Bei den Wahlen zum Senat der Vereinigten Staaten 2018 wurden planmäßig am 6. November 2018 – Dienstag nach dem ersten Montag im November – die Zusammensetzung dieser oberen Kammer des Kongresses der Vereinigten Staaten bestimmt. Dabei standen 35 der 100 Senatssitze zur Wahl, regulär die 33 Senatoren der Klasse I und außerordentliche Wahlen in Minnesota (für das Mandat des zurückgetretenen Al Franken) und in Mississippi (für den Sitz des zurückgetretenen Thad Cochran). Gewählt wurden die Senatoren durch Direktwahl auf sechs Jahre von den Wahlberechtigten des jeweiligen Bundesstaates, den sie im Senat der Vereinigten Staaten repräsentieren. In seiner neuen Zusammensetzung trat der Senat des 116. Kongresses erstmals am 3. Januar 2019 zusammen.

Die Senatswahl fand gleichzeitig zu weiteren Wahlen in den Vereinigten Staaten statt, darunter der Repräsentantenhauswahl.

Bei der letzten regulären Wahl der Senatoren der Klasse I im Jahr 2012 konnten die Demokraten mit einem Zuwachs von zwei Mandaten die Mehrheit verteidigen. Bei den zwei darauf folgenden Wahlen der Senatoren der Klasse II – im Jahr 2014 – und der Senatoren der Klasse III – im Jahr 2016 – verloren die Demokraten die Mehrheit und die Republikaner stellten die Mehrheit.

Bei der Wahl konnten die Republikaner zwei Sitze dazugewinnen und ihre Mehrheit ausbauen.

Ablauf und Kandidaten Zwischen März und September 2018 fanden die parteiinternen Vorwahlen zur Bestimmung der jeweiligen Kandidaten für die Hauptwahl statt. Die Wahlen werden je nach Bundesstaatsrecht nach unterschiedlichen Verfahren abgehalten.

Der aktuelle Senat bestand bis zur Amtsübernahme der aus den Wahlen von 2018 hervorgegangenen Senatoren aus 51 Republikanern und 47 Demokraten. Zwei Senatoren (Angus King aus Maine und Bernie Sanders aus Vermont) waren als Unabhängige gewählt worden, gehören aber der demokratischen Fraktion im Senat an. Daher brauchten die Demokraten mindestens zwei neu hinzu gewonnene Senatssitze, um die Mehrheit im 116. Kongress der Vereinigten Staaten zu erlangen, die sie nach der Wahl 2014 verloren hatten und auch durch die Wahl 2016 nicht wiedererlangen konnten. Alle 23 demokratischen Senatoren dieser Klasse traten 2018 zur Wiederwahl an. Bei den Republikanern stellten sich fünf von acht Mandatsinhabern der Wiederwahl, während die Senatoren aus Tennessee, Arizona und Utah – Bob Corker, Jeff Flake und Orrin Hatch – nicht wieder antraten.

Zusätzlich fanden am selben Tag in Minnesota und Mississippi außerordentliche Nachwahlen statt (Rücktritte der Mandatsinhaber Al Franken und Thad Cochran). In beiden Bundesstaaten traten die jeweils von den Gouverneuren ernannten Interimssenatoren, Tina Smith in Minnesota und Cindy Hyde-Smith in Mississippi, zur Nachwahl an.

Ausgangslage 350px|mini|Ausgangslage der US-Bundesstaaten:Die außerordentlichen Nachwahlen sind durch zusätzliche Rechtecke gekennzeichnet. Die strukturellen Voraussetzungen waren ungünstig für die Demokraten, da sie deutlich mehr Mandate verteidigen mussten als die Republikaner (23 zu 8 und je eine Nachwahl). Zehn der Demokraten stellten sich in Bundesstaaten zur Wahl, die 2016 an den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gegangen waren, während nur einer der republikanischen Senatoren (Dean Heller, Nevada) in einem Bundesstaat antrat, den die demokratische Kandidatin Hillary Clinton gewonnen hatte. Im April 2018 hatten alle zehn bedrohten Demokraten an Wahlkampfspenden jeweils einen deutlichen Vorsprung vor ihren republikanischen Herausforderern, während demokratische Herausforderer in vier Staaten mit bisher republikanischen Senatoren (Nevada, Texas, Arizona, Tennessee) über so gute Spendeneinnahmen verfügten, dass sie dort konkurrieren konnten.Cameron Joseph: Senate Dems Still Crushing Their GOP Rivals In Fundraising. In: Talking Points Memo, 23. April 2018.

