mini|270px|Jacobello da Fiore: Der Erzengel Gabriel (rechter Flügel des Gerechtigkeits-Triptychons), 1421, Accademia, Venedig

Jacobello del Fiore (auch Jacometto del Fiore oder de Flore; nachgewiesen ab 1400 – 1439)Colum Hourihane (Hrsg.): Jacobello del Fiore, in: The Grove Encyclopedia of Medieval Art and Architecture, Band 2, S. 447–449, hier 447; online als Google-Book (englisch); gesehen am 2. Mai 2020.Jacobello del Fiore, in: Lexikon der Kunst, Bd. 6, Karl Müller Verlag, Erlangen, S. 217 f war ein italienischer Maler der Spätgotik aus der venezianischen Schule.

Leben Sein Vater war der Maler Francesco del Fiore (nachgewiesen 1436–1534).Georg Kaspar Nagler: Fiore, Francesco del und Fiore, Jacobello oder Jacometto del, in: Neues allgemeines Künstler-Lexikon …, München, 1836, S. 340, online als „Google-Book“ (gesehen am 2. Mai 2020)

Erste Erwähnung findet Jacobello 1401 bei Arbeiten für die Kirche San Cassiano in Pesaro.Georg Kaspar Nagler: Fiore, Jacobello oder Jacometto del, in: Neues allgemeines Künstler-Lexikon …, München, 1836, S. 340, online als „Google-Book“ (gesehen am 28. März 2020) Für Montegranaro bei Pesaro schuf er 1407 ein Triptychon mit Gnadenmadonna. Auch 1409 malte er einen Altar für Pesaro, möglicherweise das Polyptychon der Kirche San Francesco (heute Museo Civico, Pesaro). mini|links|hochkant=0.7|Madonna mit Kind, 57 × 39 cm, Museo Correr, Venedig (um 1410 ?) Zwischen 1409 und 1415 gehörte er wahrscheinlich zusammen mit Gentile da Fabriano, Michelino da Besozzo und Pisanello zu den Künstlern, die die Sala del Maggior Consiglio des Dogenpalastes mit seinerzeit berühmten Fresken ausschmückten, die jedoch 1577 bei einem Brand zerstört und danach durch Gemälde von Tintoretto, Veronese u. a. ersetzt wurden.Sandro Sponza: Die venezianische Malerei im 14. Jahrhundert, in: Giandomenico Romanelli (Hrsg.): Venedig – Kunst und Architektur, Bd. 1, Könemann, Köln, 1997, S. 176–201, hier: 196 ff Wahrscheinlich war Jacobello der „Hofmaler“ der Dogen.Sandro Sponza: Die venezianische Malerei im 14. Jahrhundert, in: Giandomenico Romanelli (Hrsg.): Venedig – Kunst und Architektur, Bd. 1, Könemann, Köln, 1997, S. 176–201, hier: 197 Am 11. Januar 1412 wurde sein jährliches Gehalt von 100 Dukaten aus Kriegsgründen um die Hälfte reduziert. 1415 malte er für den Dogenpalast den berühmten Löwen von San Marco.Er hängt heute in der Sala Grimani. Siehe: Der Dogenpalast von Venedig, Musei Civici Veneziani/Mondadori Electa, 2004, S. 63 f.

Eines seiner bekanntesten Werke ist die Justitia zwischen den Erzengeln Michael und Gabriel (Accademia, Venedig), die laut Ridolfi (1648) ursprünglich das Datum des 23. November 1421 trug und für den Magistrato del Proprio (einen zivilen Gerichtshof Venedigs) bestimmt war. Die Tafel der Justitia ist reich mit goldener pastiglia verziert und hatte Einfluss auf das Werk anderer Künstler wie Michele Giambono.Colum Hourihane (Hrsg.): Jacobello del Fiore, in: The Grove Encyclopedia of Medieval Art and Architecture, Band 2, S. 447–449, hier 448; online als Google-Book (englisch); gesehen am 2. Mai 2020.

mini|hochkant|Martyrium der Hl. Lucia, Museo Civico, Fermo

Als Meisterwerk Jacobellos gelten die Legenden der hl. Lucia für die Kirche Santa Lucia in Fermo (heute in der Pinacoteca Communale, Fermo). Werke Jacobellos, die nachweislich nach 1421 entstanden sind, existieren nicht mehr. Bei der Gnadenmadonna in der Accademia von Venedig sind Signatur und Datum „1436“ falsch.

Jacobello hatte einen Adoptivsohn namens Ercole del Fiore, der auch Maler und wahrscheinlich Mitarbeiter in seiner Werkstatt war. Er könnte der Urheber einiger schwächerer Werke sein, die früher Jacobello zugeschrieben wurden, darunter eine Krönung Mariä (oder Paradies) von 1432 für den Dom von Ceneda (heute Accademia, Venedig).

Jacobello del Fiore starb 1439.

Werk

Jacobello war einer der bedeutendsten venezianischen Maler seiner Zeit, zusammen mit Niccolò di Pietro und Zanino di Pietro. Sein Werk steht in der Nachfolge von Paolo Veneziano und Lorenzo Veneziano und im Übergang von byzantinischen Vorbildern zur Spätgotik. In seiner verfeinerten Kunst zeigt er auch große erzählerische Fähigkeiten, und er beeinflusste Michele Giambono und Antonio Vivarini.

Literatur Jacobello del Fiore, Artikel in: Lexikon der Kunst, Bd. 6, Karl Müller Verlag, Erlangen, S. 217 f Colum Hourihane (Hrsg.): Jacobello del Fiore, in: The Grove Encyclopedia of Medieval Art and Architecture, Band 2, S. 447–449, online als Google-Book (englisch; gesehen am 2. Mai 2020) Georg Kaspar Nagler: Fiore, Francesco del und Fiore, Jacobello oder Jacometto del, in: Neues allgemeines Künstler-Lexikon …, München, 1836, S. 340, online als „Google-Book“ (gesehen am 28. März 2020)

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Person (Republik Venedig) Kategorie:Maler (Venedig) Kategorie:Hofmaler (Venedig) Kategorie:Gotische Malerei Kategorie:Geboren im 14. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 15. Jahrhundert Kategorie:Mann