis C. Jacob

Laut einer Anzeige, in der der Verkauf der Besitzung im Auftrag der Testamentsvollstrecker für Ende Mai 1823 angekündigt wurde, gehörten dazu u. a. Treibhäuser (Treibereien), eine Orangerie sowie zwei Bauhöfe.Im Laufe des nächsten May-Monats … In: Staats- und Gelehrten-Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. 11. April 1823, S.

Spätere Eigentümer Nach dem Tod von Peter Godeffroy erwarb der Kaufmann Johann Ludwig Thierry, der mit dessen Tochter Charlotte verheiratet war, das Haus und Teile des Besitzes in einer Auktion. Charlotte Thierry bewohnte das Haus bis an ihr Lebensende im März 1880. Es blieb bis zum Tode von Wilhelm von Godeffroy 1904 in der Familie, der das Haus fast nie bewohnte.Hamburger Persönlichkeiten Anschließend kam es in den Besitz von Heinrich Friedrich Kirsten, 1920 an Karl Sieveking und schließlich 1934 an John T. Essberger.

Essberger ließ das Haus in seinen Originalzustand zurückversetzen. Später übernahm es seine Tochter Liselotte von Rantzau-Essberger und dann deren Sohn Eberhart von Rantzau. Das Haus wird heutzutage für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Ansichten und Pläne

Architekturzeichnungen aus der National Dänische Kunstbibliothek (Danmarks Kunstbiliotek): Tyskland, Hamburg, Blankenese, Elbchaussee 547, Peter Godeffroy’s Hus (online1, online2, online3)

Literatur Paul Th. Hoffmann: Die Blankeneser Parks. In: Zeitschrift für Literatur und Wissenschaft. (Beilage) Hamburger Nachrichten. 29. Oktober 1933, S. 10, Digitalisat

Weblinks

hamburg.de: Landhaus P. Godeffroy

Einzelnachweise

Kategorie:Villa in Hamburg Kategorie:Kulturdenkmal in Hamburg-Blankenese Kategorie:Elbchaussee Kategorie:Godeffroy (Familie) Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Hamburg Kategorie:Erbaut in den 1790er Jahren