mini|hochkant=1.5|rahmenlos|hochkant=1.5|zentriert|LegendeTemperaturabweichung der ersten zwei Juliwochen 2018 vom Durchschnitt der ersten zwei Juliwochen 2000–2015. Rote Gebiete (Skandinavien mit Norwegen und Schweden): wärmer, blaue Gebiete (in Russland): kälter als Normal. mini|hochkant=1.5|Vertrocknungserscheinungen in Nord-Zentraleuropa am 24. Juli 2018 (rechts). Zum Vergleich: Dieselbe Region am 19. Juli 2017 (links). mini|Abweichungen der Temperaturen im Sommer 2018 vom langjährigen Mittel der Normalperiode 1981–2010 von bis .

Die Dürre und Hitze in Europa 2018 war eine Wetteranomalie mit unterdurchschnittlichen Regenmengen (Dürre), überdurchschnittlichen Temperaturen (auch Hitzewellen) und überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden, insbesondere im nördlichen und mittleren Teil Europas in den Frühjahrs- und Sommermonaten.

Infolgedessen kam es zu zahlreichen Waldbränden, Ernteausfällen und weiteren Hitzeschäden. Wegen der hohen Temperaturen des Wassers einiger Flüsse wurden Kraftwerke abgeschaltet oder gedrosselt, und wegen niedriger Wasserstände wurde die Binnenschifffahrt teilweise eingestellt. Die in Teilen Europas herrschende außergewöhnliche Dürre bestand bis in den Spätherbst und die Adventswochen fort. In verschiedenen europäischen Staaten wie Deutschland, Frankreich und der Schweiz sowie auch in ganz Europa brachte das Jahr 2018 neue Wärmerekorde.Weltweite Temperaturen und Extremwetterereignisse seit 2010. Umweltbundesamt. Abgerufen am 17. April 2019.

In Europa begann im April 2018 eine Dauerwärme und Trockenheit, als eine blockierende Omegalage bestand, die zu einem völligen Abreißen der Westwinddrift führte.Keine richtige Westwetterlage seit April – Dauerwärme und Trockenheit. kachelmannwetter.com vom 16. Juli 2018, abgerufen am 26. Juli 2018. Diese sehr langzeitstabilen heißen Hochdruckwetterlagen, die sich über große Teile der Nordhalbkugel erstrecken und sich dabei über lange Zeiträume kaum verändern, werden sowohl von Meteorologen als auch von Klimaforschern als sehr ungewöhnlich beurteilt. Klimaforscher deuten die Wetteranomalien vor dem Hintergrund des menschengemachten Klimawandels. Dieser habe unter anderem die Wahrscheinlichkeit für das Ausbilden stabiler Wetterlagen in Europa erhöht, was im Sommer entweder zu überdurchschnittlich viel Regen führt oder – wie im vorliegenden Fall – zu anhaltender Trockenheit und Hitze.

Im Dezember 2018 wurde der Begriff „Heißzeit“ zum deutschen Wort des Jahres 2018 gekürt. Die Jury begründete das Urteil mit dem extremen Sommer des Jahres sowie dem Klimawandelbezug.Heißzeit ist das Wort des Jahres. In: Die Zeit, 14. Dezember 2018. Abgerufen am 14. Dezember 2018.

Nordeuropa mini|Eiche Ende Juli mit bräunlichem Laub im Gunnersbury Park, England

Skandinavien Skandinavien war im besonderen Maße von der Hitzewelle betroffen. Sie begann im Mai des Jahres 2018 und brachte Temperaturabweichungen von mehr als 4 Grad.

Britische Inseln Im Juni begann eine schwere Dürre auf den Britischen Inseln, insbesondere in Irland und Schottland. Großbritannien erlebte den wärmsten Sommer seit dem Jahr 1976, in Irland und Schottland wurden die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. Die anhaltende Trockenheit führte dort zu einem Abfallen der Trinkwasserreserven; das Rasensprengen wurde landesweit auf unbestimmte Zeit verboten.irishtimes.com vom 5. Juli 2018: Ireland in state of ‘absolute drought’ as heatwave continues: Irish Water extends hosepipe ban to rest of country as heatwave continues Die königlichen Gärten in London waren weitgehend braun-grau statt grün.

Baltikum In Lettland und Litauen wurde der nationale Notstand ausgerufen; in Litauen wurden Ernteverluste von über 30 Prozent befürchtet.

Island In Island erlebten die Menschen den kältesten und nassesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die mittlere Temperatur in den Monaten Mai, Juni und Juli lag bei nur 7,7 °C, der Niederschlag betrug in diesem Zeitraum mehr als 300 Liter pro Quadratmeter.

Mitteleuropa Deutschland mini|Temperaturabweichung vom langjährigen Mittelwert in Deutschland im Zeitraum April bis August in den Jahren 1881 bis 2018 (Basis des Mittelwerts: 1961–1990; Auswertung des Deutschen Wetterdienstes) mini|Deutschlandweite Niederschlagsabweichung 2018 im langjährigen statistischen Vergleich. Gezeigt sind die Werte 2018 im Vergleich zu den Werten im Zeitraum 1881–2017Friedrich, K.; Kaspar, F.: Rückblick auf das Jahr 2018 – das bisher wärmste Jahr in Deutschland, Bericht des Deutschen Wetterdienstes, Stand 2. Januar 2019mini|Ausgetrocknete Wiese bei Kaarst, Deutschland am 8. Juli 2018

2018 war laut der Bilanz des Deutschen Wetterdienstes mit einer Durchschnittstemperatur von 10,5 Grad Celsius das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Zugleich war es das vierttrockenste Jahr im selben Zeitraum und das sonnigste Jahr seit Beginn dieser Messungen im Jahr 1951. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) macht die Kombination des wärmsten Jahres mit einem zugleich „extrem trockenen Jahr“ das Jahr 2018 klimatologisch „einzigartig“.Bilanz des Wetterdienstes - Wärmstes Jahr seit 1881, tagesschau.de vom 20. Dezember 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018Erste Bilanz des Deutschen Wetterdienstes zum Jahr 2018 in Deutschland; Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes. Abgerufen am 20. Dezember 2018. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ beschrieb die Dürre als eine erstmals seit 1976 aufgetretene „großflächige Dürre in Deutschland sowohl im Oberboden als auch über die gesamte Bodentiefe“ und nannte den Sommer und Herbst 2018 „trockener als in allen vorherigen verfügbaren Jahren im Dürremonitor seit 1951“.

Von April bis in den Oktober herrschte in Deutschland eine außergewöhnlich trocken-heiße Großwetterlage, die kaum unterbrochen war; selbst Mitte Oktober wurden vielfach sommerliche Werte erreicht, der wärmste Oktobertag war mit 28,6 °C Tageshöchsttemperatur der 13. Oktober in Tönisvorst.Der Herbst hat es weiterhin schwer. In: n-tv.de, 15. Oktober 2018. Abgerufen am 15. Oktober 2018.2018 mit fast verbreitet neuen Sommertagsrekorden. Abgerufen am 18. Oktober 2018. Mit durchschnittlich 11,6 Grad Celsius war es 2,2 Grad wärmer als der langjährige Schnitt von 9,4 Grad. Der Zeitraum April bis Oktober 2018 war der trockenste seit Beginn der Messungen; es fiel 40 % weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt. Erst im Dezember 2018 erfolgte eine nachhaltige Umstellung der Wetterlage. Insbesondere im Südwesten Deutschlands gab es im Dezember teilweise mehr Niederschläge als im gesamten Sommer desselben Jahres. Insgesamt blieb aber trotz leicht überdurchschnittlichem Niederschlag zwischen Dezember 2018 und Februar 2019 ein großes Wasserdefizit bestehen. Mit Stand April 2019 fehlten in den Böden im Schnitt etwa 200 bis 300 Liter Wasser pro Quadratmeter, sodass bereits zu diesem Zeitpunkt, aufgrund der großen Trockenheit, teils wieder die höchste Waldbrandwarnstufe ausgerufen wurde. Mancherorts war die Trockenheit so groß, dass Winterfrüchte wie Raps aufgrund schlechter Entwicklung wieder umgepflügt werden mussten.Waldbrandgefahr: Das trockene Deutschland. In: Deutsche Welle, 22. April 2019. Abgerufen am 21. April 2019.

Flächendeckend wurden in Deutschland neue Rekorde für die Anzahl der Sommertage bzw. Hitzetage aufgestellt, die die bisherigen Rekorde z. T. deutlich übertrafen.Rückblick Oktober Golden und teils spätsommerlich. Abgerufen am 2. November 2018. Insgesamt gab es 2018 im Mittel 75 Sommertage mit mindestens 25 Grad und mehr als 20 Hitzetage mit mindestens 30 Grad. Beides hatte es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 nicht gegeben; auch die Werte des Sommers 2003 mit 62 Sommertagen und 19 Hitzetagen wurden teils deutlich übertroffen.Zwei Rekorde im Sommer 2018. In: Proplanta, 24. November 2018. Abgerufen am 24. November 2018. In Leipzig, wo in einem normalen Jahr 7 bis 8 Hitzetage über 30 Grad erwartet werden, gab es 36 solcher Tage.Coronavirus und Hitze: Wie wird der Sommer in Europa?. In: Deutsche Welle, 12. April 2020. Abgerufen am 17. April 2020.

