Winfried Wilhelm Bernhard von der Schulenburg (* 1. Juni 1882 in Potsdam; † 1. Mai 1945 in Berlin) war ein deutscher Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg.
Leben
Herkunft Winfried von der Schulenburg entstammte der I. (Schwarze) Linie des Adelsgeschlechts Schulenburg.Hans Wätjen, Dietrich Werner Graf von der Schulenburg: Geschichte des Geschlechts von der Schulenburg. 1237 bis 1983. Verlag Günter Hempel, Wolfsburg 1984, ISBN 3-87327-000-5, S. 327–328. Er war der älteste Sohn des preußischen Generalmajors Conrad von der Schulenburg (1848–1933) und dessen Ehefrau Wanda, geborene von Saldern (1857–1940) aus Aderstedt.
Militärkarriere Nach dem Besuch des Kadettenkorps trat von der Schulenburg am 22. März 1901 als Leutnant (Patent 22. Juni 1901) in das 1. Brandenburgische Dragoner-Regiment Nr. 2 der Preußischen Armee in Schwedt/Oder ein. Mitte Juni 1910 stieg er zum Oberleutnant auf, wurde am 27. Januar 1914 als Adjutant der 10. Kavallerie-Brigade in Posen kommandiert und avancierte am 19. Juni 1914 zum Rittmeister.Militär-Wochenblatt. Nr. 84 vom 20. Juni 1914, S. 1847. Während des Ersten Weltkriegs diente von der Schulenburg 1916 als Ordonnanz der deutschen Heeresgruppe in Bulgarien und war 1917 zu türkischen Divisionsstäben kommandiert. Für sein Wirken erhielt er beide Klassen des Eisernen Kreuzes.
Nach Kriegsende wurde er in die Reichswehr übernommen und 1923 zum Major befördert. Ab dem 1. Januar 1931 war von der Schulenburg Kommandeur des 6. (Preußisches) Reiter-Regiments in Pasewalk und rückte in dieser Eigenschaft am 1. April des Jahres zum Oberst sowie 1933 zum Generalmajor auf. Am 1. April 1934 gab er das Kommando über das Reiter-Regiment ab und es erfolgte seine Verabschiedung aus dem Militärdienst.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde von der Schulenburg zum General für das Kriegsgefangenenwesen im Oberkommando des Heeres ernannt. Mit dem 1. Januar 1942 wurde er Generalleutnant z. V. Am 31. Mai 1943 wurde seine Mobilmachungsverwendung aufgehoben.Edmund Glaise von Horstenau, Peter Broucek: Minister im Ständestaat und General im OKW 1936–Dezember 1937. In: Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs. Band 70, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1983, ISBN 3-205-08743-7, S. 466. Eingeschränkte Vorschau
Schulenburg wurde 1917 als Ehrenritter in die mitgliederstarke Brandenburgischen Provinzial-Genossenschaft der Kongregation des Johanniterordens aufgenommen.Johanniterorden (Hrsg.): Gesamt-Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem nach dem Stande vom 10. März 1931. Eigenverlag, Berlin 1931, S. 96 ff. Später war er Rechtsritter, dann Ehrenkommendator des Ordens.Mitteilungen für die Mitglieder des Johanniter-Ordens. Selbstverlag der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem, Lüdge 1946, S. 3. Eingeschränkte Vorschau
1945 beging er Selbstmord.
Familie Er blieb unverheiratet. Seine ältere Schwester Gisela (* 1873) heiratete den späteren preußischen Major Werner Edler von der Planitz (1870–1919), Bataillonsführer im Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109, zuletzt mit der Führung des 2. Westfälischen Husaren-Regiment Nr. 11 beauftragt.
Literatur Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke von Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser Häuser. A (Uradel). 1962, Band VI, Band 29 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1962, S. 512–513. ISBN 3-7980-0729-2. ISBN 3-87327-000-5. Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1956, 211, S. 309.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Generalmajor (Reichswehr) Kategorie:Rittmeister (Preußen) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Ehrenkommendator (Johanniterorden) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Winfried Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann