Das Amt Romrod war ein Amt der Landgrafschaft und zuletzt des Großherzogtums Hessen.
Funktion In Mittelalter und Früher Neuzeit waren Ämter eine Ebene zwischen den Gemeinden und der Landesherrschaft. Die Funktionen von Verwaltung und Rechtsprechung waren hier nicht getrennt. Dem Amt stand ein Amtmann vor, der von der Landesherrschaft eingesetzt wurde.
Geschichte Das Amt Romrod gehörte zum Altbestand der Landgrafschaft Hessen. Nach den hessischen Landesteilungen des 16. und 17. Jahrhunderts gelangte es 1648 mit dem Westfälischen Frieden endgültig zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die dann 1806 zum Großherzogtum Hessen wurde. Hier lag das Amt in der Provinz Oberhessen.
Das Amt Romrod war – zumindest zeitweise – Teil des Oberamtes Alsfeld. Bei der Auflösung des Amtes Romrod 1821 wird es aber gleichwertig neben und unabhängig vom Amt Alsfeld genannt.
Ab 1820 kam es im Großherzogtum zu Verwaltungsreformen. 1821 wurden auch auf unterer Ebene Justiz und Verwaltung getrennt und alle Ämter aufgelöst. Für die bisher in den Ämtern wahrgenommenen Verwaltungsaufgaben wurden Landratsbezirke geschaffen, für die erstinstanzliche Rechtsprechung Landgerichte.
Der Bestand des ehemaligen Amtes Romrod wurde hinsichtlich der Verwaltungsangelegenheiten auf die Landratsbezirke Romrod Zum Landratsbezirk Romrod kamen: Hergersdorf, Hopfgarten, Liederbach, Melchiorsgrund, Nieder-Breidenbach, Ober-Breidenbach, Oberrod, Ober-Sorg, Romrod, Strebendorf, Unter-Sorg und Vadenrod. und Kirtorf Zum Landratsbezirk Kirtorf kamen: Angenrod, Billertshausen, Gleimenhain, Heimertshausen, Kirtorf, Leusel und Zell verteilt, hinsichtlich der Rechtsprechung auf die Landgerichte Homberg an der OhmHess. RB 1821 Nr. 33 S. 414, nämlich Angenrod, Billertshausen, Gleimenhain, Heimertshausen, Kirtorf, Leusel und Zell. und Alsfeld.Hess. RB 1821 Nr. 33 S. 414, nämlich Hergersdorf, Hopfgarten, Liederbach, Melchiorsgrund, Nieder-Breidenbach, Ober-Breidenbach, Oberrod, Ober-Sorg, Romrod, Strebendorf, Unter-Sorg und Vadenrod.
Bestandteile Folgende Orte gehörten bei seiner Auflösung zum Amt Romrod: Angenrod Billertshausen Gethürms Ewald, S. 52, vermerkt hier: „Kirche“. Sie stand zwischen Angenrotd und Billertshausen (Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 28f ()). GleimenhainNicht bei LAGIS erwähnt, jedoch explizit in: Heimertshausen Hergersdorf Hopfgarten Kirtorf Leusel Liederbach Melchiorsgrund (Gehöftgruppe bei Hopfgarten) Nieder-Breidenbach Ober-Breidenbach Oberrod (im 19. Jahrhundert wüst gefallen), Gemarkung Liederbach Ober-Sorg Romrod Strebendorf Unter-Sorg Vadenrod Zell
Das Gebiet des Amtes Romrod befand sich im Bereich der Gemarkungen der heutigen Gemeinden Alsfeld, Kirtorf, Romrod und Schwalmtal.
Recht Im Amt Romrod galt das Gemeine Recht. Es behielt seine Geltung im gesamten 19. Jahrhundert Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 111. und wurde erst zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.
Literatur L. Ewald: Beiträge zur Landeskunde. In: Grossherzogliche Centralstelle für die Landes-Statistik (Hg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Jonghaus, Darmstadt 1862.
Anmerkungen
Einzelnachweise
Romrod Romrod Kategorie:Geschichte (Vogelsbergkreis) Kategorie:Alsfeld Kategorie:Kirtorf Kategorie:Romrod Kategorie:Schwalmtal (Hessen) Kategorie:Aufgelöst 1821