Zudem gab es in keinem der elf Staaten, die von den Republikanern als Angriffsziele ausgemacht wurden, eine ernsthafte Herausforderung des jeweiligen demokratischen Favoriten durch den linken Parteiflügel, was nach der gespaltenen Präsidentschaftsvorwahl 2016 zwischen der Establishmentkandidatin Hillary Clinton und dem linken Herausforderer Bernie Sanders erwartet worden war. Eine Analyse von McClatchy DC führte das darauf zurück, dass die Senatoren der Demokraten nach den Wahlen 2016 in allen wesentlichen Sachfragen, insbesondere der Erhaltung der Gesundheitsreform Obamacare und der Ablehnung der Steuerreform der Republikaner, geschlossen geblieben waren.Alex Roarty: Somehow, Senate Dems united as election year begins. In: McClatchy DC, 2. Januar 2018.

Ergebnisse Die Republikaner konnten ihre bisherige Mehrheit von 51 Sitzen im Senat (insgesamt 100 Sitze) auf 53 Sitze ausbauen.Griffin Connolly: It’s Thursday — 14 House Races, 3 Senate Races Yet Unresolved. In: Roll Call, 8. November 2018. Die meisten bisherigen Senatoren wurden wiedergewählt. Die Republikaner gewannen vier Sitze von bisherigen Mandatsinhabern der Demokraten hinzu, nämlich in Florida, Indiana, Missouri und North Dakota, während die Demokraten zwei Sitze bisheriger republikanischer Mandatsinhaber gewannen, nämlich in Nevada und Arizona. Dabei hatte die Auszählung in Florida einen so knappen Vorsprung des Republikaners Rick Scott ergeben, dass Nachzählungen durch Maschinen und anschließend von Hand angeordnet wurden. Scott siegte schließlich mit etwa 10.000 Stimmen Vorsprung bei 8,3 Millionen insgesamt abgegebenen Stimmen, was 0,12 Prozent entspricht.Gregory Krieg, Ryan Nobles, Ellie Kaufman, Dan Merica: Florida recounts begin as tensions escalate across state. In: CNN.com, 10. November 2018; Dan Merica, Gregory Krieg: Bill Nelson concedes Florida Senate race to Rick Scott. In: CNN.com, 18. November 2018. Am 27. November 2018 setzte sich in Mississippi die republikanische Mandatsinhaberin Cindy Hyde-Smith gegen den demokratischen Herausforderer Mike Espy durch, nachdem keiner von beiden im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit erreicht hatte.Mississippi U.S. Senate Special Election Results. In: The New York Times, 7. November 2018.

Arizona

Der amtierende Republikaner Jeff Flake wurde bei der Senatswahl 2012 gewählt. Bei der Wahl trat er nicht mehr an.

Die Demokratin Kyrsten Sinema konnte den Sitz gegen die republikanische Kandidatin Martha McSally gewinnen.

Da bei der Senatswahl 2016 der Republikaner John McCain den anderen Senatorensitz von Arizona verteidigen konnte, entsendet Arizona einen demokratischen und einen republikanischen Senator in den US-Senat.

Connecticut

Der amtierende Demokrat Chris Murphy wurde bei der Senatswahl 2012 gewählt.

Bei der Wahl konnte er seinen Sitz gegen den Republikaner Matthew Corey verteidigen.

Da bei der Senatswahl 2016 der Demokrat Richard Blumenthal den anderen Senatorensitz von Connecticut verteidigen konnte, entsendet Connecticut zwei demokratische Senatoren in den US-Senat.

Delaware

Der amtierende Demokrat Tom Carper wurde bei der Senatswahl 2012 wiedergewählt.

Bei der Wahl konnte er seinen Sitz gegen den Republikaner Rob Arlett verteidigen.

Da bei der Senatswahl 2014 der Demokrat Chris Coons den anderen Senatorensitz von Delaware verteidigen konnte, entsendet Delaware zwei demokratische Senatoren in den US-Senat.

Florida

Der amtierende Demokrat Bill Nelson wurde bei der Senatswahl 2012 wiedergewählt.

Bei der Wahl verlor er knapp seinen Sitz gegen den Republikaner Rick Scott.

Da bei der Senatswahl 2016 der Republikaner Marco Rubio den anderen Senatorensitz von Florida verteidigen konnte, entsendet Florida zwei republikanische Senatoren in den US-Senat.

Hawaii

Die amtierende Demokratin Mazie Hirono wurde bei der Senatswahl 2012 gewählt.

Bei der Wahl konnte sie ihren Sitz gegen den Republikaner Ron Curtis verteidigen.

Da bei der Senatswahl 2016 der Demokrat Brian Schatz den anderen Senatorensitz von Hawaii verteidigen konnte, entsendet Hawaii zwei demokratische Senatoren in den US-Senat.

