Thái Lập Thành (* 1899 bei Bạc Liêu; † 31. Juli 1951 in Sa Đéc, Mekongdelta, Indochina) war ein profranzösischer vietnamesischer Kolonialbeamter und Politiker.

Während des Indochinakrieges amtierte er für die Bảo-Đại-Regierung (Staat Vietnam) ab 1950 als Gouverneur von Südvietnam (Thủ hiến Nam Việt). Er löste in diesem Amt Trần Văn Hữu ab, der zum Premierminister aufgestiegen war.Ellen Joy Hammer: The Struggle for Indochina, 1940-1955, Stanford University Press, 1966, S. 274 Thái Lập Thành galt allerdings trotz der hohen Position als politisch wenig bedeutsam.CIA Daily Digest 159 (1. August 1951): „Governor Thai Lap Thanh was, despite his title, a relatively uninfluential figure in the Vietnam administration.“

Am 31. Juli 1951 fiel er, gemeinsam mit dem französischen Regionalbefehlshaber General Charles Chanson, während einer Inspektionstour in der Stadt Sa Đéc im Mekongdelta einem Selbstmordattentat zum Opfer: Ein junger Vietnamese sprengte sich unmittelbar neben den beiden mit einer Granate in die Luft. Der Gouverneur war sofort tot, der General starb einige Stunden später. Für das Attentat wurden zunächst die Việt Minh verantwortlich gemacht; wahrscheinlicher ist allerdings die Beteiligung des Cao-Đài-Milizenführers Trình Minh Thế.Serguei A. Blagov: Honest Mistakes: The Life and Death of Trình Minh Thế (1922-1955), South Vietnam's Alternative Leader, Nova Science, 2001, S. 29 Die Regierung nahm das Attentat zum Anlass, die paramilitärische Jugend-Miliz der Đại-Việt-Partei (Thanh niên Bảo quốc Đoàn) zu verbieten.Joseph Buttinger: Vietnam: Vietnam at war, Pall Mall, 1967, S. 1244

In Saigon wurde eine Straße nach ihm benannt (Đường Thái Lập Thành, seit 1975 Đông Du).

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