Katharina Liensberger (* 1. April 1997 in Feldkirch, Vorarlberg) ist eine österreichische Skirennläuferin. Sie gehört seit 2018 der Nationalmannschaft des Österreichischen Skiverbandes an und startet in den technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom.
Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang und bei den Skiweltmeisterschaften 2019 in Åre gewann Liensberger mit dem österreichischen Team die Silbermedaille im Mannschaftsbewerb. Bei den Skiweltmeisterschaften 2021 in Cortina d’Ampezzo gewann sie im Slalom und im erstmals ausgetragenen Parallel-Riesenslalom (ex aequo mit Marta Bassino) jeweils die Goldmedaille sowie im Riesenslalom die Bronzemedaille. In der Saison 2020/21 gewann sie erstmals den Weltcup in der Slalom-Disziplinenwertung. Bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking gewann Liensberger im Slalom die Silbermedaille sowie im Mannschaftswettbewerb die Goldmedaille.
Karriere Katharina Liensberger besuchte von 2003 bis 2007 die Volksschule in ihrem Heimatdorf Göfis. Anschließend besuchte sie von 2007 bis 2009 das Bundesgymnasium Feldkirch, ehe sie im Herbst 2009 an die Skihauptschule in Schruns wechselte und in der Folge von 2011 bis 2016 das Skigymnasium Stams absolvierte. Sie macht eine Ausbildung beim Bundesministerium für Finanzen im Zollwesen.
2015 gewann sie Bronze im Riesenslalom sowie Gold im Mannschaftswettbewerb beim Europäischen Olympischen Winter-Jugendfestival in Malbun. Liensberger gab beim Nachtslalom in Flachau im Jänner 2016 ihr Weltcupdebüt. Dort kam sie allerdings nicht in die Punkteränge. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2016 in Sotschi startete sie in allen Disziplinen und erreichte als bestes Resultat einen siebten Platz im Slalom. Ihren ersten Sieg bei einem Europacup-Rennen erreichte sie am 29. November 2017 bei einem Slalom in Funäsdalen. Beim Slalom am Semmering gewann sie am 29. Dezember 2016 mit Rang 22 erstmals in ihrer Karriere Weltcuppunkte.
Olympische Winterspiele 2018 Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2017 in Åre gewann Liensberger die Silbermedaille im Riesenslalom und im Mannschaftswettbewerb. Am 3. Jänner 2018 fuhr die damals 20-Jährige im Weltcup-Slalom von Zagreb mit der hohen Startnummer 35 auf Rang acht und somit erstmals in die Top Ten eines Weltcuprennens. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2018 in Davos gewann sie am 30. Jänner im Riesenslalom hinter ihrer Teamkollegin Julia Scheib die Silbermedaille und sicherte sich damit die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Südkorea.Liensberger und Hirschbühl lösen Olympia-Ticket (28. Jänner 2018)Junioren-WM: ÖSV-Doppelsieg im Riesenslalom (30. Jänner 2018) Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, im erstmals ausgetragenen Mannschaftswettbewerb, gewann sie am 24. Februar mit dem österreichischen Team die Silbermedaille.Katharina Liensberger holt Silber mit dem ÖSV-Team (24. Februar 2018)
mini|Katharina Liensberger beim City Event in Stockholm am 19. Februar 2019 Am 8. Jänner 2019 gelang ihr mit Rang drei beim Nachtslalom in Flachau erstmals ein Weltcup-Podestplatz, da die zuvor drittplatzierte Anna Swenn-Larsson wegen eines Einfädlers nachträglich disqualifiziert wurde.Vlhova stoppt Shiffrins Slalom-Serie, sport.orf.at, 8. Jänner 2019. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Åre gewann Liensberger die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb, im Slalom belegte sie den vierten Platz. Kurz vor dem Start in die Weltcup-Saison 2019/20 wollte sie von Rossignol- zu Kästle-Ski wechseln, konnte aber keinen vom ÖSV geforderten Schuhausrüstervertrag vorweisen.Liensberger hängt in Schuhfalle fest (5. Oktober 2019) In Lienz stand Liensberger am 28. Dezember erstmals auch im Riesentorlauf-Weltcup auf dem Podest und landete auf dem dritten Rang.63. Weltcupsieg für Shiffrin, Liensberger in Lienz Dritte (28. Dezember 2019)
