mini|monochroms „Buried Alive“ („Lebendig begraben“) am Gelände des VSL Lindabrunn, 2013. Buried Alive (auch bekannt als Experience the Experience of Being Buried Alive und Lebendig begraben) ist eine Performance-Reihe der österreichischen Kunst- und Theorie-Gruppe monochrom. Das Grundkonzept besteht darin, freiwilligen Teilnehmern die Möglichkeit zu bieten, sich fünfzehn Minuten lang lebendig in einem Sarg unter der Erde begraben zu lassen. Als Rahmenprogramm bietet monochrom Vorträge über die wissenschaftliche Geschichte der Feststellung des Todes und die medizinische Kulturgeschichte der vorzeitigen Bestattung. Die Serie hat Kontroversen ausgelöst.Toronto Star: "Alarm raised over burial performance", 26. Februar 2007.Bild.de: "Im TV-Duell gegen Klaas: Joko lässt sich lebendig begraben", 5. Januar 2014.
Hintergrund und Philosophie
monochrom-Gründer Johannes Grenzfurthner erklärte, dass die Performance-Serie Diskussionen über Tod, und Todeskultur, medizinische und wissenschaftliche Mythen und den Sensationalismus der Massenmedien starten soll., 31. März 2016.Offizielle Website: monochroms "Experience the Experience of Being Buried Alive", 2005.
Grenzfurthner sagt weiterhin, dass eine der Inspirationen für die Performance-Serie der Wunsch war, sich mit seinen klaustrophoben Tendenzen auseinanderzusetzen.Zebrabutter: "Der Film Glossary of Broken Dreams oder: Im Schlachthaus Zum Goldenen Kalb", 25. April 2018.
Die Performance-Reihe gilt als eines der bekanntesten Projekte der Gruppe.orf.at: "Context-Hacking mit Eigenblunz’n", 28. Januar 2013. Im Laufe der Jahre wurde sie auch im Rahmen von TV-Shows wie Joko gegen KlaasPro7: Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt: "Joko in Österreich: Jokos Begräbnis" auf ProSieben und Herr Ostrowski sucht das GlückHerr Ostrowski sucht das Glück: "In der Einsamkeit", April 2014. auf ORF (mit Michael Ostrowski) wiederholt.
Buried Alive Tour
Die ersten öffentlichen Performance-Bestattungen wurden in den Jahren 2005, 2006 und 2007 im Rahmen einer Nordamerika-Tour (Experience the Experience) organisiert. Menschen in Los Angeles (in der Galerie Machine Project),Downtown LA: "Goodbye Maestro, and Are You Experienced?", 20. Juni 2005. San Francisco,Boing Boing: "Monochrom art happenings in San Francisco, July 8-23", 5. Juli 2005. VancouverThe Georgia Strait: "Austrian artists play in the underworld", Juli 2005.National Post: "Vienna's Gift To The City Of Vancouver: An Early Grave", 14. Juli 2005. und TorontoToronto Star: "How to be buried alive", Erin Kobayashi, 6. Februar 2007.Torontoist: "Attend your own funeral", Pandora Syperek, 6. Februar 2007. nahmem die Möglichkeit in Anspruch. Mobiltelefone, Taschenlampen oder andere Geräte durften nicht in den Sarg mitgenommen werden. Es bestand keine Möglichkeit während des Aufenthalts im Sarg mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Die Teilnehmer mussten zuvor eine schriftliche Einverständniserklärung, die mit Anwälten ausgearbeitet wurde, unterschreiben. Als Einführung hielten als Totengräber verkleidete Mitglieder von monochrom einen 45-minütigen Vortrag über die Geschichte der vorzeitigen Bestattung und präsentierten dem Publikum als „Death Jockeys“ ein Musikprogramm das aus Trauermärsche und Lieder über den Tod aus der ganzen Welt bestand.
Die Veranstaltung wurde 2023 beim Fantastic Fest in Austin von Johannes Grenzfurthner, Günther Friesinger und Jasmin Hagendorfer neu inszeniert.
Seit 2005 wurden ungefähr 600 Leute von monochrom lebendig begraben. (2013 war der Stand 300.welt.de: "Österreicher begraben sich bei lebendigem Leib", 15. April 2015.)
Six Feet Under Club mini|Vorbereitungen für monochroms „Six Feet Under Club“ (2010) Im Jahr 2010 aktualisierte monochrom das ursprüngliche Konzept und schuf den Six Feet Under Club.sfist.com: "Want to Be Buried Alive With Your S.O. and Make Out With Them While Others Watch Via Webcam?", 2. Oktober 2010.Daily Loaf, CL Tampa Bay: "The Six Feet Under Club offers sex in a buried coffin", 28. September 2010., 7. Oktober 2010. Paare konnten sich freiwillig in einem Sarg begraben lassen um darin Sex zu haben. In einer Pressemitteilung erklärten monochrom, dass es sich um einen „extrem privaten und intimen“ Raum handle, der Sexpartnern nun zur Verfügung stehen würde. Der Sarg „erinnert auch an die soziale Norm der exklusiven Paarbindung bis dass der Tod uns scheidet“, fügen sie satirisch hinzu. Auf Wunsch konnte eine Nachtsicht-Webcam, die im Sarg befestigt war, aktiviert werden, um das Geschehen im Sarg auf eine Leinwand projizieren zu können. Das Szenario bewahrte die „Intimität eines privaten Moments“ während es gleichzeitig die Möglichkeit gab den „privaten Akt“ in den öffentlichen Raum verlagerte. monochroms Performance kann als absurde Parodie auf das pornografische Kino oder als Untersuchung des hohen Stellenwertes der sexuellen Privatsphäre angesehen werden.'Dirty Deeds Done Six Feet Deep', in Rue Morgue, Januar 2011.Carnal Nation: "Six Feet Under Club takes Sex To New Depths", 2010.
Die Aufführung wurde 2013 und 2014 im Wiener Club Schwelle 7 wiederholt.Heute: "Sex im Sarg: Alle sind schon sehr erregt", 29. November 2013.
Buried Alive (permanente Installation)
Seit 2011 hat monochrom eine regelmäßig bespielte, fixe „Grabstätte“ im Skulpturengarten des niederösterreichischen Kunstraums VSL Lindabrunn.Mein Bezirk: "Kunstinstallation Buried Alive"OTS: "Das Nahtod-Erfahrungs-Doppelfeature"eSeL.at: "monochrom: Buried Alive Probeliegen"
Weblinks Kurzvideo von monochrom über die Performance-Reihe Six Feet Under Club, Projektseite „Buried Alive“ (Video aus der Reihe monochrom: 23 Works, das sich mit der Aktionsreihe beschäftigt)
Einzelnachweise
Kategorie:Monochrom (Gruppe) Kategorie:Kunstwerk (Performance)