Das Ökonomenranking stellt eine Bestenliste dar, die Ökonomen in Deutschland, der Schweiz und Österreich nach drei verschiedenen Kriterien (Forschung, Medien, Politikberatung) unwissenschaftlich bewertet. Eine solche wurde in Deutschland erstmals 2013 und nun fortan jährlich veröffentlicht. Das F.A.Z. Ökonomenranking gibt vor, die Leistung eines Wissenschaftlers umfassender zu bewerten. Deutschlandradio Kultur. Abgerufen am 26. Juli 2016. Dies steht im Gegensatz zum Handelsblatt-Ökonomenranking (der Konkurrenz), das nur die reine Forschungsleistung bewertet. Das Ranking der FAZ in Deutschland wird in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern erarbeitet, in der Schweiz von der NZZ und in Österreich von der Zeitung Die Presse publiziert.

Methodik Das Ökonomenranking basiert auf der Aggregation von drei verschiedenen Rankings, die die Leistungen auf unterschiedlichen Gebieten messen: Forschung, Medienpräsenz und Politikberatung. Für das Ranking aus dem Jahr 2015 wurden im Bereich Forschung die Zitierungen von Ökonomen in wissenschaftlichen Journalen und ausgewählten Handbüchern und Monographien aus den Jahren 2011 bis 2015 mit Datenstand August 2015 erfasst. Dabei spielte es keine Rolle, in welchem Jahr ein Beitrag veröffentlicht wurde. Die Zitierungen wurden auf Basis der Forschungsdatenbank Scopus (Datenbank) von Elsevier erfasst. Da nur die letzten fünf Jahre berücksichtigt wurden, liegt der Schwerpunkt auf dem aktuellen Einfluss. Die Lebensleistung, d. h. auch Zitierungen vor dieser Periode, eines Wirtschaftswissenschaftlers wird damit nicht abgebildet. Das zweite Ranking befasst sich mit der Medienpräsenz der Wissenschaftler. Das Schweizer Institut Media Tenor hat für den Zeitraum August 2014 bis Juli 2015 alle Nennungen von Ökonomen in überregionalen deutschen Zeitungen, Fernsehsendungen und Rundfunknachrichten gezählt. Dies geht über eine reine Zitatezählung hinaus, d. h. der Name musste in Verbindung mit einer längeren Erklärung stehen, um gezählt zu werden. Dazu musste das Zitat auf rund fünf Zeilen ausgeführt sein. Für die Messung der Politikberatung wurde von dem Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE), ECONWATCH – Gesellschaft für Politikanalyse e. V. und der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) eine Umfrage unter Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie hohen Ministerialbeamten auf Bundes- und Landesebene ermittelt. Diese sollten angeben, den Rat oder die Publikationen von welchen Ökonomen sie besonders schätzen, wobei sie insgesamt bis zu fünf Ökonomen nennen konnten. Insgesamt zählte die Umfrage 101 Teilnehmer, wovon 98 die Frage nach den Ökonomen beantworteten.Klaus Wohlrabe: Die Ökonomen-Rankings 2015 von Handelsblatt, FAZ und RePEc: Methodik, Ergebnisse, Kritik und Vergleich. cesifo-group.de, abgerufen am 12. Juli 2016

Um in dem aggregierten Ranking gelistet zu werden, musste ein Ökonom zwei Bedingungen erfüllen: Zunächst musste dieser mindestens fünf Medienzitate oder fünf Rangpunkte in der Politikumfrage erzielen. Darüber hinaus mussten mindestens fünf Zitate in Fachzeitschriften aus der Datenbank Scopus vorliegen. Die Ökonomen wurden in jeder Kategorie gerankt. Der jeweils Erstplatzierte erhielt 250 Punkte, alle anderen bekamen gemäß ihrer Leistung proportional ihre Punkte. Das Gesamtranking ergab sich aus der Summe der Punkte der Einzelrankings, wobei das Forschungsranking doppelt gezählt wurde. Das maximal erzielbare Ergebnis waren somit 1000 Punkte.

Kritik Ein Kritikpunkt an dem Ranking bezieht sich auf die Aggregation zum Gesamtranking. Die Bedingung, dass ein Ökonom mindestens fünf Punkte im Medien- oder Politikranking erhalten muss, um im Gesamtranking berücksichtigt zu werden, ist problematisch. Wenn Forscher aus dem Forschungsranking ausgeschlossen werden, führt dies zu einer Verzerrung des Forschungsrankings und damit auch zu einer Verzerrung des Gesamtrankings. Insgesamt ist der Schwellenwert von fünf ad hoc gewählt. Per se führt eine Verwendung von Schwellenwerten automatisch zu einem Ausschluss bestimmter Wissenschaftler für ein Ranking.

