mini|Von SARS-CoV-2-Infektionen im März 2020 betroffene Municipios in Portugal

Die COVID-19-Pandemie in Portugal ist ein Teilgeschehen der weltweiten COVID-19-Pandemie. Ursache ist das Ende 2019 neu aufgetretene SARS-CoV-2-Virus. Am 2. März 2020 wurde in Portugal die erste COVID-19-Erkrankung registriert. 2020 grassierte weltweit der Wildtyp. In der zweiten Septemberwoche 2020 wurden 32 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert.FAZ.net vom 14. September 2020: Portugal in Sorgesiehe auch https://www.auswaertiges-amt.de Bis dahin galt Portugal als ein Land, das die Epidemie vergleichsweise gut im Griff hatte. Portugal bekam die steigenden Zahlen im Herbst zunächst wieder unter Kontrolle. Dann verbreitete sich dort die ansteckendere Alpha-Variante; von Weihnachten 2020 bis Ende Januar 2021 stieg die Zahl der Neuinfektionen sehr stark an (Inzidenzquote bis zu 900). Portugal führte deshalb im Januar 2021 einen strengen Lockdown mit geschlossenen Läden und Homeoffice-Pflicht ein. Im Februar 2021 sank die Zahl der Neuinfektionen stark., fortlaufend aktualisierte Grafiken auf der Website der portugiesischen Gesundheitsbehörde DGS, abgerufen am 3. Februar 2021 Am 4. Januar 2021 begann in Portugal die Impfkampagne gegen SARS-CoV-2. Mitte März begannen schrittweise Lockerungen. Die Inzidenzquote fiel auf 30 (Stand Anfang April).tagesschau.de vom 5. April 2021: Portugal lockert Corona-Auflagen

Am Wochenende 19./20. Juni gab es einen Lockdown im Großraum Lissabon, um die Delta-Variante zu bremsen. Der nationale Gesundheitsdienst INSA teilte mit, schon über 60 Prozent aller Neuinfektionen dort seien Delta-Infektionen. Der Lockdown wurde aufgehoben, weil die Delta-Variante nicht mehr zu stoppen war.FAZ.net vom 22. Juni 2021: „Es ist klar, dass Delta überall zur dominanten Variante wird“

Portugal war Mitte September 2021 das Land mit der weltweit höchsten Impfquote (Anteil vollständig Geimpfter an der Gesamtbevölkerung) und das Land mit den zweitmeisten verabreichten Impfungen gegen Covid-19 (nach den Vereinigten Arabischen Emiraten).Statistiken auf Our world in data, abgerufen am 15. September 2021. Siehe auch SARS-CoV-2-Impfstoff#Impfstatistik.

Im Dezember 2021 ist die Omikron-Variante dominierend geworden; die Regierung Costa rechnet damit, dass Omikron bis zum Jahresende 2021 einen Anteil von 90 Prozent an allen COVID-Infektionen haben wird. Am 24. Dezember 2021 wurden fast 13.000 Neuinfektionen registriert.faz.net vom 27. Dezember 2021: Hat das Virus mitgefeiert? In der ersten Dezemberwoche waren es durchschnittlich 3523 gewesen (→ #Statistik).

Das auswärtige Amt warnt seit dem 25. Dezember 2021 vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Portugal (einschließlich Azoren und Madeira).www.auswaertiges-amt.de, zuletzt abgerufen am 5. Februar 2022.

Portugal mildert die Corona-Maßnahmen für Reisende aus der EU seit dem 7. Februar 2022 ab. Wer mit einem in der EU anerkannten Nachweis über die vollständige Impfung zur Grenze kommt, braucht keinen zusätzlichen Test mehr absolviert haben. Die Einreise ohne Test nach Portugal ist auch dann möglich, wenn ein digitales EU-Zertifikat über eine nicht länger als sechs Monate zurückliegende Genesung von Covid-19 vorgelegt wird. Seit Anfang Dezember 2021 mussten Reisende ab zwölf Jahren wegen der grassierenden Omikron-Variante einen negativen Corona-Test vorweisen, auch wenn sie geimpft waren.FAZ.net: Meldung von 13:44

Seit März 2022 hat in Portugal die Variante BA.5 die Variante BA.2 weitgehend verdrängt. Laut Gesundheitsministerium verursacht BA.5 mehr als 80 Prozent aller neuen Fälle.Hans-Christian Rössler: Omikron-Subtyp breitet sich in Portugal aus, faz.net vom 31. Mai 2022.

Verlauf März 2020 Das Virus wurde erstmals festgestellt bei einem 60-jährigen portugiesischen Arzt, der in der italienischen Region Lombardei in Urlaub gewesen war, und bei einem Mann aus Nord-Portugal, der in der spanischen Stadt Valencia gewesen war. Im Distrikt Porto wurden die meisten Fälle registriert, hauptsächlich in den Städten Felgueiras und Lousada.

Bis zum 9. März gab es 31 positive Fälle. Die Regierung empfahl, Flüge zu verschieben sowie die vorübergehende Schließung regionaler Bildungseinrichtungen an den am stärksten betroffenen Orten. Später beschloss die Regierung härtere Maßnahmen, um die Quarantäne der Ortschaften zu erreichen. Der Präsident der Republik, Marcelo Rebelo de Sousa, beschloss, in seiner Residenz in Cascais eine freiwillige Quarantäne einzugehen, nachdem er mit einer Gruppe junger Menschen von einer Schule in Felgueiras Kontakt gehabt hatte, wo es einen positiven Fall gab. Obwohl die Tests negativ waren, blieb der Präsident in Quarantäne.

Besonders betroffen war die Stadt Ovar, wo am 12. März zunächst zwei bestätigte Fälle auftraten, ein 17-jähriges Mädchen und deren Mutter. Einen Tag später wurde in der lokalen Gesundheitsstation des staatlichen portugiesischen Gesundheitssystems ein weiterer Fall bekannt, woraufhin alle Mitarbeiter getestet wurden. Sieben von ihnen waren infiziert. Zeitgleich wurde auch beim Trainer des lokalen Fußballclubs Arada Atlético Clube eine Infektion festgestellt, der mit dem Bruder der 17-Jährigen Kontakt gehabt hatte. Daraufhin ließ der Bürgermeister von Ovar, Salvador Malheiro, umgehend alle öffentlichen Einrichtungen schließen, verhängte eine freiwillige Ausgangssperre und bat alle privaten Geschäfte und Einrichtungen, ebenfalls sofort zu schließen. Die Stadt wurde danach abgeriegelt, der Bahnhof von Ovar an der Strecke Linha do Norte nicht mehr angefahren, alle öffentlichen Dienstleistungen auf ein Minimum reduziert oder auf Telearbeit umgestellt, Mitarbeiter der lokalen Yazaki-Fabrik, wo die Eltern der 17-Jährigen arbeiten, wurden unter Quarantäne gestellt und auch ihre Schule und die ihres Bruders geschlossen. Trotzdem stieg die Zahl der Infizierten in Ovar bis zum 18. März auf 28 bestätigte Fälle und 12 noch unbestätigte Verdachtsfälle an. Daraufhin setzte der Bürgermeister einen Notfallplan mit rigorosen Quarantänemaßnahmen für den Kreis Ovar in Kraft. Der Fall von Ovar fand landesweites Interesse bei Medien und Öffentlichkeit.Presidente da Câmara Municipal de Ovar acionou plano de emergência do município - „Bürgermeister von Ovar aktiviert kommunalen Notfallplan“, Nachrichtenbeitrag vom 18. März 2020 des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders RTP, abgerufen am 21. März 2020Sete dos dez casos confirmados de Covid-19 em Ovar são profissionais de saúde - „Sieben der zehn bestätigten Covid-19-Fälle in Ovar sind Tätige in Gesundheitsberufen“, Artikel vom 13. März 2020 der Zeitung Jornal de Notícias, abgerufen am 21. März 2020

Bis zum 15. März wurden in Portugal 245 Infizierte registriert; drei Menschen galten als genesen. Am 20. März waren es 1020, davon fünf Genesene und sechs COVID-Tote. Drei der 1020 wurden auf den Azoren registriert und einer auf der Insel Madeira., PDF-Abruf beim Gesundheitsministerium Portugals, abgerufen am 21. März 2020

Am 29. März 2020 waren 5562 Infizierte registriert (davon 138 auf einer Intensivstation) und 120 COVID-Tote, darunter ein 14-jähriger Junge aus Ovar.

Am 30. März 2020 waren 6408 Infizierte registriert, davon 140 COVID-Tote und 43 Genesene.

Am 31. März 2020 waren 7443 Infizierte registriert, davon 160 COVID-Tote und 188 auf einer Intensivstation.

April und Mai 2020 Am 1. April 2020 waren 8251 Infizierte registriert, davon 187 COVID-Tote. Die landesweite Mortalitätsrate betrug 2,3 %, für Personen über 70 Jahren 9,1 %.

Am 2. April 2020, einen Monat nach den ersten beiden registrierten Corona-Fällen in Portugal, waren 9034 Infizierte registriert, davon 209 COVID-Tote und 68 Genesene.

Am 3. April 2020 waren 9886 Infizierte registriert, davon 246 COVID-Tote. In den Großräumen Porto und Lissabon wurden weiterhin die meisten Fälle registriert.Diário de Notícias: . Auf dieser Seite kann eine übersichtliche Infografik zur aktuellen Situation eingesehen werden (auf Portugiesisch).

Am 4. April waren 10.524 Infizierte registriert, davon 266 COVID-Tote und 75 Genesene.

Am 29. April meldete Portugal 24.505 Infizierte und 973 Tote. 1470 Menschen galten als geheilt. Sommer seit Juni 2020 In den Tagen vor dem 26. Juni stieg die Zahl der Neuinfektionen stark an, auf täglich 300 bis 400, was zu einer Einschränkung des Lebens (Lockdown) für 19 Viertel im Norden Lissabons sorgte: sie durften ab dem 1. Juli für zwei Wochen ihre Wohnungen nur zum Arbeiten oder Einkaufen verlassen. In Lissabon durften sich maximal 10 Personen versammeln, im übrigen Land maximal 20. Weiterhin galt landesweit Maskenpflicht in öffentlichen Räumen.

Die Lage blieb dabei insgesamt unter Kontrolle, trotz einem, wenn auch geringen, Tourismus. Am 24. August 2020 wurden nur noch 123 Neuinfektionen gemeldet, insgesamt zählte Portugal an dem Tag 13.039 Infizierte, 1801 Tote und 40.880 Genesene.

Herbst 2020 Im Herbst, insbesondere im Laufe des Oktobers, stiegen die Infektionszahlen dann. Im weiteren Verlauf dieser zweiten Welle stiegen die Infektionen, wie im Rest Europas, stark an, bis auf einen neuen Höchstwert von 7497 Neuinfektionen am 4. November 2020. Danach zeigten die zwischenzeitlich ergriffenen Maßnahmen erste Wirkungen, als man zu einem gemäßigten Lockdown zurückgekehrt war. So galt seit dem 28. Oktober landesweit für Personen ab 10 Jahren die Pflicht, auch im Freien eine Maske zu tragen, später durften Bewohner ihren Verwaltungskreis nur aus wichtigem Grund verlassen, etwa für Arbeitswege oder Lieferungen. Der Schulbetrieb lief jedoch weiter, ebenso blieben Restaurantbesuche oder kulturelle Veranstaltungen möglich, in engen zeitlichen Grenzen und räumlichen Auflagen.https://www.travelbook.de/news/corona-lage-portugal-maskenpflicht In der Folge sanken die Zahlen wieder und erreichten am 26. Dezember 2020 mit 1024 Neuinfektionen wieder einen deutlich geringeren Wert.

Winter 2020/21 Vermutlich durch familiäre Kontakte zu Weihnachten nahmen die Infektionen danach stark zu. Insbesondere durch Reisen zwischen Großbritannien und Portugal mit ihren großen gegenseitigen Gemeinden und den historisch engen britisch-portugiesischen Beziehungen gelangte zudem die hochansteckende Virus-Variante VOC-202012/01 aus England nach Portugal, wo sie seither zu explosionsartig steigenden Infektionszahlen führte. Portugal war mit 1215 in sieben Tagen Infizierten je 100.000 Einwohnern am 20. Januar 2021 das am drittstärksten betroffene Land in Europa, nach Irland (1444) und nach Tschechien (1362).Coronavirus-Mutation: Dramatische Lage in Portugal, Artikel vom 21. Januar auf www.tagesschau.de, abgerufen am 3. Februar 2021 Am 28. Januar 2021 erreichten die Neuinfektionen mit 16.432 einen Rekordwert. Portugal wurde als von einer Coronavirus-Mutation besonders stark betroffenes Land Objekt internationaler Berichterstattung.

Die Regierung rief einen erneuten Lockdown aus, bei dem alle Gastronomiebetriebe (bis auf Außer-Haus-Verkauf) und alle Läden bis auf Geschäfte des täglichen Bedarfs schließen mussten, Homeoffice wurde soweit möglich Pflicht, Schul-Präsenzunterricht weitgehend eingestellt, und alle durften ihre Wohnung weitgehend nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

Das Gesundheitssystem in Portugal stand vor dem Kollaps; Gesundheitsministerin Marta Temido bat Ende Januar auch Deutschland um Hilfe. Anfang Februar flog eine Maschine der Bundeswehr mit Personal und Material zur Unterstützung nach Portugal; das Personal arbeitete auf einer Corona-Station in Lissabon.FAZ.net vom 1. Februar 2021: Nach Hilfeersuchen: Bundeswehr hilft Portugal

Seit dem Höchststand vom 29. Januar 2021 (16.432 Neuinfektionen und 303 Tote) ist die Zahl der Infizierten und der COVID-Toten im Februar massiv zurückgegangen (691 Neuinfektionen und 38 Tote am 3. März 2021).

Sommer 2021