Queen’s ParkLage in Greater London140px|Einkaufsstraße Harrow RoadHarrow RoadRegion Greater LondonLondon Borough City of WestminsterZeremonielle Grafschaft Greater LondonTraditionelle Grafschaft MiddlesexFläche 58,38 haBevölkerung 14.122 (2018)GSS-Code (Parish/Ward) E04012296/E05000642OS-TOID (Parish/Ward) 7000000000044513 / 7000000000011343Postleitzahlenabschnitt W9, W10Telefonvorwahl 020
Queen’s Park ist eine Gemeinde (Parish) und zugleich ein Ward in der City of Westminster, einem der 32 Stadtbezirke von London. Baulich hauptsächlich auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgehend wurde es 2014 als Parish mit der Bezeichnung einer Community gegründet. Queen’s Park ist die einzige Gemeinde auf dem Gebiet der britischen Hauptstadt. Mit dem unmittelbar nördlich und westlich angrenzenden Queens Park, einem Stadtteil von Brent, bestehen außer dem Namen keine Gemeinsamkeiten. Besagter Name rührt in beiden Fällen vom Queen’s Park, einer Parkanlage auf der Brenter Seite der Grenze, her. Queen’s Park ist die ursprüngliche Heimat des Fußballvereins Queens Park Rangers.
Geographie mini|Rückwärtige Bebauung am Kanal
Queen’s Park liegt im äußersten Nordwesten der City of Westminster, angrenzend an den Ward Harrow Roads. Es ist auf drei Seiten von Gebieten anderer Boroughs umgeben: im Nordosten Kilburn und im Norden und Westen Queens Park als Teile von Brent sowie im Südwesten Dalgarno und im Süden Golborne, die zu Kensington and Chelsea gehören.Darstellung von Lage und Grenzen auf dem Kartenserver des Ordnance Survey, abgefragt am 26. Mai 2019. Queen’s Park liegt am nordwestlichen Ende von Inner London, zum Zentrum der britischen Hauptstadt sind es rund acht Kilometer.
Die Grenze von Queen’s Park verläuft fast durchgängig in der Mitte beiderseits bebauter Straßen. Die einzigen Ausnahmen finden sich im Südwesten: hier verläuft sie im Paddington Canal, der den Grand-Union-Kanal mit dem Regent’s Canal verbindet. Außerdem liegt gegenüber der Straße Ladbroke Grove das östliche Ende des Friedhofs Kensal Green Cemetery. Mit Ausnahme einiger öffentlicher Grünflächen ist Queen’s Park ein durchgängig bebautes Gebiet.
Der GSS-Code von Queen’s Park ist E04012296 als Gemeinde und E05000642 als Ward, bei identischen Grenzen und einer Fläche von 58,38 Hektar.Lage und Fläche der Gemeinde und des Wards auf dem Datenserver des Office for National Statistics, abgerufen am 26. Mai 2019. (englisch) Die Bevölkerungszahl lag 2011 bei 12.563 und 2018 bei 14.122.
Geschichte mini|Kirche St John the Evangelist mini|Wohnhäuser in der Droop Street mini|Gemeindebibliothek in der Harrow Road
Das Gebiet des späteren Queen’s Park umfasste ursprünglich hauptsächlich den nördlichen Teil einer zu Chelsea gehörenden Exklave. Sie war umgeben von Willesden, Paddington und Kensington. Durch den Bau des Paddington Canal, eröffnet 1801, wurde das südliche Drittel räumlich von der Exklave abgetrennt. Hier entstand zwischen 1835 und 1850 die Siedlung Kensal New Town. Der Nordteil blieb bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts weitgehend unbebaut. Das älteste Bauwerk hier ist das Kensal House am Nordufer des Kanals, eine im italienischen Stil erbaute Villa aus den 1830er Jahren. Dort, wo eine Brücke den Kanal von Kensal New Town aus überquerte, entstanden die 1843 eingeweihte Kirche St John the EvangelistChurch of St John the Evangelist. Eintrag in der Liste der denkmalgeschützten Objekt von Historic England, abgerufen am 6. Juni 2019. (englisch) und einige Nebengebäude, darunter eine Schule. Außerdem sind vor 1865 die Existenz eines kleinen Kais am Kanal mit einigen Häusern entlang der parallel verlaufenden Harrow Road sowie ein Einzelgebäude an der Kilburn Lane im äußersten Norden nachgewiesen.
Ausgehend von einem von Edwin Chadwick 1842 veröffentlichten Werk zum allgemein schlechten Gesundheitszustand der britischen Arbeiter und dem darauf basierenden Public Health Act von 1848 kam es zu zahlreichen Gründungen von Gesellschaften, die Siedlungen errichteten, welche die Wohn- und Lebensverhältnissen der einfachen Bevölkerung verbessern sollten.The Queen’s Park Estate Design Guide auf der Website der Verwaltung der City of Westminster, PDF-Datei, 772 kB, abgerufen am 26. Mai 2019. (englisch) In diesem Sinne erwarb die 1867 gegründete Baugesellschaft The Artizans, Labourers and General Dwellings Company 1874/75 vom All Souls College ein Gebiet mit einer Fläche von etwa 32 Hektar und errichtete dort bis 1887 in neugotischem Stil die 2.200 Häuser umfassende Siedlung Queen’s Park Estate. Mit ihren zweistöckigen Reihenhäusern, jeweils einem eigenen Garten, und den mit Bäumen bestandenen Haupterschließungsstraßen gilt sie als Vorläufer der Gartenstadtbewegung. Die Gesellschaft verfolgte mit ihrem Engagement zugleich soziale Zwecke. Die Mieten waren vergleichsweise niedrig, es gab unter anderem eine Bibliothek und öffentliche Bäder, aber, da einer ihrer Gründer der Abstinenzbewegung nahestand, kein Pub. Ebenfalls 1874 erwarb eine weitere Gesellschaft, die United Land Company, das unmittelbar nordöstlich angrenzende Gebiet und bebaute es in den Folgejahren, allerdings wesentlich dichter und stärker nach besseren und schlechteren Wohnlagen getrennt.
An der nördlich an Queen’s Park vorbeiführenden Bahnstrecke wurde 1879 der Bahnhof Queen’s Park in Betrieb genommen, hier verkehrten ab 1912 auch die Vorortzüge der Watford DC Line und ab 1915 auch die Bakerloo Line der U-Bahn. Auf der Hauptdurchgangsstraße nahm im Juli 1888 die Pferdebahn der Harrow Road and Paddington Tramways ihren Betrieb auf. Nach dem 1904 erfolgten Übergang auf die Metropolitan Electric Tramways wurde die Strecke elektrifiziert. Mitte der 1930er Jahre wurde der Straßenbahn- durch einen O-Bus-Betrieb ersetzt.
Nördlich des Bahnhofs entstand rund um eine 1887 eingeweihte und zu Ehren des 50. Thronjubiläums von Königin Victoria ebenfalls Queen’s Park genannte Parkanlage auf damals zu Willesden und heute zu Brent gehörendem Gebiet zwischen 1897 und 1904 ein Queen’s Park genanntes Wohnviertel.Liz Jackson: A History of Queen’s Park. Prepared for the City of London Corporation by Land Use Consultants, London 2011, Absätze 1.1 und 3.14, abgerufen am 6. Juni 2019. (englisch) Außer dem Namen bestehen hier keine Gemeinsamkeiten. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts rückte aus den anderen Richtungen die Bebauung bis an die Grenzen von Queen’s Park heran. Im Osten ging dies von einer 1865 erstmals so genannten Siedlung St Peter’s Park aus. Auch die Baulücke im Westen, nördlich des Friedhofes Kensal Green von der Harrow Road hin zur Bahnstrecke, wurde geschlossen.
