mini|Der Mauracher-Hof in Gries-Bozen mini|Mittelalterliches Rundbogenportal des Mauracher-Hofs mit neuzeitlichem Türblatt Das Hofensemble Mauracher ist ein historisch bedeutsames, malerisch wirkendes Baudenkmal im Ortsteil Sand von Gries-Quirein, einem Stadtteil von Bozen in Südtirol. Es grenzt unmittelbar nördlich an Burg Treuenstein an.
Die im Kern hochmittelalterliche Hofanlage ist am Rafensteiner Weg (Nr. 1–3) gelegen und verdankt ihr heutiges Erscheinungsbild Architekturelementen des 16. Jahrhunderts wie einem Viereckerker auf Kragsteinen im ersten Stock, einem rundbogigen Eingang und insbesondere einem vorkragenden Gebäudeteil auf Rundbögen.
Der ältere Name des Hofes war Rorer bzw. (Ober-)Rorer am Fagen, erst 1664 beginnt sich mit dem Besitzer Andre Mauracher der jüngere Name durchzusetzen.Josef Tarneller: Die Burg-, Hof- und Flurnamen in der Marktgemeinde Gries bei Bozen (= Schlern-Schriften. Band 6). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1924, S. 17, Nr. 3. Um 1327 ist ein Ulricus dictus Rorer dem oberbayerischen Prämonstratenserstift Schäftlarn grundzinspflichtig. Noch 1435 ist mit Elssen im Rör bzw. Elsen im Ror (Elisabeth Rorer) der ältere Hofname in den Grieser Kirchpropstrechnungen bezeugt.Hannes Obermair, Volker Stamm: Zur Ökonomie einer ländlichen Pfarrgemeinde im Spätmittelalter. Das Rechnungsbuch der Marienpfarrkirche Gries (Bozen) von 1422 bis 1440 (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs. Band 33). Bozen: Athesia 2011. ISBN 978-88-8266-381-0, S. 86, Nr. 648, und S. 103, Nr. 975.
Das Hofensemble wurde aufgrund seiner historisch-baugeschichtlichen Bedeutung 1951 und 1955 unter Denkmalschutz gestellt. Das Hausarchiv des Hofs (1894–1958, 5 Kartons) wird am Südtiroler Landesarchiv verwahrt.Philipp Tolloi: Bäuerliche Archive (Privatarchive) in Südtirol aus der Sicht des Südtiroler Landesarchivs. In: Andreas Oberhofer, Brigitte Strauß (Hrsg.): Bäuerliche Archive in Tirol. Perspektiven der Dokumentation, Erforschung und Erhaltung (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs. Band 54). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2025, ISBN 978-3-7030-6664-1, S. 55–74, hier: S. 69.
2006 hat eine eigens hierfür gegründete Stiftung, die nach ihrer Namens- und Kapitalgeberin Dr. Viktoria Schulz-Steinkeller (München 1906 – Bozen 2005) benannte Steinkeller-Stiftung, den Mauracherhof restaurieren lassen und ein zur Erhaltung und Bewahrung historischer Bausubstanz ländlicher Wohngebäude bestimmtes Förderprogramm aufgelegt.
Literatur
Weblinks
Webseite der Steinkeller-Stiftung
Einzelnachweise
Kategorie:Baudenkmal in Bozen Kategorie:Bauwerk in Bozen Kategorie:Gehöft in Südtirol Kategorie:Baugruppe (Städtebau) in Europa