Gabillou (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda (bis 2017 Arrondissement Périgueux) und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Einwohner werden Gabillois und Gabilloises genannt.
Geografie
Gabillou liegt etwa 25 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux, etwa 38 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 58 Kilometer nordöstlich von Bergerac im Nordosten des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Périgord central, im touristisch benannten Landesteil Périgord noir. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird nur vom Flüsschen Soue entwässert.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Gabillou liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, von denen bestimmte aus dem Känozoikum datieren, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige und an den Rändern im Norden, Westen und Süden bewaldete Landschaft, deren Erhebungen nach Südosten hin mit Höhen über zunehmen. So liegt der topografisch höchste Punkt mit in diesem Bereich in der Nähe des Weilers Serillac unmittelbar an der Grenze zur Nachbargemeinde Sainte-Orse. Der topographisch tiefste Punkt liegt mit im Westen beim Austritt der Soue aus dem Gemeindegebiet. Das Dorfzentrum liegt auf einer Anhöhe auf etwa .
Rund 60 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, überwiegend heterogen genutzt, rund 40 % sind bewaldet.
Gabillou ist von folgenden fünf Gemeinden umgeben:
Natürliche Risiken Natürliche Risiken manifestieren sich in Gabillou neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände.
Gabillou ist einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im weitaus größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Das kleine Dorf besaß ein Priorat, das seit dem 13. Jahrhundert zur Abtei von Tourtoirac gehörte und sein Name hängt zuerst mit diesem Bau in Monasterium de Gabilho im 13. Jahrhundert zusammen. Am Ende des 15. Jahrhunderts ist er belegt als Turris de Gabilhono (1496), und diesmal verweist der Name an eine Festung, von der einige Überbleibsel erhalten geblieben sind. 1397 gehörte sie der Familie Moudisson Lachassaigne, wurde von Graf Archambaud eingenommen, zerstört, und zog anschließend dieser plündernd mit den Engländern durch die Gegend. Im 18. Jahrhundert wurde es vom Schloss Vaudre ersetzt. Im 14. Jahrhundert gehörte die Pfarrgemeinde Gabillou mit 17 anderen Pfarreien zur Kastellanei Ans. Das Toponym erscheint in der Folge in der Form Gabilion im 16. Jahrhundert, dann wurde seine Endung zu -ou im 17. Jahrhundert mit Gabilhou in 1625. Der Name setzt einen gallorömischen Personennamen Gavillius fort, gefolgt von -onem, abgeleitet von Gavius, einem im antiken Rom verbreiteten Namen.Siehe Tanet, Hordé, Seite 164
Ein 300 kg schwerer Eisenerzklumpen, der in der Nähe der Kirche ausgestellt ist, erinnert an die Nähe zur Kanonenroute und die eisenverarbeitende Vergangenheit dieser Gegend des Périgords. Sie war einer der größten Kanonenproduzenten des Königreichs und lieferte Kanonen für die königliche Marine in Rochefort.
Vor dem Auftreten der Reblausplage im 19. Jahrhundert war die Hälfte der Gemeinde mit Weinbergen bedeckt: Land, auf dem Trüffeln wachsen.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Jacques aus dem 12. Jahrhundert, Umbauten aus dem 19. Jahrhundert Schloss Vaudre aus dem 18. Jahrhundert Die bemerkenswert gut erhaltenen Hütten von Vaudres sind der Stolz des Dorfes. Diese aus Trockenmauerwerk ohne Verstärkung errichteten Hütten trotzen mit ihrer Stabilität der Zeit.
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 34 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Gabillou erwerbstätig, entsprechend 72,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (89,5 %) sehr viel höher war als bei den Frauen (60,0 %). Im Jahr 2022 waren keine Arbeitslosen registriert.
Branchen und Betriebe 7 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Gabillou wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt7Fertigung, Bergbau und andere Industrien114,3 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie342,9 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten228,6 %Andere Dienstleistungen114,3 %
Landwirtschaft Gabillou liegt in den Zonen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 14 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 12 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 42,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 272 Hektar im Jahre 1988 auf 281 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 19,4 Hektar auf 35,1 Hektar.
Verkehr Gabillou liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ehemaliger Weinbauort in Frankreich Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert