miniatur|Karl Markovics, 2017 miniatur|Karl Markovics und Stefan Ruzowitzky, 2009 Karl Markovics (* 29. August 1963 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Die Hauptrolle im Film Die Fälscher aus dem Jahr 2007 gilt als sein größter internationaler Erfolg.

Leben und Wirken Markovics wurde als Sohn der Verkäuferin Edith Margarete und deren Mann, des Busfahrers Karl Markovics, in Wien geboren. Er wollte keinen bürgerlichen Beruf ergreifen, sondern zum Theater, wofür die Eltern Verständnis zeigten, scheiterte jedoch bei der Aufnahmeprüfung für das Max-Reinhardt-Seminar. Davon ließ er sich allerdings nicht beirren und begann 1982 am Serapionstheater Wien zu spielen;Isabella Reicher: Kopf des Tages: Karl Markovics In: Der Standard, Print-Ausgabe, 26. Februar 2008, abgerufen am 7. Jänner 2012. 1987 wechselte er zum Wiener Ensemble.

Die erste Filmrolle übernahm Markovics 1991 in dem Kinofilm Hund und Katz von Michael Sturminger. 1993 spielte er den Kirchingerwirt in Paul Harathers tragikomischem Roadmovie Indien. Einem breiteren Publikum wurde er als Bezirksinspektor Stockinger, zunächst in der österreichischen Krimiserie Kommissar Rex, danach in der Spin-off-Serie Stockinger bekannt. Es folgten weitere Filmrollen, unter anderem in Hinterholz 8, Late Show und – als Hauptdarsteller neben Julia Stemberger – in Geboren in Absurdistan sowie in Komm, süßer Tod.

In den folgenden Jahren spielte Markovics in zahlreichen Fernseh- und Theaterproduktionen, unter anderem am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volkstheater, wo er 2005 mit Eugène Ionescos Die kahle Sängerin auch erstmals selbst ein Stück inszenierte. 2008 sah man ihn in der zweiteiligen Fernsehproduktion Die Gustloff unter der Regie von Joseph Vilsmaier neben Michael Mendl, Heiner Lauterbach, Francis Fulton-Smith und Dana Vávrová die Hauptrolle des U-Boot-Korvettenkapitäns Petri.

Die Hauptrolle des Salomon Sorowitsch in Stefan Ruzowitzkys Film Die Fälscher, der bei der 80. Oscarverleihung als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde, ist bis heute Markovics’ größter internationaler Erfolg. 2009 war er zusammen mit anderen österreichischen Filmschaffenden Mitbegründer der Akademie des Österreichischen Films.

2011 gab er mit dem Spielfilm Atmen sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor. Die Produktion mit Thomas Schubert in der Hauptrolle wurde in die Reihe Quinzaine des réalisateurs der 64. Filmfestspiele von Cannes eingeladen und dort mit dem Prix Europa Cinemas Label sowie 2012 in sechs Kategorien mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet.

2011 spielte er auch in dem Kinofilm Süskind des niederländischen Regisseurs Rudolf van den Berg. Darin verkörperte er Ferdinand aus der Fünten, der als SS-Hauptsturmführer während des Zweiten Weltkriegs für die Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam verantwortlich war.Westfälische Wilhelms-Universität/Cornelia Ganitta: Niederländischer Film – Jenseits von Gut und Böse: Widerstand im niederländischen Film

Im Spielfilm Die Geliebte des Teufels des tschechischen Regisseurs Filip Renč über das Leben der umstrittenen tschechischen Schauspieldiva Lída Baarová spielt Markovics die Hauptrolle, Baarovas Geliebten Joseph Goebbels. Der Film wurde von April bis Juni 2015 überwiegend in Tschechien gedreht und feierte seine Weltpremiere im Jänner 2016 in Prag.Trailer zum Film Die Geliebte des Teufels Bei den Bregenzer Festspielen 2018 inszenierte er die Uraufführung der Oper Das Jagdgewehr des Komponisten Thomas Larcher und gab damit sein Debüt als Opernregisseur.. Abgerufen am 16. August 2018.Salzburger Nachrichten: Opern-Debüt: Karl Markovics und das "komplexe Klangszenario". Artikel vom 29. Juni 2018, abgerufen am 16. August 2018.

Im Sommer 2023 stand er als Sigmund Freud in der Villa Wartholz für die Universum-History-Folge Verbotenes Begehren – Meilensteine queerer Geschichte vor der Kamera, in der Margarethe „Gretl“ Csonka, dargestellt von Christina Cervenka, wegen ihrer lesbischen Neigungen zu Freud geschickt wurde.