In großen Teilen Deutschlands herrschten mit Stand Mitte Oktober in den tieferen Bodenschichten bis 1,8 Meter extreme bis außergewöhnliche Dürre, nachdem es zuvor seit April keine flächendeckenden ergiebigen Regenfälle gegeben hatte.Deutschlands Flüsse nähern sich historischem Tiefstand. In: spektrum.de, 16. Oktober 2018. Abgerufen am 16. Oktober 2018.Dürre in Deutschland - Wann regnet es endlich?. In: Spiegel Online, 19. Oktober 2018. Abgerufen am 19. Oktober 2018. Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 70 % der Fläche Deutschlands von extremer Trockenheit betroffen.Dieser Sommer ist kein Grund zur Freude. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Oktober 2018. Abgerufen am 19. Oktober 2018. Diese Dürre hielt über das Jahr hinaus an. Während sich die Situation im Oberboden bis Anfang 2020 in vielen Regionen normalisiert hatte, herrschte in tieferen Bodenschichten weiterhin in weiten Teilen Deutschlands moderate bis außergewöhnliche Dürre. In manchen Regionen liegt das 2018 und 2019 aufgelaufene Niederschlagsdefizit bei einem ganzen Jahresniederschlag.Robert Hausen: Der Boden vergisst nicht. Internetseite des Deutschen Wetterdienstes. Abgerufen am 20. Januar 2020. Auch 2022 hielt die 2018 begonnene Dürre in vielen Regionen Deutschlands noch immer an."Es ist immer noch dasselbe Dürreereignis". In: Tagesschau.de, 25. Juni 2022. Abgerufen am 25. Juni 2022. Erst mit dem sehr nassen Jahr 2023, das u. a. zum Jahresende regional von starkem Hochwasser geprägt war, ging die Dürre in Deutschland nach fünf Jahren zu Ende.»Wir geraten von einem Extrem ins andere«. In: Spiegel Online, 20. Januar 2024. Abgerufen am 20. Januar 2024.

Betrachtet man den Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2018, so wurde in jedem einzelnen Bundesland ein neuer Rekord für das höchste Temperaturmittel sowie in 15 von 16 Bundesländern (nur Schleswig-Holstein bildet hier eine Ausnahme) ein neuer Rekord für die längste Sonnenscheindauer aufgestellt.Wie ungewöhnlich war das Sommerhalbjahr?. Abgerufen am 13. Oktober 2018. Die außergewöhnlich lange Sonnenscheindauer setzte sich auch im Herbst fort. Bereits Mitte November 2018 verzeichneten daher einige Messstationen eine längere Sonnenscheindauer als jemals zuvor innerhalb eines Kalenderjahres gemessen worden ist.An einigen Orten ist 2018 das sonnigste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Abgerufen am 24. November 2018. Ebenso stellt der Deutsche Wetterdienst in seinen Auswertungen fest, dass für den Zeitraum April bis Juli 2018 noch nie ein so großes Niederschlagsdefizit beobachtet wurde (−110 mm [= l/m²]).

Im Juni 2018 fiel das Wetter in Deutschland nicht durch Temperaturextreme auf,die monatliche Durchschnittstemperatur betrug 17,8 Grad aber durch extreme Trockenheit,de.statista.com: April 2018 35 Liter/m² (langjähriges Mittel 58 l); Mai 2018 50 Liter/m² (l. M. 71 l); Juni 2018 50 Liter/m² (l. M. 85 l) die selbst jene des „Jahrhundertsommers“ 2003 übertraf. Anfangs war Norddeutschland (hier vor allem Berlin und Brandenburg) betroffen, wo bereits im April Temperaturen bis 30 °C gemessen wurden. In Süddeutschland brachten Gewitter örtlich Niederschläge, allerdings auch zahlreiche Unwetter. Meteorologen sprachen Ende Juni von „katastrophalen Ausmaßen“. Im Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2018 fielen im Bundesmittel 263 Liter Regen pro m², ein Wert, der nur im Jahr 1911 (249 Liter je m²) unterboten wurde. In zwei Bundesländern wurde ein neuer Rekord für die geringste Niederschlagsmenge verzeichnet.