André Maurice Louis Pichot (* 15. September 1950 in Gevrey-Chambertin; † 2. Februar 2025 in Straßburg) war ein französischer Wissenschaftstheoretiker und Wissenschaftshistoriker, der als Kritiker der modernen Biologie und Genetik bekannt wurde.

Leben und Werk Pichot war Schüler von Georges Canguilhem. Er arbeitete am CNRS in Straßburg und an der Universität Nancy. Neben Studien zur Wissenschaftsgeschichte des Alten Orients und der Antike verfasste er auf der Basis umfassenden Quellenstudiums kritische Arbeiten zur Genetik, Molekularbiologie und Evolutionstheorie, in denen er deren nach seiner Meinung mechanistischen, neo-darwinistischen Ansatz und die Möglichkeit ihrer missbräuchlichen Verwendung zu eugenischen Zwecken kritisierte. Dem von ihm sogenannten „Eugenismus“ stellte er eine Theorie des Lebendigen entgegen.

Veröffentlichungen Éléments pour une théorie de la biologie (1968, Neuauflage éd. Maloine 1980, ISBN 978-2224006235) Histoire de la notion de vie (éd. Gallimard 1993) La Naissance de la science, Band I. Mésopotamie, Égypte, Band II. Grèce présocratique (éd. Gallimard, 1991) (dt. Die Geburt der Wissenschaft, Darmstadt 1995, Neuauflage Köln 2000) L’Eugénisme, ou les généticiens saisis par la philanthropie (coll. Optiques 1995), ISBN 9782218712395 La société pure : De Darwin à Hitler, : Flammarion 2008, ISBN 9782081236837; engl. The Pure Society: From Darwin to Hitler, London: Verso, 2009

 Weblinks Bertrand Louart: Eine kritische Geschichte der Biologie (2013)

Einzelnachweise

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