Indiana

Der amtierende Demokrat Joe Donnelly wurde bei der Senatswahl 2012 gewählt.

Bei der Wahl verlor er seinen Sitz gegen den Republikaner Mike Braun.

Da bei der Senatswahl 2016 der Republikaner Todd Young den anderen Senatorensitz von Indiana gewinnen konnte, entsendet Indiana zwei republikanische Senatoren in den US-Senat.

Kalifornien

Die amtierende Demokratin Dianne Feinstein wurde bei der Senatswahl 2012 wiedergewählt.

Bei der Wahl konnte sie ihren Sitz gegen den Demokraten Kevin de León verteidigen.

Da bei der Senatswahl 2016 die Demokratin Kamala Harris den anderen Senatorensitz von Kalifornien gewinnen konnte, entsendet Kalifornien zwei demokratisch Senatoren in den US-Senat.

Maine

Der amtierende unabhängige Senator Angus King wurde bei der Senatswahl 2012 gewählt.

Bei der Wahl konnte er seinen Sitz gegen den Republikaner Eric Brakey und den Demokraten Zak Ringelstein verteidigen.

Da bei der Senatswahl 2014 die Republikanerin Susan Collins den anderen Senatorensitz von Maine verteidigen konnte, entsendet Maine einen unabhängigen und einen republikanischen Senatoren in den US-Senat.

Maryland

Der amtierende Demokrat Ben Cardin wurde bei der Senatswahl 2012 wiedergewählt.

Bei der Wahl konnte er seinen Sitz gegen den Republikaner Tony Campbell verteidigen.

Da bei der Senatswahl 2016 der Demokrat Chris Van Hollen den anderen Senatorensitz von Maryland gewinnen konnte, entsendet Maryland zwei demokratische Senatoren in den US-Senat.

Massachusetts

Die amtierende Demokratin Elizabeth Warren wurde bei der Senatswahl 2012 gewählt.

Bei der Wahl konnte sie ihren Sitz gegen den Republikaner Geoff Diehl verteidigen.

Da bei der Senatswahl 2014 der Demokrat Ed Markey den anderen Senatorensitz von Massachusetts gewinnen konnte, entsendet Massachusetts zwei demokratische Senatoren in den US-Senat.

Michigan

Die amtierende Demokratin Debbie Stabenow wurde bei der Senatswahl 2012 wiedergewählt.

Bei der Wahl konnte sie ihren Sitz gegen den Republikaner John E. James verteidigen.

Da bei der Senatswahl 2014 der Demokrat Gary Peters den anderen Senatorensitz von Michigan gewinnen konnte, entsendet Michigan zwei demokratische Senatoren in den US-Senat.

Minnesota Reguläre Wahl

Die amtierende Demokratin der Demokratischen Bauern- und Arbeiterpartei Minnesotas Amy Klobuchar wurde bei der Senatswahl 2012 wiedergewählt.

Bei der Wahl konnte sie ihren Sitz gegen den Republikaner Jim Newberger verteidigen.

Da bei der gleichzeitig stattfindenden Wahl die Demokratin Tina Smith den anderen Senatorensitz von Minnesota verteidigen konnte, entsendet Minnesota zwei demokratische Senatoren in den US-Senat.

Außerordentliche Wahl Darüber hinaus fand eine außerordentliche Nachwahl um einen Senatssitz der Klasse II zwischen Amtsinhaberin Tina Smith, Karin Housley und Sarah Wellington statt.

Die Demokratin der Demokratischen Bauern- und Arbeiterpartei Minnesotas Tina Smith konnte diese für sich entscheiden.

Mississippi Reguläre Wahl

Der amtierende Republikaner Roger Wicker wurde bei der Senatswahl 2012 wiedergewählt.

Bei der Wahl konnte er seinen Sitz gegen den Demokraten David Baria verteidigen.

Da bei der gleichzeitig stattfindenden Wahl die Republikanerin Cindy Hyde-Smith den anderen Senatorensitz von Mississippi verteidigen konnte, entsendet Mississippi zwei republikanische Senatoren in den US-Senat.

Außerordentliche Wahl Darüber hinaus fand eine außerordentliche Nachwahl um einen Senatssitz der Klasse II zwischen Amtsinhaberin Cindy Hyde-Smith, Mike Espy und Chris McDaniel statt.

Stichwahl Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhielt, musste eine Stichwahl durchgeführt werden. Diese wurde am 27. November 2018 durchgeführt.

Die Republikanerin Cindy Hyde-Smith konnte diese für sich entscheiden.

Missouri

Die amtierende Demokratin Claire McCaskill wurde bei der Senatswahl 2012 wiedergewählt.

Bei der Wahl verlor sie ihren Sitz gegen den Republikaner Josh Hawley.