Der Verein für Bewegungsspiele Leipzig, kurz VfB Leipzig, war ein Sportverein in Leipzig. Bis 1991 hieß er 1. FC Lokomotive Leipzig und sieht sich als Nachfolger des 1945 aufgelösten VfB Leipzig. In den Folgejahren entwickelte sich aus dem reinen Fußball- ein Mehrspartenverein (Handball, Volleyball, Schach). Der Verein ging 2004 in Insolvenz. Im Jahr 2018 wurde die Insolvenz erfolgreich beendet."Amtsgericht genehmigt VfB-Insolvenzplan", lok-leipzig.com, abgerufen am 3. April 2021 Die Nachfolge in der Fußballsparte trat der „wiedergeborene“ 1. FC Lokomotive Leipzig an. Aus der Handballsparte ging der HC Leipzig, aus der Volleyballabteilung der VV Leipzig und aus der Schachabteilung der VfB Schach Leipzig hervor. Im Oktober 2021 fusionierte der Verein mit dem Nachfolgeklub 1. FC Lokomotive Leipzig, der die Traditionslinie seit 1893 nun auch offiziell fortsetzt.Ein Traum wurde wahr

Heimstadion der VfB-Fußballer war das Bruno-Plache-Stadion in Leipzig-Probstheida.

Geschichte mini|hochkant=1.5|Historische Namensentwicklung des VfB Leipzig und seiner Nachfolger Bereits im November 1989 gab es in Leipzig Bestrebungen, unter dem Traditionsnamen VfB Leipzig einen finanzkräftigen Verein mit einer schlagkräftigen Fußball-Mannschaft zu schaffen. Seitens der damals noch bestehenden BSG Chemie Leipzig, die ihre Eigenständigkeit behalten wollte, wurde das Fusionsangebot aus Probstheida aber abgelehnt. Während der Saison 1990/91 setzten sich bei Präsident Karl Drößler ehemalige Mitglieder des VfB Leipzig für die Wiederaufnahme der Traditionslinie ein. Auch die Mitglieder des 1. FC Lokomotive Leipzig folgten dieser Idee und beschlossen am 28. Mai 1991 in Erinnerung an den dreimaligen deutschen Meister VfB Leipzig die Umbenennung. Ab dem 1. Juli 1991 hieß der Verein wieder VfB Leipzig.

Mit diesem Schritt wurde der Grundstein für einen neuen bürgerlichen Großverein gelegt. Im Laufe der Zeit traten neue Abteilungen bei und bestehende verließen den Verein. Es folgten zwei Insolvenzverfahren in den Jahren 2000 und 2004. Nach dem zweiten Insolvenzverfahren wurde durch die Gläubigerversammlung am 21. April 2004 die Erstellung eines Insolvenzplans abgelehnt. Die Mannschaften des VfB Leipzig wurden zum Ende der Saison 2003/04 vom Spielbetrieb abgemeldet.

Während die Jugend- und Frauenmannschaften, die Mitte der 1990er Jahre gegründet worden waren, in den neu gegründeten 1. FC Lokomotive Leipzig integriert wurden, bestand die erste Männermannschaft nicht mehr.

Die 1991 dem Verein beigetretenen Schachspieler gründeten 2004 den Verein VfB Schach Leipzig.

Im Jahr 1993 wurde im VfB Leipzig eine Handballabteilung gegründet. Nachdem der SC Leipzig, aus dem auch der 1. FC Lokomotive Leipzig entstand, sich 1993 auflöste, wechselten die Handballerinnen geschlossen zum VfB Leipzig, während die Handball-Herren sich dem SC DHfK Leipzig anschlossen. Um der drohenden Insolvenz zuvorzukommen, verließ die Abteilung Handball 1999 den Verein und gründete mit dem HC Leipzig einen eigenen Verein.

Im Jahr 1998 wechselten nach den Handballerinnen des SC Leipzig auch die Volleyballspieler zum VfB Leipzig. Nach nur einem Jahr verließen diese den Verein wieder und gründeten genauso wie die Abteilung Handball mit dem VV Leipzig einen eigenen Verein.

Abteilung Fußball Geschichte 1991–1993: Vom Abstiegskandidaten zum Aufsteiger Saison Liga Platz S U N Tore Punkte DFB-Pokal 1991/92 2. Bundesliga Süd 7. 10 11 11 42:42 31:33 3. Runde 1992/93 2. Bundesliga 3. 22 14 10 66:45 58:34 3. Runde Grün unterlegte Spielzeiten kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Spielzeiten einen Abstieg. Noch als 1. FC Lokomotive Leipzig hatte sich die Mannschaft in der letzten Saison der DDR-Oberliga für die 2. Bundesliga qualifiziert. Durch die Aufnahme von sechs Mannschaften aus der DDR-Oberliga wurde die 2. Bundesliga in der Saison 1991/92 in zwei Staffeln mit je zwölf Mannschaften aufgeteilt. Der VfB Leipzig wurde in die Staffel Süd eingeteilt und belegte nach der Hinspielrunde den 9. Platz, womit er an der Abstiegsrunde teilnahm. Eine Ursache für dieses unerwartet schlechte Abschneiden der Leipziger war der frühzeitig verletzungsbedingte Ausfall der Leistungsträger Halata und Kreer, der nicht zu kompensieren war.Neue Zeit vom 27. Dezember 1991 S. 14 Um die 2. Liga dennoch zu halten, ließ der VfB schon im Herbst 1991 auf dem Transfermarkt nichts unversucht. So wurde Ende Oktober 1991 die spektakuläre Verpflichtung des damals 36-jährigen französischen Altinternationalen Didier Six bekanntgegeben, der einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt.Berliner Zeitung vom 25. Oktober 1991 S. 22 Da das Bruno-Plache-Stadion als nicht mehr zweitligatauglich angesehen wurde, musste der VfB die Abstiegsrunde in der Schüssel des Zentralstadions austragen. In dieser musste der VfB bis zum letzten Spieltag zittern, ehe er sich mit einem 1:0-Heimsieg gegen den TSV 1860 München den Klassenerhalt sicherte.Neue Zeit vom 19. Mai 1992 S. 15