Markovics ist mit der Theater- und Filmschauspielerin Stephanie Taussig (* 1967) verheiratet und Adoptivvater zweier Kinder. Er wohnt in der Nähe von Wien.

Filmografie (Auswahl) Fernsehfilme und -serien

Kinofilme

Als Regisseur und Drehbuchautor mini|Karl Markovics mit Ulrike Beimpold bei der Wien-Premiere von Superwelt (2015) 2011: Atmen 2015: Superwelt 2019: Nobadi 2019: Landkrimi – Das letzte Problem (Regie) 2023: Landkrimi – Das Schweigen der Esel

Theaterengagements 1992/1993: Einen Jux will er sich machen – In der Rolle des August Sonders. Volkstheater 1999/2000: Lumpazivagabundus – In der Rolle des Zwirn. Volkstheater 2004/2005: Hunt oder der totale Februar – Theater im Hausruck 2006: Mein Nestroy – Theater in der Josefstadt 2006: A Midsummer Night's Dream – Volksoper Wien 2008: Die Fledermaus – In der Rolle des Frosch – Operette von Johann Strauss – Opernhaus Zürich 2008: Mein Kampf – Theater in der Josefstadt 2010: Alpenkönig und Menschenfeind – Sommerarena Baden 2018: Das Jagdgewehr – Bregenzer Festspiele – Uraufführung der Oper von Thomas Larcher, Libretto Friederike Gösweiner seit 2024: My Fair Lady – Volksoper Wien

Auszeichnungen 2007: Semana Internacional de Cine de Valladolid als Bester Schauspieler (in Die Fälscher) 2007: Middle East International Film Festival, Abu Dhabi, Black Pearl als Bester Schauspieler (in Die Fälscher)Middle East International Film Festival – Abu Dhabi: (PDF), 19. Oktober 2007 2007: Romy in der Kategorie Beliebtester Schauspieler 2008: Romy in der Kategorie Beliebtester Schauspieler 2008: Diagonale – Großer Diagonale-Schauspielpreis für herausragende Leistungen (in Die Fälscher) 2008: Emmy Awards – Nominierung als Bester Schauspieler in einem ausländischen Fernsehfilm (in Franz Fuchs – Ein Patriot) 2010: Nestroy-Ring, verliehen im Lehártheater, Bad Ischl, am 25. Mai (Johann Nestroys Todestag)Neues Volksblatt: Das Streben nach Wahrhaftigkeit. (…) Nestroy-Ring der Stadt Bad Ischl an Karl Markovics. Printausgabe, 27. Mai 2010, abgerufen am 2. Juni 2010, 18. Mai 2010, abgerufen am 2. Juni 2010 2011: Prix Europa Cinemas Label bei den 64. Filmfestspielen von Cannes für Atmen 2011: Hauptpreis beim Sarajevo Film Festival für Atmen 2011: Hauptpreis in der Kategorie Film des 35. São Paulo International Film Festivals für AtmenSão Paulo International Film Festival 2011: Prêmio do júri 2012: Österreichischer Filmpreis für Atmen (Beste Regie, Bestes Drehbuch) 2012: Preis der Saarland Film GmbH des Günter Rohrbach Filmpreises für Atmen 2014: 1. Wolfgang Swoboda Preis für Menschlichkeit der Vereinigung Österreichischer Staatsanwältinnen und Staatsanwälte für den Film „Atmen“ 2016: Schauspieler des Jahres beim ORF Hörspielpreis 2016: Der norwegische Amanda (Filmpreis) für die beste männliche Nebenrolle des Kongens Nei 2017: Deutscher Schauspielpreis – Bester Schauspieler in einer Hauptrolle für Polizeiruf 110: Und vergib uns unsere Schuld. Abgerufen am 23. September 2017. 2019: Österreichischer Musiktheaterpreis in der Kategorie Beste Regie für Das Jagdgewehr bei den Bregenzer Festspielen

Weblinks

Interview mit Karl Markovics auf uncut.at – Berlinale 2007 Interview mit Karl Markovics und Stefan Ruzowitzky zu „Die Fälscher“ 2007

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Film, Wien) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Mitglied der Akademie des Österreichischen Films Kategorie:Träger des Österreichischen Filmpreises Kategorie:Romy-Preisträger Kategorie:Johann-Nestroy-Ringträger der Stadt Bad Ischl Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Mann