In den Folgejahrzehnten blieb Queen’s Park weitgehend ungestört und Wohngebiet für einfache Arbeiter. Nachdem es während des Zweiten Weltkrieges durch die Explosion einer Landmine im Bereich von Ilbert und Peach Street zu größeren Beschädigungen gekommen war, entstand dort 1951 neu der Wohnkomplex Queen’s Park Court. 1964 wurde das Queen’s Park Estate an die Stadt Paddington verkauft. Zu bedeutsamen Veränderungen im Baubestand kam es ab Mitte der 1960er Jahre. 1967 erwarb der Greater London Council ein größeres Gebiet im Nordosten, hauptsächlich im von der United Land Company errichteten Teil, um dort die Wohnungsdichte zu erhöhen. Die 60 Wohnhäuser und sonstigen Gebäude, darunter die Kirche St Jude, wurden abgerissen. Stattdessen ließ die City of Westminster bis 1977 29 Wohnblocks mit 737 Wohnungen errichteten. Aufgrund von baulichen Mängeln und planerischen Fehleinschätzungen entwickelte sich das, nach einer der dortigen Straßen Mozart Estate genannte Gebiet zu einer unbeliebten Wohngegend mit zahlreichen als unsicher betrachteten Bereichen, Vandalismus und einer hohen Kriminalitätsrate. Die Geographieprofessorin Alice Coleman nutzte in ihrem 1985 erschienenen Buch Utopia on Trial das Gebiet als Fallbeispiel für ihre Theorie, dass schlecht geplanter sozialer Wohnungsbau das Abgleiten der Bewohner in die Kriminalität nach sich zieht.Ludovic Hunter-Tilney: Architecture: Paradise lost New Statesman, 12. März 2012, abgerufen am 6. Juni 2019. (englisch) Schließlich wurde zwischen 1992 und 2005 das Mozart Estate vollständig umgestaltet. Einige Häuser wurden abgerissen, andere neu errichtet, die übrigen grundlegend saniert. Auch wurden die Gebäudebrücken, die die einzelnen Blöcke verbunden, sich aber im Nachhinein als problematisch erwiesen hatten, wieder entfernt.Mozart Estate Regeneration. Darstellung des Projekts auf der Website der Wohnungsgesellschaft der City of Westminster, PDF-Datei, 1,6 MB, abgerufen am 6. Juni 2019. (englisch) Ebenfalls in den 1970er Jahren abgerissen und durch Neubauten ersetzt wurde ein Gebiet im Süden. Das dabei entstandene Harrow Steet Estate mit seinen Terrassenhäusern, westlich der Third Avenue gelegen, erwies sich als unproblematisch.
Gemeindestruktur Queen’s Park gilt als sozial schwaches Gebiet.Queen’s Park Gardens Management Plan 2005–2010, S. 4. Online verfügbar auf der Website der Verwaltung der City of Westminster, PDF-Datei, 2,3 MB, abgerufen am 6. Juni 2019. (englisch) Stand 2017 waren von den 5225 Wohneinheiten 55 Prozent im Eigentum von gemeinnützigen Gesellschaften oder der öffentlichen Hand. Rund 40 Prozent aller Wohn- und Gewerbeflächen befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Besitz oder in der Verwaltung der City of Westminster.
Ein Großteil der Gemeinde besteht aus dichter Wohnbebauung. Wirtschaftlicher Schwerpunkt ist der östliche Teil der im Süden in ost-westlicher Richtung verlaufenden Harrow Road. Auch im östlichen Teil der Kilburne Lane im Norden findet sich eine Reihe von Geschäften. Dieser Bereich liegt im Umfeld des Bahnhof Queen’s Park. 2018 boten 467 Betriebe 1780 Arbeitsplätze. Aufgrund seiner Lage innerhalb einer weitgehend geschlossenen Bebauung finden sich weitere Versorgungsangebote in der unmittelbaren Umgebung, teilweise direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, in einem der Nachbarbezirke.
Religionsgemeinschaften Für die religiösen Bedürfnisse der Bewohner stehen die Pfarreien St John und St Luke’s der Church of England,St John und St Luke’s auf der Website der Church of England, abgerufen am 6. Juni 2019. (englisch) und eine Niederlassung der United Reformed Church bereit. Hinzu kommt seit 1998 die Harrow Road Jamme Mosque in der Lancefield Street, ein islamisches Gebetshaus, das hauptsächlich von Muslimen mit bengalischen Wurzeln genutzt wird.Jamie Merrill „Jihadi John“: World’s media flock to several addresses in hunt for his family home. The Independent, 26. Februar 2015, abgerufen am 6. Juni 2019. (englisch)Harrow Road Jamme Mosque. Basisinformationen mit Photos auf einer privaten Website, abgerufen am 6. Juni 2019. (englisch)
Bildung mini|Primarschule in der Droop Street
Den Bildungsbereich decken drei Primarschulen sowie die weiterführende St Marylebone Bridge School ab. Außerdem gibt es einen Kindergarten, eine Vorschule sowie eine öffentliche Bibliothek.
Erholung, Sport und Freizeit mini|Einziges Pub: The Flora