Die Salzburger Festspiele werden erstmals veranstaltet. 171px|Deckblatt der Noten des Popsongs Palesteena von J. Russel Robinson (Musik) und Con Conrad (Text) J. Russel Robinson und Con Conrad veröffentlichen den Popsong Palesteena. 179px|Das lila Lied (1920) im Verlag Karl Schultz. Illustration Albert Hahn jr. Das lila Lied ist die erste Hymne der Homosexuellen. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1920.
Ereignisse Festspiele und Kunstgruppierungen 30. April: Katherine S. Dreier, Man Ray und Marcel Duchamp gründen in New York City die Société Anonyme Inc. Die Gruppe organisiert zahlreiche Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und Symposien zum Modernismus und veröffentlicht darüber zahlreiche Publikationen. 22. August: Mit einer Aufführung des Jedermann von Hugo von Hofmannsthal auf dem Salzburger Domplatz mit Alexander Moissi und Johanna Terwin in den Hauptrollen beginnt die Geschichte der Salzburger Festspiele. Neben Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal ist die Etablierung der Salzburger Festspiele hauptsächlich dem Komponisten Richard Strauss, dem Dirigenten und Wiener Hofoperndirektors Franz Schalk und dem Bühnenbildner Alfred Roller zu verdanken.
Tonaufnahmen 15. Januar: Der Schallplattenproduzent Homocord bietet die erste Schallplatte mit Jazz in Deutschland an. Der aufgenommene Titel Tiger Rag, dargeboten von der Original Excentric Band, ist eher jazzuntypisch interpretiert. mini|Mamie Smith – Crazy Blues 10. August: Mamie Smith nimmt für Okeh Records den Titel Crazy Blues auf, der als erste Blues-Aufnahme eines schwarzen Künstlers zu einem Millionenseller wird.
Radio 2. November: In Philadelphia (Pennsylvania) startet das erste regelmäßige private Radioprogramm der Welt. Der kommerzielle Sender KDKA präsentiert Nachrichten, Musik und Unterhaltung. 22. Dezember: In Deutschland beginnen regelmäßige Rundfunksendungen durch den Sender Königs Wusterhausen.
Instrumentenbau 5. August: Leon Theremin führt sein Ätherophon – das erste benutzbare elektronische Musikinstrument und einzige Musikinstrument, das ohne körperliche Berührung gespielt wird – auf einer Moskauer Industriemesse erstmals öffentlich vor.
Uraufführungen Lied 21. September: Das Lied der Arbeiterbewegung Brüder, zur Sonne, zur Freiheit wird in Deutschland erstmals öffentlich gesungen.
Instrumentalmusik 12. Dezember: La Valse Poème chorégraphique pour Orchestre von Maurice Ravel wird als reines Orchesterwerk im Kreis von Sergei Djagilew, Igor Strawinski, Francis Poulenc und anderen uraufgeführt. Der Auftraggeber Djagilew lehnt das Stück ab, da es nicht wie von ihm beauftragt, ein Ballett, sondern das Porträt eines Balletts sei. Die Suite (Den Luciferiske) op. 45 von Carl Nielsen kommt heraus. Gewidmet ist das Werk Artur Schnabel. George Enescu vollendet sein Streichquartett Nr. 1 Es-Dur op. 22 Nr. 1
Vokalmusik Juhan Aavik: Kodumaa [Heimatland], Kantate für Bariton, gemischten Chor und Orchester, Text: Villem Ridala
Musiktheater 20. Januar: Die Uraufführung der Operette Das Hollandweibchen von Emmerich Kálmán findet mit Erfolg am Johann Strauß-Theater in Wien statt. Das Libretto stammt von Leo Stein und Bela Jenbach. 21. Januar: Die Uraufführung der Oper Der Schatzgräber von Franz Schreker findet an der Oper Frankfurt statt. Sie wird eine der meistgespielten zeitgenössischen Opern der Weimarer Republik. 12. Februar: Die Uraufführung der Operette Der letzte Walzer von Oscar Straus mit Fritzi Massary in der Hauptrolle erfolgt am Berliner Theater in Berlin. Das Libretto stammt von Julius Brammer und Alfred Grünwald. Nicht zuletzt durch das Können der weiblichen Hauptdarstellerin Fritzi Massary wird das Stück zum Erfolg. 23. Februar: Uraufführung der Oper Der Fremde von Hugo Kaun an der Staatsoper in Dresden 28. April: Uraufführung der heiteren Oper Schirin und Gertraude von Paul Graener mit dem Libretto von Ernst Hardt in Dresden 15. Mai: Uraufführung des Balletts Pulcinella von Igor Strawinsky mit dem Ballet Russes in der Opéra Garnier in Paris unter der Leitung von Ernest Ansermet. Kostüme und Bühnenbild sind von Pablo Picasso gestaltet. 28. Mai: Uraufführung der Operette Die blaue Mazur von Franz Lehár am Theater an der Wien in Wien 1. Juli: Uraufführung der Oper Die ersten Menschen von Rudi Stephan in Frankfurt am Main 3. September: Uraufführung der Operette Wenn Liebe erwacht von Eduard Künneke am Theater am Nollendorfplatz in Berlin. 4. Oktober: Uraufführung der Operette Der verjüngte Adola von Walter Kollo im Theater in der Kommandantenstraße, Berlin. 18. Oktober: Die Uraufführung der Operette Der Tanz ins Glück von Robert Stolz erfolgt am Komödienhaus in Wien. mini|Die tote Stadt, Originalnoten der Oper mit Widmung Korngolds 4. Dezember: Die Uraufführung der Oper Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold mit Texten von Paul Schott, einem Pseudonym, unter dem Julius Korngold, Erich Wolfgang Korngolds Vater, und der Komponist selbst zusammenarbeiten, findet zeitgleich am Stadttheater Hamburg sowie am Stadttheater Köln statt und ist an beiden Orten ein großer Erfolg. Das Libretto basiert auf dem symbolistischen Roman Das tote Brügge (Bruges-la-morte) von Georges Rodenbach. Korngold, der als „Wunderkind“ gilt, ist zum Zeitpunkt der Uraufführung erst 23 Jahre alt. 9. Dezember: Giacomo Puccini führt die vierte revidierte Fassung der Oper Madama Butterfly am Teatro Carcano in Mailand erstmals auf. 21. Dezember: Am New Yorker Broadway hat das Musical Sally mit außerordentlichem Erfolg seine Uraufführung. Florenz Ziegfeld hat die Musical Comedy für den Star seiner Revue Ziegfeld Follies of 1918, Marilyn Miller produziert. Die Musik stammt von Jerome Kern, Guy Bolton ist der Verfasser des Buches. Als Vorlage dient eine nicht realisierte Princess Theatre-Show von Bolton und P. G. Wodehouse. Die Gesangstexte stammen im Wesentlichen von Clifford Grey. Das Stück erreicht 585 Vorstellungen, die bis dahin längste Laufzeit einer Broadway-Show.
Weiter Operettenuraufführungen Robert Stolz: Die Rosen der Madonna und Das Sperrsechserl im März bzw. Juni Ralph Benatzky: Graf Cheveraux, Yuschi tanzt, Bluffodont und Apachen alle in Wien. Leo Ascher: Prinzessin Friedl, Baronesschen Sarah und Zwölf Uhr Nachts. Walter Wilhelm Goetze: Die Spitzenkönigin Leo Fall: Die spanische Nachtigall Heinrich Berté: Coulissengeheimnisse letzte Operette des Komponisten. Eduard Künneke: Wenn Liebe erwacht Edmund Eysler: Der König heiratet. Ottorino Respighi bringt das Ballett Scherzo veneziano. Azione coreografica (Libretto: Ileana Leonidov) in Rom heraus.
Erstveröffentlichungen Nikolai Medtner: Fünf Gedichte op. 37 J. Russel Robinson (Musik) und Con Conrad (Text) veröffentlichen den Popsong Palesteena, der am 4. Dezember von der Original Dixieland Jass Band aufgenommen wird. Das lila Lied ist die im Verlag Karl Schultz erschienene erste Hymne der Homosexuellen, der zu dieser Zeit ein erstaunlicher Erfolg beschieden ist.
Gründungen Cleveland Institute of Music – privates Konservatorium in Cleveland
Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen Lied Text Musik Erstinterpret Label Veröffentlichung Genre Weitere Informationen Aunt Hagar’s Blues James Tim Brymn W. C. Handy Tim Brymn’s Black Devil Four OKeh 1920 Blues, Jazz Jazzstandard Avalon Al Jolson, Buddy DeSylva, Vincent Rose Al Jolson 4. September 1920 Jazz Musical-Song Down by the Riverside 1920 Gospel Antikriegslied, Jazzstandard Rose of Washington Square Ballard MacDonald James F. Hanley Fanny Brice 1920 Pop, Jazz
Geboren Januar bis März 1. Januar: Suzanne Juyol, französische Opernsängerin († 1994) 2. Januar: Dieter Kober, deutsch-amerikanischer Dirigent, Musikdirektor und Musikpädagoge († 2015) mini|hochkant=0.6|Arturo Benedetti Michelangeli; * 5. Januar 5. Januar: Arturo Benedetti Michelangeli, italienischer Pianist († 1995) 5. Januar: Ruth Wallis, US-amerikanische Sängerin und Songwriterin († 2007) 6. Januar: Earl Kim, US-amerikanischer Komponist und Musikpädagoge († 1998) 6. Januar: Elías Randal, argentinischer Tangosänger und -komponist († 2005) 21. Januar: Jack Groob, kanadischer Geiger und Dirigent († 1984) 21. Januar: Bert Grund, deutscher Filmkomponist († 1992) 22. Januar: William Warfield, US-amerikanischer Sänger (Bassbariton) († 2002) 23. Januar: Ray Abrams, US-amerikanischer Jazz-Tenorsaxophonist († 1992) 23. Januar: Nejiko Suwa, japanische Violinistin († 2012) 24. Januar: Hilario González, kubanischer Komponist, Pianist, Musikwissenschaftler und -pädagoge († 1999) 25. Januar: Pedro Licinio Valerio, dominikanischer Gitarrist und Sänger († 2005) 27. Januar: Vicente Bianchi, chilenischer Pianist, Komponist und Dirigent († 2018) mini|hochkant=0.6|Helmut Zacharias; * 27. Januar 27. Januar: Helmut Zacharias, deutscher Violinist († 2002) 29. Januar: Earl Watkins, US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger († 2007) 30. Januar: Don Jacoby, US-amerikanischer Jazztrompeter († 1992) 30. Januar: Heinz Schulz, deutscher Komponist und Musiker († 1998) 31. Januar: Ana María González, mexikanische Sängerin († 1983) 7. Februar: Oscar Brand, US-amerikanischer Folk-Songwriter, Radiomoderator und Autor († 2016) 7. Februar: Germaine Mounier, französische Pianistin und Musikpädagogin († 2006) 8. Februar: Mary Siragusa, dominikanische Pianistin und Musikpädagogin († 2002) 10. Februar: Big Lucky Carter, US-amerikanischer Bluesmusiker († 2002) 10. Februar: Guillermo Rico, argentinischer Tangosänger, Schauspieler und Fernsehmoderator († 2013) 12. Februar: Bob Shad, US-amerikanischer Musikproduzent († 1985) 14. Februar: Jack Lesberg, US-amerikanischer Musiker († 2005) 17. Februar: Gertraud Hopf, österreichische Opernsängerin († 2008) 18. Februar: Rolande Falcinelli, französische Komponistin und Organistin († 2006) 20. Februar: Jesús Guerra Zayas, kubanischer Musiker, Komponist und Orchesterleiter († 1995) 20. Februar: Josefina Salvador i Segarra, spanisch-valencianische Violinistin und Musikpädagogin († 2006) 22. Februar: Maria Hellwig, deutsche Sängerin, Moderatorin und Entertainerin († 2010) 23. Februar: Hall Overton, US-amerikanischer Jazzmusiker († 1972) 24. Februar: Georg Schmidt-Arzberg, deutscher Musiker und Komponist († 2006) 29. Februar: Marcel Frémiot, französischer Komponist († 2018) 29. Februar: Alberto Ribeiro, portugiesischer Opernsänger und Filmschauspieler († 2000) 2. März: Enrique Franco Manera, spanischer Musikkritiker, Pianist, Komponist und bedeutende Führungspersönlichkeit im Hörfunk († 2009) 9. März: Gerald „Jerry“ Byrd, US-amerikanischer Countrysänger und Musiker († 2005) 10. März: Bernhard Rövenstrunck, deutscher Komponist, Dirigent und Organist († 2010) mini|hochkant=0.6|Boris Vian; * 10. März 10. März: Boris Vian, französischer Schriftsteller, Chansonnier, Schauspieler und Übersetzer († 1959) 11. März: Ike Carpenter, US-amerikanischer Jazzmusiker (Piano) und Bandleader († 1998) 12. März: Ray Still, US-amerikanischer Oboist und Musikpädagoge († 2014) 13. März: Héctor Mauré, argentinischer Tangosänger und -komponist († 1976) 14. März: Yara Bernette, brasilianische Pianistin und Musikpädagogin US-amerikanischer Herkunft († 2002) 16. März: John Mervyn Addison, britischer Komponist († 1998) 16. März: Herold Kraus, deutscher Opernsänger (Tenor) († 2013) 17. März: Felix Karlinger, deutscher und österreichischer Romanist, Musikwissenschaftler, Volkskundler und Literaturgeschichtler († 2000) 18. März: Linda Dégh, ungarische Folkloristin († 2014) 18. März: Yayo el Indio, puerto-ricanischer Sänger († 2000) 20. März: Bienvenido Fabián, dominikanischer Komponist, Pianist und Sänger († 2000) 21. März: Edith Oravez, ungarisch-schweizerische Opernsängerin († 2013) 22. März: Fanny Waterman, britische Pianistin († 2020) 22. März: Helmut Winschermann, deutscher Oboist, Hochschullehrer und Dirigent († 2021) 25. März: Heinz Zickler, deutscher Trompeter, Organist, Kantor und Komponist († 2023)