mini|Schloss Ringelsdorf (Nordseite). Das Schloss Ringelsdorf ist das Herrenhaus eines ehemaligen Gutes im Ortsteil Ringelsdorf der Ortschaft Tucheim der Stadt Genthin im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist das Schloss unter der Erfassungsnummer 094 75979 als Baudenkmal verzeichnet.Padoka.Landtag.Sachsen-Anhalt.de.: Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. 03. 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt.

Geschichte und Gestaltung Ringelsdorf war ursprünglich ein Vorwerk des Gutes Dretzel, dessen Eigentümer Ludwig Hermann von Stilke (1764–1835) es seiner Tochter Adelgunde (1798–1869) und ihrem Ehemann Heinrich von Ostau (1790–1872) vererbte. Nachfolger seit 1873 wurde Heinrich Wilhelm von Ostau, verheiratet mit Paula von Knobloch. Ihr Sohn Heinrich Paul Albrecht von Ostau (1873–1924) verkaufte Ringelsdorf laut dem Genealogischen Handbuch des Adels nach 1912. Sein Sohn aus erster Ehe wiederum Joachim-Heinrich von Ostau (1902–1969) erwarb wesentlich später, nach 1939, ein kleines Gut in Pommern. Die Schriftstellerin Ruth von Ostau ist dessen ältere Schwester.

Das Herrenhaus wurde 1870 im historistischen Baustil errichtet, es hat einen asymmetrischen Grundriss, auf einem hohen Kellergeschoss erhebt sich ein zweigeschossiger Putzbau mit einem vielgliedrigen Steildach. An der Westseite erhebt sich ein quadratischer Turm, im Nordosten wurde ein runder Eckturm angebaut. Das Schloss wurde um einen eingeschossigen Anbau mit Seitenrisalit und Freitreppe erweitert, die heute als Eingangsbereich dienen. Eine Restaurierung des Gebäudes erfolgte in den Jahren 1999 und 2000.

1912–1915 entstand südlich des Herrenhauses ein zweites Wohngebäude nach Entwurf des Berliner Architekten Alfred Grenander, das der Reformarchitektur zuzuordnen ist. Bauherr war der Sohn des Buchhändlers Georg Stilke,Aktuell gibt es nur einen ersten genealogischen Hinweis zum erwähnten Stilke-Dretzel und der gleichnamigen bürgerlichen Unternehmerfamilie, mit ursprünglicher Herkunft aus Magdeburg. Siehe in: Oskar Häring, Georg Crusen, u. a.: Georg Stilke. 1872-1922. Denkschrift und Arbeitsbericht. Berlin 1922. (306 S., Taf. / Mit Erwähnung von Vorfahren). der Verlagsbuchhändler und Buchhandels-Unternehmer Hermann Stilke (1870–1928). Zum Rittergut gehörten 1922 konkret 1282 ha. Bis 1945 bewohnten es dessen Sohn Georg Stilke (1904–1974) und seine Ehefrau Karin Stilke geb. Lahl (1914–2013).

Nach 1945 diente die Anlage als Seniorenheim der Volkssolidarität. Heute werden die Gebäude als sozialtherapeutisches Zentrum „Schloss Ringelsdorf“ genutzt.

Literatur Ringelsdorf, In: Folkhard Cremer (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen-Anhalt I, Regierungsbezirk Magdeburg. Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2002, ISBN 978-3-422-03069-5. Ringelsdorf, In: Deutsche Burgenvereinigung e. V., Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Sachsen-Anhalt. Theiss, Stuttgart 1994, ISBN 978-3-8062-1101-6. Ringelsdorf, In: Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1981. Band XVI, Band 76 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1981, , S. 405–407. Schlossanlage Ringelsdorf, In: Hermann Muthesius (Red./Hrsg.), Harry Maasz (Gartentext): Landhaus und Garten. Beispiele neuzeitlicher Landhäuser nebst Grundrissen, Innenräumen und Gärten. 4, völlig umgearb. Auflage (19.–25. Tsd.), F. Bruckmann, München 1925. , u. a. S. 17, 18-Wikimedia Commons.

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Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Schloss im Landkreis Jerichower Land Schloss Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis Jerichower Land Schloss Kategorie:Bauwerk von Alfred Grenander Kategorie:Schloss in Europa