mini|hochkant|Raphaela Edelbauer (2019)

Raphaela Edelbauer (* 1990 in WienLiteraturhaus Wien: Raphaela Edelbauer. Abgerufen am 4. Juni 2018.) ist eine österreichische Schriftstellerin.

Leben Raphaela Edelbauer wuchs als Tochter des Philosophen und Schriftstellers Henri Edelbauer in Wien auf. Sie besuchte das Sportgymnasium in Maria Enzersdorf,NÖN: Ingeborg Bachmann-Preis: Mödlinger Autorin auf dem Weg zur Spitze. Artikel vom 6. Juni 2018, abgerufen am 6. Juni 2018. nach der Matura studierte sie bei Robert Schindel am Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst Wien, wo sie mittlerweile selbst lehrt. 2012 begann sie das Studium der Philosophie an der Universität Wien. Für die Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) war sie als Mitarbeiterin im Bezirk Mödling tätig. Edelbauer ist die Tochter der Ethnologin Gabriele Schätzle-Edelbauer, die ebenfalls für die Niederösterreichischen Nachrichten journalistisch tätig ist, und stammt aus Hinterbrühl in Niederösterreich.NÖN: Gaby Schätzle-Edelbauer: Hinterbrühl: Hohe Auszeichnung: Preis für Jung-Autorin. Artikel vom 24. Februar 2018, abgerufen am 4. Juni 2018.NÖN: Rauriser Literaturpreis: Raphaela Edelbauer: Über die Grenzen. Artikel vom 24. April 2018, abgerufen am 4. Juni 2018.

Zusammen mit ihrem Vater hielt Edelbauer beim von der Österreichischen Ludwig-Wittgenstein-Gesellschaft veranstalteten 31. Internationalen Wittgenstein-Symposium einen Vortrag über Wittgenstein Meets ÖGS: Wovon man nicht gebärden kann …Programm des 31. Internationalen Wittgenstein Symposiums. Abgerufen am 4. Juni 2018.

Seit 2009 veröffentlicht Edelbauer in Literaturmagazinen und Anthologien und tritt bei Literaturfestivals auf. Auftragsarbeiten schrieb sie unter anderem für die Stadt Mödling und das Frauenministerium. Gemeinsam mit Gabriele Schätzle-Edelbauer, Sylvia Unterrader und Lena Treitler veröffentlichte sie die Bände Frauenspuren in Mödling und Frauenspuren in Mödling II.Frauenspuren in Mödling: Biografien. Abgerufen am 4. Juni 2018. Für die Sommerspiele Shakespeare in Mödling unter der Intendanz von Nicole Fendesack übersetzte sie William Shakespeares Ende gut, alles gut neu.

Für ihr im Februar 2017 erschienenes Prosadebüt Entdecker. Eine Poetik wurde sie 2018 mit dem Hauptpreis des Rauriser Literaturpreises ausgezeichnet. 2017 fand die Premiere der Extremperformance Literazah statt. Weitere Aufführungen fanden unter anderem in Wien und Berlin statt. 2017 war sie Stipendiatin des Deutschen Literaturfonds für das Manuskript zu ihrem Roman Das flüssige Land.DrehPunktKultur: Sprache als Baustein der Welt. Artikel vom 9. Februar 2018, abgerufen am 4. Juni 2018. 2018 las sie auf Einladung von Klaus Kastberger als einzige österreichische Teilnehmerin beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerborf.at: Raphaela Edelbauer, Wien (A). Artikel vom 4. Juni 2018, abgerufen am 26. Juni 2018.orf.at: Heuer nur eine Österreicherin bei Bachmannpreis. Artikel vom 4. Juni 2018, abgerufen am 4. Juni 2018.orf.at: Das sind die Autorinnen und Autoren 2018. Artikel vom 4. Juni 2018, abgerufen am 4. Juni 2018., wo sie mit dem Publikumspreis und dem Stadtschreiber-Stipendium der Stadt Klagenfurt ausgezeichnet wurde.orf.at: Tanja Maljartschuk gewinnt Bachmannpreis 2018. Artikel vom 8. Juli 2018, abgerufen am 8. Juli 2018. Edelbauer schreibt Texte für zeitgenössische Komponisten, unter anderem arbeitete sie mit Stephan Aschböck und Robin Haigh zusammen; sie schrieb ein Libretto für die kroatische Komponistin Margareta Ferek-Petric.

Ihr Roman Das flüssige Land gelangte im August 2019 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises und im Oktober sowie November 2019 auf Platz drei der ORF-Bestenliste. Der Roman erschien 2020 als Hörbuch, gelesen von Kristina Sprenger.

Anfang 2021 erschien bei Klett-Cotta ihr Science-Fiction-Roman DAVE, der auf dem dritten Platz der ORF-Bestenliste für Februar 2021 und auf dem zweiten Platz der Bestenliste für März 2021 landete. Sie wurde für DAVE mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet. Von Oktober 2021 bis März 2022 lebte Edelbauer als „Metropolenschreiberin“ der Brost-Stiftung in Mülheim.

Im Jänner 2023 veröffentlichte sie den historischen Roman Die Inkommensurablen, der Ende Juli 1914 am Vorabend des Ersten Weltkriegs spielt, in den Stunden, bevor Österreich Serbien den Krieg erklärt. Das Buch gelangte im Februar 2023 auf Platz 3 der ORF Bestenliste. Im Mai 2023 wurde bekannt, dass sie im Wintersemester 2023/24 die gemeinsame Poetikdozentur der Hochschule RheinMain und des Kulturamts der Landeshauptstadt Wiesbaden als Nachfolgerin von Leif Randt übernehmen soll. 2024 wurde sie unter anderem neben Mareike Fallwickl Jurymitglied des FM4-Kurzgeschichtenwettbewerbs Wortlaut. Ihr im August 2025 erschienener Roman Die echtere Wirklichkeit wurde von der Jury im September 2025 auf Platz eins der ORF-Bestenliste gewählt.

Seit 2025 betreibt sie einen YouTube-Kanal, auf dem sie über Literatur spricht und Schreib-Tipps gibt.

Edelbauer lebt in Wien und ist Mutter einer Tochter.

Rezensionen Andrian Kreye lobte in Bezug auf den Roman DAVE, dass Edelbauer zeige, „was zum Handwerk der zeitgenössischen Literatur alles dazugehört“.Adrian Kreye: Erinnerungen an die Zukunft. Auf sueddeutsche.de am 4. März 2021, abgerufen am 13. Dezember 2021 Jan Drees verglich sie in diesem Zusammenhang mit Ludwig Wittgenstein.Jan Drees: Raphaela Edelbauer: „Dave“Der Rechengott. Auf deutschlandfunk.de am 4. Februar 2021, abgerufen am 13. Dezember 2021 Stefan Gärtner warf Edelbauer hingegen „Nullvermögen“ vor und bezweifelte, dass das Schreiben „ihren Talenten entspricht“.Stefan Gärtner: Solange die Sprache lebt. In junge Welt vom 10. Dezember 2021, S. 12 ff. (online auf jungewelt.de, abgerufen am 13. Dezember 2021)

Bücher Entdecker. Eine Poetik. Mit Zeichnungen von Simon Goritschnig. Klever Verlag, Wien 2017, ISBN 978-3-903110-13-7. Das flüssige Land. Roman. Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-608-96436-3. DAVE, Roman. Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-608-96473-8. Der Suizid des Otto Weininger aus der einzig anständigen Perspektive erzählt. SUKULTUR, Berlin/Hamburg 2022, ISBN 978-3-95566-145-8. Die Inkommensurablen, Roman, Klett-Cotta, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-608-98647-1. Routinen des Vergessens : Wiesbadener Poetikvorlesungen, Klett-Cotta, Stuttgart 2024, ISBN 978-3-7681-9808-0. Die echtere Wirklichkeit, Roman, Klett-Cotta, Stuttgart 2025, ISBN 978-3608966305

Veröffentlichungen in Anthologien (Auswahl) Frauenspuren in Mödling: vielzeitig – Verein für die Vermittlung von Zeitgeschichte (mit Gabriele Schätzle-Edelbauer, Sylvia Unterrader und Lena Treitler). Books on Demand, Norderstedt 2016, ISBN 978-3-7412-1594-0. Frauenspuren in Mödling II (mit Gabriele Schätzle-Edelbauer, Sylvia Unterrader und Lena Treitler). Books on Demand, Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7460-1907-9. Und wie wir hassen (herausgegeben von Lydia Haider), Kremayr & Scheriau, Wien, 2020, ISBN 978-3-218-01210-2.

Hörspiel- und Bühnenbearbeitungen, Verfilmungen Das flüssige Land, Bühnenfassung von Sara Ostertag und Jeroen Versteele, Regie: Sara Ostertag, Dauer: 1 Stunde und 40 Minuten, Premiere am 4. Februar 2023 am Burgtheater Wien„Unheimlich heimatsehnsüchtig“: Das flüssige Land, Besprechung auf nachtkritik.de vom 5. Februar 2023, abgerufen am 8. Februar 2023 Die Inkommensurablen, Bühnenfassung: sputnic/Nils Voges und Anne-Kathrin Schulz, Regie: sputnic/Nils Voges, Dauer: 1 Stunde 50 Minuten, Premiere am 7. Dezember 2023 im Volkstheater Wien

Auszeichnungen und Nominierungen 2017: Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2018: Rauriser Literaturpreis – Hauptpreis für Entdecker. Eine Poetik 2018: Publikumspreis und Stadtschreiber-Stipendium der Stadt Klagenfurt beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2018 2019: Theodor-Körner-Preis für LiteraturNÖN: Theodor-Körner-Preis: Hinterbrühlerin zu Empfang in Hofburg geladen. Artikel vom 14. Mai 2019, abgerufen am 14. Mai 2019. 2019: Deutscher Buchpreis – Shortlist (Das flüssige Land) 2019: Österreichischer Buchpreis – Shortlist (Das flüssige Land) 2020: Wortmeldungen – Shortlist (Der Suizid des Otto Weininger aus der einzig anständigen Perspektive erzählt) 2020: Shortlist Xylophon Literaturpreis für das beste zweite Buch für Das flüssige Land 2020: Literaturpreis der Doppelfeld-Stiftung – Förderpreis für Das flüssige Land 2021/22: Metropolenschreiberin der Brost-StiftungIhre "Abenteuer sowie Geschichten über das Ruhrgebiet" hält Metropolenschreiberin Edelbauer "in zweiwöchentlichen Vlogs" fest. 2021: Österreichischer Buchpreis für Dave 2022: Kurd-Laßwitz-Preis – Nominierung in der Kategorie Bester Roman für Dave 2022: Deutscher Science-Fiction-Preis – 6. Platz für Dave 2022: Thomas-Jorda-Preis 2023: Deutscher Buchpreis – Longlist (Die Inkommensurablen) 2025: GDD-Datenschutzpreis

Literatur Theo Breuer: Zwanzig Tage – Zwanzig Romane: Ein Buchspiel. In: Matrix – Zeitschrift für Literatur und Kunst, 58. Ausgabe, Pop Verlag, Ludwigsburg 2019, S. 7–167. Franz Rottensteiner: Dave. In: Quarber Merkur. Franz Rottensteiners Literaturzeitschrift für Science Fiction und Phantastik, Bd. 123, S. 229–231, 2022, ISBN 978-3-934273-13-9

Weblinks

Offizielle Website Kurzbiografie auf den Internetseiten des Literaturhauses Wien

Einzelnachweise

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