mini|Der Grimani-Marcello-Palast vom Canal Grande gesehen; links ist noch der rechte Rand des Palazzo Cappello Layard zu erkennen, rechts der Palazzo Querini Dubois Der Palazzo Grimani Marcello, bzw. die Ca’ Grimani Marcello, nach einem Zweig der Familie auch Grimani dall’Albero d’Oro genannt, ist ein Palast im venezianischen Sestiere San Polo mit der Adresse San Polo 2033, dessen Fassaden einerseits auf den Canal Grande, andererseits auf den Rio delle Erbe blicken. Er befindet sich zwischen dem Palazzo Cappello Layard und dem Palazzo Querini Dubois.
Geschichte Der Palast stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert, wurde jedoch im 15. Jahrhundert stark umgebaut. Baumeister war, jedenfalls wird ihm dies zugeschrieben, Giovanni Buora (1450–1513), der das Bauwerk im Stil der Lombardo-Renaissance gestalten ließ. Wahrscheinlich zu dieser Zeit befanden sich Fragmente hellenistischer und römischer Skulpturen im Palast.Gino Benzoni, Antonio Menniti Ippolito: Storia di Venezia. Il rinascimento – società ed economia, Istituto della Enciclopedia italiana, Rom 1996, S. 267.
Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Innere des Bauwerks umgestaltet. Zu einer erneuten Umgestaltung kam es, als der Doge Piero Grimani dort zwischen 1741 und 1752 residierte. Zu dieser Zeit war der Palast ein häufig aufgesuchter Versammlungsort für Verfechter aufklärerischer Ideen, wie sie der Doge selbst gleichfalls verfolgte.Marcello Brusegan: I palazzi di Venezia, Newton Compton Editori, Rom 2005, S. 203.
Wie die Eigentümer zahlreicher anderer Paläste, so verloren auch die Grimani während der französischen und österreichischen Herrschaft ihre staatlichen Posten und viele der Einnahmequellen, so dass sie 1808 ihre Bücher- und Gemäldesammlung verkauften, darunter den Epulone des Bonifazio Veronese, der sich heute in den Gallerie dell’Accademia befindet. 1825 entstanden Fresken durch Carlo Bevilacqua, von denen eine Darstellung von Amor und Psyche erhalten blieb.
Beschreibung mini|Der Grimani-Marcello-Palast (rechts) neben dem Cappello-Layard-Palast (links) Die entsprechend der venezianischen Bautradition dreiteilige Fassade wurde durch Lisenen und Pilaster unterteilt. Letztere tragen korinthische Kapitelle aus istrischem Marmor. Im Erdgeschoss befindet sich das zentral angeordnete Wasserportal, darüber, in den Beletagen, je ein Triforium mit durchgängigem Balkon. Zu beiden Seiten des Wasserportals befinden sich je zwei übergiebelte Fenster.
Der primo piano nobile, die darüber befindliche Beletage, nimmt die Anordnung der Öffnungen auf, wie es auch der secondo piano nobile tut, nur dass oberhalb des Wasserportals je ein Triforium mit Balkon angeordnet ist. Große Flammenvasen befinden sich über den Fensterbögen.
Im Gebäude befindet sich ein ausgedehnter Hof, der jedoch Anfang des 18. Jahrhunderts stark verändert wurde.
Die hinter der Hauptfassade stark zurücktretende, schmucklose Nebenfassade besitzt ebenfalls ein Wasserportal, das durch drei Öffnungen, voneinander durch Säulen getrennt, die Fassade beherrscht.
Literatur Massimo Favilla, Ruggero Rugolo: A brief History of Palazzo Grimani dall’Albero d’Oro in Venice. From the Vendramin to the Marcello family 1449–1969, Fondazione dell’Albero d’Oro Edizioni, Venedig 2021. Marcello Brusegan: I palazzi di Venezia, Newton Compton Editori, Rom 2005, S. 202–204. Ennio Concina: Storia dell’architettura di Venezia dal VII al XX secolo, Electa, Mailand 1995, S. 170–172.
Weblinks
Anmerkungen
Kategorie:Palast im Sestiere San Polo Kategorie:Palast am Canal Grande Kategorie:Grimani (Familie) Kategorie:Weltkulturerbe Venedig und seine Lagune