Forschungsrankings, insbesondere solche, die auf Veröffentlichungen in möglichst vielen prestigereichen wissenschaftlichen Zeitschriften beruhen, stehen oft in der Kritik, weil sie Fehlanreize in der wissenschaftlichen Arbeit setzen können. Der entstehende Druck wird mit einer höheren Anzahl veröffentlichter Artikel mit einer jeweils geringeren Anzahl an Seiten, einem erhöhten Publikationsbias, sowie mit wissenschaftlichem Fehlverhalten in Verbindung gebracht. Da das individuelle Abschneiden einzelner Wissenschaftler in Publikationsrankings häufig für Berufungs- und Förderentscheidungen berücksichtigt wird, zeigt sich auch eine Anpassung von Forschungsthemen, um bessere berufliche Möglichkeiten in der Wissenschaft zu bekommen. Ein derartiger Effekt konnte jedoch zumindest für das Handelsblatt Ökonomenranking nicht nachgewiesen werden.

Das Ranking der FAZ wird in Kooperation mit dem Unternehmen Institute for Competition Economics (DICE) erstellt, dessen Gründungsdirektor Justus Haucap ist. Die Journalistin Annika Joeres schreibt, dass die FAZ durch häufiges Zitieren selbst Ökonomen in das Ranking wie Haucap „selbst hineinhebt“.

F.A.Z.-Ökonomenranking

2021 Veröffentlicht 2021. Rang Name Institution Punkte Summe 1 Ernst Fehr Universität Zürich 536 2 Clemens Fuest Ifo-Institut 512 3 Marcel Fratzscher HU Berlin 427 4 Lars Feld Walter-Eucken-Institut 378 5 Hans-Werner Sinn Ifo Institut für Wirtschaftsforschung 292 6 Gabriel Felbermayr IfW Kiel 251 7 Claudia Kemfert Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung 230 8 Bruno Frey Universität Basel 222 9 Ferdinand Dudenhöffer Center Automotive Research Duisburg 211 10 Michael Hüther Institut der deutschen Wirtschaft 197

2019 Das Gesamt-Ranking 2019 wurde am 21. September 2019 veröffentlicht.Patrick Bernau: F.A.Z.-Ökonomenranking: Wer ist der einflussreichste Ökonom?. In: Frankfurter Allgemeine, 21. September 2019.F.A.Z.-Ökonomenranking: Deutschlands einflussreichste Ökonomen, Stand: 4. Oktober 2019. Rang Name Institution Punkte Summe 1 Ernst Fehr Universität Zürich 503 2 Clemens Fuest Ifo-Institut 468 3 Hans-Werner Sinn LMU München 342 4 Marcel Fratzscher HU Berlin 300 5 Bruno Frey Center for Research in Economics, and Statistics Center for Research in Economics, Management and the Arts 187 6 Ferdinand Dudenhöffer Uni Duisburg-Essen 172 7 Ottmar Edenhofer PIK Potsdam 168 8 Peter Bofinger Universität Würzburg 165 9 Lars Feld Walter-Eucken-Institut 154 10 Gabriel Felbermayr IfW Kiel 149

2018 Das Gesamt-Ranking 2018 wurde am 31. August 2018 veröffentlicht: Rang Name Institution Punkte Summe 1 Ernst Fehr Universität Zürich 517 2 Clemens Fuestifo Institut für Wirtschaftsforschung511 3 Marcel FratzscherDeutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin 3114Hans-Werner Sinnifo Institut für Wirtschaftsforschung295 5 Bruno S. Frey Center for Research in Economics, and Statistics Center for Research in Economics, Management and the Arts 1866Christoph SchmidtRWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung1387Gabriel Felbermayrifo Institut für Wirtschaftsforschung135 8 Peter Bofinger Julius-Maximilians-Universität Würzburg 134 9 Michael HütherInstitut der deutschen Wirtschaft13410Lars FeldWalter-Eucken-Institut131

2017 Das Gesamt-Ranking 2017 wurde am 1. September 2017 veröffentlicht: Rang Name Institution Punkte Summe 1 Clemens Fuestifo Institut für Wirtschaftsforschung511 2 Ernst FehrUniversität Zürich5113Hans-Werner Sinnifo Institut für Wirtschaftsforschung332 4 Marcel FratzscherDeutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin 309 5 Bruno S. Frey Center for Research in Economics, and Statistics Center for Research in Economics, Management and the Arts 179 6 Peter BofingerJulius-Maximilians-Universität Würzburg1457Lars FeldWalter-Eucken-Institut1368Reinhard BusseTU Berlin1109Gustav HornInstitut für Makroökonomie und Konjunkturforschung109 10 Ludger Wößmannifo Institut für Wirtschaftsforschung109

2016 Das Gesamt-Ranking 2016 wurde am 3. September 2016 veröffentlicht:Deutschlands einflussreichste Ökonomen, abgerufen am 3. September 2016 Rang Name Institution Medien (Zitate) Medien (Punkte) Politik (Nennungen) Politik (Punkte) Forschung (Zitate) Forschung (Punkte) Punkte Summe 1 Ernst FehrUniversität Zürich 66 919 13039250 525 2 Hans-Werner SinnIfo-Institut 262 244 110 235423 8 496 3 Clemens Fuest Ifo-Institut 227212 117 250279 5 472 4 Marcel FratzscherDeutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin 268 250 84 179 1052 20 470 5 Lars FeldWalter-Eucken-Institut55 51 51 109 693 13187 6 Bruno S. Frey Center for Research in Economics, and Statistics Center for Research in Economics, Management and the Arts 7 7 0 0 4428 85 1767 Armin FalkRheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn8 7 7 15 297157 136 8 Peter BofingerJulius-Maximilians-Universität Würzburg 52 49 33 71 24 0120 9 Axel OckenfelsUniversität zu Köln 25 23 9 19 1843 35 113 10 Achim WambachZentrum für Europäische Wirtschaftsforschung 35 33 29 62 177 3 101

2015 Die F.A.Z. weist auf ihrer Webseite die Top 100 des aggregierten Rankings aus. Die Top 10 für das Jahr Ranking von 2015 ist gegeben durch:

Hans-Werner Sinn Ernst Fehr Marcel Fratzscher Clemens Fuest Bruno S. Frey Peter Bofinger Lars Feld Armin Falk Gustav Horn Claudia Kemfert

Die Ergebnisse in den Einzelrankings zeigen, dass kein Ökonom in allen Kategorien stark präsent ist; der Fokus scheint hingegen entweder auf Medien- und Politikpräsenz oder aber auf Forschung gelegt zu werden.

Im Folgenden werden die Top 10 aus den Jahren 2014 und 2013 dokumentiert. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Ergebnisse nicht direkt miteinander zu vergleichen sind, da sich die Methodik jedes Jahr leicht geändert hat.Methodik F.A.Z Ranking 2014. Abgerufen am 26. Juli 2016. Methodik F.A.Z Ranking 2012. Abgerufen am 26. Juli 2016. Anmerkungen zum F.A.Z. Ranking 2013, ifo Working Paper. Abgerufen am 26. Juli 2016. Anmerkungen zum F.A.Z. Ranking 2014, ifo Schnelldienst. Abgerufen am 26. Juli 2016. 2014 Die Top 10 aus dem Jahr 2014 ist gegeben durch: FAZ.net. Abgerufen am 26. Juli 2016.

Hans-Werner Sinn Marcel Fratzscher Axel Ockenfels Ludger Wößmann Dietmar Harhoff Clemens Fuest Friedrich Schneider Lars Feld Gert Georg Wagner Christoph M. Schmidt

2013 Die Top 10 aus dem Jahr 2013 ist gegeben durch: FAZ.net. Abgerufen am 26. Juli 2016.

Lars Feld Christoph M. Schmidt Marcel Fratzscher Kai A. Konrad Hans-Werner Sinn Claudia Kemfert Jürgen Wasem Claudia Maria Buch Clemens Fuest Gert Georg Wagner

NZZ-Ökonomenranking 2020 Die NZZ weist auf ihrer Website für das Ranking 2019 40 Ökonomen aus. Die Top 15 setzt sich zusammen aus:Diese Ökonomen prägen die Debatte über Corona und anderes – das NZZ-Ranking 2020, 24. September 2020, abgerufen am 22. Oktober 2020. Ernst Fehr, Universität Zürich Reiner Eichenberger, Universität Freiburg i. Ü. Mathias Binswanger, FH Nordwestschweiz Jan-Egbert Sturm, ETH Zürich Bruno S. Frey, Crema Zürich Tobias Straumann, Universität Zürich Christoph Schaltegger, Universität Luzern Monika Bütler, Universität St. Gallen Didier Sornette, ETH Zürich Aymo Brunetti, Universität Bern Clemens Fuest, Ifo-Institut München Klaus Wellershoff, Wellershoff & Partners Dina Pomeranz, Universität Zürich Hans-Werner Sinn, Ifo-Institut München (em.) Marcel Fratzscher, DIW Berlin

2019 Die NZZ weist auf ihrer Website für das Ranking 2019 40 Ökonomen aus. Die Top 15 setzt sich zusammen aus:Diese Ökonomen finden Gehör – das NZZ-Ranking 2019. Abgerufen am 22. Oktober 2020. Ernst Fehr, Universität Zürich Reiner Eichenberger, Universität Freiburg i. Ü. Christoph Schaltegger, Universität Luzern Bruno S. Frey, Crema Zürich Mathias Binswanger, FH Nordwestschweiz Aymo Brunetti, Universität Bern Monika Bütler, Universität St. Gallen Hans-Werner Sinn, Ifo-Institut München (em.) Tobias Straumann, Universität Zürich Klaus Wellershoff, Wellershoff & Partners