In der darauffolgenden Saison wurde wieder in einer eingleisigen 2. Bundesliga mit 24 Mannschaften gespielt. Dies hätte jedoch fast ohne den VfB stattgefunden. Der DFB forderte zunächst bis zum 10. Juni 1992 eine Bürgschaft über Sponsorengelder in Höhe von 1 Million DM für die Lizenzfreigabe. Nach erfolgreichem Einspruch erhielt der sächsische Zweitligist die Lizenz.Neue Zeit vom 12. Juni 1992 S. 16 Mit einem 4,5 Millionen-Etat und fünf Neuverpflichtungen, darunter Hans-Jürgen Heidenreich und Dieter Hecking startete der VfB in die Mammutsaison mit 46 Spieltagen.Neue Zeit vom 10. Juli 1992 S. 15 Schon frühzeitig konnten sich die Sachsen im oberen Bereich der Tabelle etablieren, sie blieben immer in Reichweite zu den drei Aufstiegsplätzen. Auch Rückschläge konnten die Mannschaft dabei nicht beirren. So wurde im Januar 1993 Torjäger Bernd Hobsch, der bis dahin 15 Saisontore in 25 Spielen erzielt hatte, für 2,2 Millionen DM an Werder Bremen verkauft. Im Februar wurde der Wechsel von Trainer Jürgen Sundermann zum mit um den Bundesligaaufstieg kämpfenden Konkurrenten Waldhof Mannheim zum Saisonende bekannt. Sundermann hatte für eine Vertragsverlängerung um 35 % höhere Bezüge beim Ligaverbleib und um 65 % höhere Bezüge beim Bundesligaaufstieg gefordert. Diese Forderungen konnte der Verein nicht realisieren.Neue Zeit vom 10. Februar 1993 S. 16 Zumindest sportlich konnte der VfB kurzfristig Ersatz finden, indem Ende Februar der Brasilianer Franklin Bittencourt von Fluminense Rio de Janeiro ausgeliehen wurde, der in 15 Saisonspielen noch fünf Tore schoss.Neue Zeit vom 1. März 1993 S. 14 In der Trainerfrage konnte Ende April 1993 ein Nachfolger für Sundermann verpflichtet werden, die Vereinsführung war sich mit dem ehemaligen DDR-Nationaltrainer Bernd Stange einig geworden.Neue Zeit vom 21. April 1993 S. 16 Schon ab dem Frühjahr 1993 hatte sich nach den am 42. Spieltag schon aufgestiegenen Freiburgern eine Dreiergruppe aus dem MSV Duisburg, dem VfB und pikanterweise dem SV Waldhof Mannheim, Sundermanns zukünftigem Arbeitgeber, auf den Plätzen zwei bis vier festgesetzt. Am 44. Spieltag erzielte der VfB durch einen 3:0-Heimsieg gegen Jena bei einem gleichzeitigen Unentschieden der Waldhöfer in Braunschweig einen Punkt mehr als die bis dahin punktgleichen Mannheimer und konnte sich auf Platz drei festsetzen. Am vorletzten Spieltag kam es zum direkten Duell in Mannheim. Nach einem hektischen Spiel, welches die Leipziger nur mit neun Spielern beendeten, stand es am Ende 0:0. So musste der letzte Spieltag die Entscheidung über den Aufstieg bringen. Mit einem Sieg der Waldhöfer in Wuppertal bei gleichzeitiger Niederlage der Leipziger zuhause gegen Mainz wären die Kurpfälzer noch am VfB vorbeigezogen. Nach 45 Minuten lag Mannheim auch mit 1:0 in Führung, während vor 38.000 Zuschauern im Zentralstadion noch keine Tore gefallen waren. Nach 51 Spielminuten stand es jedoch 3:1 für Wuppertal, kurz darauf brachten Rische (60.) und Anders (68.) mit einem Doppelschlag die Leipziger in Führung. Am Ende verlor Mannheim 3:4 in Wuppertal und der VfB stieg mit 3 Punkten Vorsprung vor den Waldhöfern als dritte Mannschaft neben dem SC Freiburg und dem MSV Duisburg in die Bundesliga auf.

Die Aufstiegsmannschaft von 1993Übersicht bei kicker.de Maik Kischko (46 Spiele/– Tore) Matthias Lindner (46/3) Torsten Kracht (43/3), Frank Edmond (46/5), Nico Däbritz (39/3), Dieter Hecking (31/1), Matthias Liebers (22/0), Uwe Bredow (38/0) Bernd Hobsch (25/15), Jürgen Rische (46/10), Dirk Anders (42/12) Trainer: Jürgen Sundermann außerdem: Uwe Trommer (20/–), Helmut Gabriel (30/1), Gennadij Grishin (19/3), Sarfo Gyamfi (4/–), Jörg Engelmann (25/4), Franklin Bittencourt (15/5), Janusz Turowski (14/1), Hans-Jürgen Heidenreich (40/–)

1993–1994: Abenteuer Bundesliga Saison Liga Platz S U N Tore Punkte DFB-Pokal 1993/94 Bundesliga 18. 3 11 20 32:69 17:51 2. RundeGrün unterlegte Spielzeiten kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Spielzeiten einen Abstieg.