Zu Beginn der Saison 2020/21 stand Liensberger im November 2020 in Levi zweimal als Dritte auf dem Podest.ÖSV-Torläuferin Katharina Liensberger will noch mehr Am 29. Dezember 2020 erreichte sie beim Slalom am Semmering erstmals den zweiten Platz.Liensberger schrammt an erstem Sieg vorbei, sport.orf.at, 29. Dezember 2020. Beim darauffolgenden Slalom in Zagreb am 3. Jänner 2021 konnte sie diesen Erfolg wiederholen.Liensberger erneut hauchdünn besiegt, sport.orf.at, 3. Jänner 2021. Im Nachtslalom in Flachau erreichte sie am 12. Jänner zum dritten Mal hintereinander den zweiten Platz.Liensberger nur von Shiffrin bezwungen, sport.orf.at, 12. Jänner 2021. Nach fünf von neun Rennen lag Liensberger damit im Slalom-Weltcup mit 360 Punkten hinter der Slowakin Petra Vlhová (400 Punkte) an der zweiten Stelle. Nachdem sie am 12. März im ersten Slalom von Åre erneut den zweiten Platz erreichte und von Vlhová geschlagen wurdeVlhova verhindert ersten Sieg von Liensberger, sport.orf.at, 12. März 2021., feierte Liensberger am darauffolgenden Tag im zweiten Slalom ihren ersten Weltcupsieg mit deutlichem Vorsprung vor Mikaela Shiffrin und Wendy Holdener.Liensberger feiert ihren ersten Weltcup-Sieg, vol.at, 13. März 2021.Liensberger mit Triumphfahrt zu erstem Sieg, sport.orf.at, 13. März 2021. Damit konnte sie ihren drei Wochen zuvor errungenen Weltmeistertitel in derselben Disziplin bestätigen.
Beim Weltcupfinale in Lenzerheide lag Liensberger vor dem letzten Slalombewerb der Saison am 20. März 22 Punkte hinter Vlhova und 15 Punkte vor der favorisierten Shiffrin. Bei diesem abschließenden Rennen fuhr sie zweimal Laufbestzeit und konnte mit einem deutlichen Vorsprung vor Shiffrin den Tagessieg und damit erstmals in ihrer Karriere eine Disziplinenwertung, den Slalom-Weltcup, gewinnen.Liensberger erobert Slalom-Kristall, sport.orf.at, 20. März 2021.Alpin-Saisonfinale in Lenzerheide – Gesamtweltcup für Vlhová, aber Liensberger "klaut" Slalomkugel, sportschau.de, 20. März 2021.
Weltmeisterschaften 2021 Am 16. Februar 2021 holte sich Liensberger bei den Weltmeisterschaften 2021 in Cortina d’Ampezzo im Parallel-Riesenslalom ex aequo mit der Italienerin Marta Bassino die Goldmedaille und somit ihre erste Einzelmedaille nach Team-Silber 2019 in Åre.Liensberger holt doch Gold bei Premiere, sport.orf.at, 16. Februar 2021. Zwei Tage später gewann sie etwas überraschend Bronze im Riesenslalom, und im abschließenden Slalom am 20. Februar konnte sich die damals 23-Jährige mit Laufbestzeit in beiden Durchgängen ihren zweiten Weltmeistertitel sichern.Liensberger fährt mit Gala zu Slalom-Gold, sport.orf.at, 20. Februar 2021.
Olympische Winterspiele 2022 Bei den Olympischen Winterspielen 2022 holte sich Liensberger am 7. Februar in Peking im Riesenslalom den 15. Rang und zwei Tage später im Slalom hinter der Slowakin Petra Vlhová die Silbermedaille. Im Mannschaftswettbewerb gewann sie gemeinsam mit Stefan Brennsteiner, Johannes Strolz und Katharina Truppe sowie den Ersatzläufern Michael Matt und Katharina Huber die Goldmedaille. Am 12. März konnte die 24-Jährige in Schweden an der Stätte ihres ersten Weltcup-Sieges nach dem fünften Platz im ersten Durchgang den Slalom in Åre für sich entscheiden und damit ihren dritten Weltcupsieg feiern.Liensberger schlägt erneut in Aare zu, sport.orf.at, 12. März 2022.
Ab April 2022 wurde Liensberger vom italienischen Alpinskitrainer Livio Magoni trainiert, den der ÖSV exklusiv für ihre Betreuung engagiert hatte. Dieses Engagement erwies sich als Misserfolg, denn im Verlaufe der gesamten Saison 2022/23 konnte sie bei weitem nicht an die Leistungen der Vorjahre anknüpfen und es gelangen ihr lediglich drei Platzierungen unter den besten zehn. Bereits im Jänner 2023 endete daher die Zusammenarbeit mit Magoni. Auch danach trat keine Verbesserung ein. So kam Liensberger bei den Weltmeisterschaften 2023 in Méribel nicht über Platz 20 im Slalom und Platz 24 im Riesenslalom hinaus, im Parallelwettbewerb konnte sie sich nicht für die Hauptrunde qualifizieren. Lediglich im Mannschaftswettbewerb erreichte sie mit dem österreichischen Team den vierten Platz.
Zu Beginn der Saison 2023/24 belegte Liensberger am 11. November 2023 beim ersten Slalom in Levi den dritten Platz hinter der Deutschen Lena Dürr und der Slowakin Petra Vlhová. Am 16. November 2024 konnte Liensberger zu Beginn der Saison 2024/25 in Levi erneut aufs Podest fahren. Sie belegte den zweiten Platz vor Lena Dürr und musste sich nur Mikaela Shiffrin geschlagen geben. Anderthalb Monate später gelang ihr am 29. Dezember 2024 mit dem dritten Platz im Slalom am Semmering hinter Lena Dürr und der kroatischen Premierensiegerin Zrinka Ljutić der nächste Podestplatz. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Saalbach-Hinterglemm gewann sie die Bronzemedaille im Slalom.
Am 2. Jänner 2026 zog sich Liensberger bei einem Sturz im Riesenslalom-Training eine Fraktur des Schienbeinkopfs sowie einen Meniskus- und Innenbandriss im rechten Knie zu.
Persönliches Liensberger ist liiert und lebt in Göfis, Vorarlberg.ÖSV-Star im Liebesglück (20. Juli 2020) 2025 schloss sie ein Sportmanagement-Studium an der Universität St. Gallen ab.
Auszeichnungen 2021: Vorarlberger Sportlerin des JahresSportler des Jahres 2021 gekürt (30. März 2022) 2025: Großes Goldenes Sportehrenzeichen des ÖSVGrosse Ehre für Haaser und Venier am Ort ihres goldenen Triumphs (21. Juni 2025)
Erfolge
Olympische Spiele Pyeongchang 2018: 2. Mannschaftswettbewerb, 8. Slalom Peking 2022: 1. Mannschaftswettbewerb, 2. Slalom, 15. Riesenslalom
Weltmeisterschaften Åre 2019: 2. Mannschaftswettbewerb, 4. Slalom, 12. Riesenslalom Cortina d’Ampezzo 2021: 1. Parallelrennen, 1. Slalom, 3. Riesenslalom Méribel 2023: 4. Mannschaftswettbewerb, 20. Slalom, 20. Parallelrennen, 24. Riesenslalom Saalbach-Hinterglemm 2025: 3. Slalom, 5. Team-Kombination, 12. Riesenslalom
Weltcup 18 Podestplätze, davon 3 Siege: Datum Ort Land Disziplin 13. März 2021 Åre Schweden Slalom 20. März 2021 Lenzerheide Schweiz Slalom 12. März 2022 Åre Schweden Slalom
Weltcupwertungen Saison Gesamt Riesenslalom Slalom Parallel Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 2016/17 106. 15 – – 44. 15 – – 2017/18 36. 206 34. 20 14. 186 – – 2018/19 12. 483 12. 133 7. 350 – – 2019/20 16. 401 13. 108 3. 276 26. 17 2020/21 5. 903 10. 198 1. 690 16. 15 2021/22 15. 511 21. 104 4. 392 16. 15 2022/23 39. 232 20. 94 19. 138 – – 2023/24 18. 447 21. 122 7. 325 – – 2024/25 11. 563 27. 4 2. 509 – – 2025/26 39. 189 28. 73 18. 116 – –
Europacup Saison 2016/17: 10. Gesamtwertung, 5. Riesenslalomwertung, 9. Slalomwertung 9 Podestplätze, davon 2 Siege: Datum Ort Land Disziplin 29. November 2017 Funäsdalen Schweden Slalom 2. März 2018 Zinal Schweiz Riesenslalom
Australia New Zealand Cup Saison 2017: 5. Slalomwertung, 7. Gesamtwertung 3 Podestplätze
Juniorenweltmeisterschaften Sotschi 2016: 7. Slalom, 29. Super-G Åre 2017: 2. Riesenslalom, 2. Mannschaftswettbewerb Davos 2018: 2. Riesenslalom
Weitere Erfolge 1 Podestplatz im South American Cup EYOF 2015: 1. Mannschaftswettbewerb, 3. Riesenslalom 6 Siege in FIS-Rennen
Weblinks
Website von Katharina Liensberger
Einzelnachweise
Kategorie:Alpiner Skirennläufer (Österreich) Kategorie:Olympiasieger (Ski Alpin) Kategorie:Weltmeister (Ski Alpin) Kategorie:Olympiateilnehmer (Österreich) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2018 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2022 Kategorie:Sportler (Rankweil) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1997 Kategorie:Frau