Diese Liste der Kinos in Berlin-Kreuzberg gibt eine Übersicht aller Kinos, die im Berliner Ortsteil Kreuzberg existiert haben oder noch existieren.
Einleitung In den 1910er und 1920er Jahren bot Kreuzberg im südlichen Bereich der Hauptstadt des Deutschen Reichs günstige Ansiedlungsbedingungen für Kinematographentheater.
Nach 1950 erlangte der Ortsteil durch die Nähe zu Ostberlin besondere Bedeutung als Standort von Grenzkinos.
Die Kinos in alphabetischer Folge
Name/Lage Adresse Bestand Beschreibung ggf. BilderABC-Lichtspiele () Reichenberger Straße 145–146 1958–1965Das Kinogebäude war 1958 anstelle eines kriegszerstörten Wohnhauses errichtet worden. Olga Freßdorf eröffnete im Haus die A-B-C-Lichtspiele mit 748 Plätzen. Ausgerüstet war das Kino mit einer Einrichtung Dia-N für Diapositive. 1961 erfolgte die Einführung von Breitwandfilmen, die Lichtquelle stammte von Becklicht und war eine Xenonlampe. Das Lautsprechersystem war von Philips, ebenso wie der Projektionsapparat, die Verstärker, das Bild- und Tonsystem „Sc, 1 KL, 4 KM“. Die Leinwand hatte ein Verhältnis 1:2,55. Gespielt wurde täglich mit 21 bis 25 Vorstellungen wöchentlich. Als Bestuhlung waren gepolsterte Sessel von Schröder & Henzelmann eingebaut.Kino Wiki: Kinodaten zu Kreuzberg: ABC-Lichtspiele Der Kinobesitz wechselte 1962 an Emil Lohde, der für seine Einrichtung 566 Sitzplätze nannte. Neben der Kinolizenz bestand für den Saal eine Konzession für Theater-, Varieté- und Opernaufführungen. Von der verschlechterten Situation für Kinos waren wohl auch die ABC Lichtspiele betroffen und der Spielbetrieb wurde 1965 eingestellt. Danach wurden die Räume viele Jahre von einem Aldi-Markt genutzt, seit 2006 von einem orientalischen Supermarkt.Allotria-LichtspieleMarabu () Bergmannstraße 109 1909–1972Das Grundstück Bergmannstraße 109 hat eine Breite an der Straßenfront von 20 m und besitzt ein schmuckes Haus mit Ladengeschäften im Erdgeschoss und einen langen Flachbau im Hinterhof, der seit der Erstbebauung noch vorhanden ist. In diesem wurde 1909 das Saalkino mit einem Kinematographen eröffnet, das anfangs „Bergmannshöhe“ genannt wurde. Als Besitzer ist in der Kinoliste der Zeitschrift Der Kinematograph bis zum ersten Besitzerwechsel Ernst Krämer genannt. Die Lichtspiele Bergmannshöhe hatten 200 Plätze, im Jahre 1920 war dann Georg Rosenberg der Besitzer des Kinotheaters Bergmannshöhe mit 260 Plätzen, der zwar als Gründungsjahr der Spielstätte 1906 angab. Während der Inflation 1923 musste das Filmtheater schließen. Willy Warnke eröffnete es 1928 als Skala-Lichtspiele mit 200 Plätzen neu. Als Musikbegleitung war nun eine Kapelle mit 2 bis 3 Musikern im Einsatz, wodurch die Platzanzahl auf 181 sank. Mit der Umstellung auf Tonfilm im Lauf des Jahres 1932 erfolgte die Umbenennung in „Marabu-Lichtspiele“ im Besitz von Frau Marie Stephan. Die Technik kam von Kinoton, zudem bestand eine Anlage für mechanische Musik. Gespielt wird täglich und 1933 übernimmt Gertrud Andreska und 1937 Hans-Joachim Wehling das Kino, schließlich führt ab 1939 Hugo Baier das Kino in die Nachkriegszeit. 1949 ist Charlotte Baier für das Kino mit 180 bis 190 Sitzplätzen als Inhaberin genannt. Im Kinoadressbuch ist sie 1950 mit dem Marabu-Lichtspieltheater aufgenommen: 185 Plätze, 7 Tage mit 2 Vorstellungen (wohl auch 21 Vorstellungen wöchentlich) bespielt, neben der Dia-Einrichtung (tönende Dia) stehen die Projektionsapparate Erko IV und Euro M 2 mit Verstärkern von Klangfilm bereit. Nach Stilllegung 1953 kaufte 1954 Wilhelm Foß das Kino und eröffnete es nach Umbauten als Allotria-Lichtspiele neu. Zitat aus: Der neue Film 92/1954 Beim Umbau wurden die Stahlstuhlreihen durch farblich unterschiedlich gestaltete hölzerne Bestuhlung ersetzt.Hänsel, Schmitt: Kinoarchitektur in Berlin 1895–1995. Seite 85 Das Kino verfügte mitten im Saal über eine Säule, weshalb die Sicht nicht von allen Plätzen gut war. Nach dem Umbau betrieben Margarete und Friedrich Wilhelm Foß die „Allotria“-Lichtspiele mit 250 Plätzen und bis zu 28 Vorstellungen in der Woche (eine Matiné-, eine Jugend-, eine Spätvorstellung). Ausgerüstet war das Kino mit Breitwand (1:2,35), dem Apparat Ernemann IV, Verstärker Klangfilm-Euronette, Lautsprecher: Klangfilm, Lichtquelle: Reinkohle, Bild- und Tonsystem: CinemaScope, Lichtton (CS 1 KL). Die Bestuhlung der Mauser-Werke ist ungepolstert. 1959 wird die Bestuhlung der Mauser-Werke durch Stahlrohr erneuert. Der Besitz ist (1957) in „Margarete Foß u. Co.“ mit Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Foß aufgeteilt. 1971 war bis zu seiner Schließung 1972 die Ravenna-Film GmbH Berlin (Post: 68 Mannheim, Meerfeldstr. 42) Kinobesitzer der allotria-Lichtspiele mit 190 Plätzen. Bilder finden sich auf allekinos.com.Bilder vom Saal vor und nach dem Umbau 1953/1954 von E. & H. FischerApollo-TheaterCines-Apollo () Friedrichstraße 218 1896–1930140px|rechts|Eingang zum Theater 1900 140px|rechts|Berliner Gedenktafel an der Friedrichstraße 218
In der Friedrichstraße 218 befand sich das Apollo-Theater,vergleiche dazu , sowie Plan von Berlin, Blatt 4232 mit den Soldner-Koordinaten X=24045, Y=19830 es war eine Kultureinrichtung, die sich auf leichte Unterhaltung spezialisiert hatte, darunter Konzerte und Operetten. In der Friedrichstraße 11 befand sich der Cines AG Filmverleih, wo Franz Scholling 1913 Projektionsapparate verkaufte, aber vermutlich kein Kinematographen-Theater befand. Wilhelm Feindt wird im Berliner Adressbuch 1927 in der Friedrichstraße 246 aufgeführt. und Eine ausschließliche Kinonutzung fand im Apollotheater wohl nicht statt.
Die Fachzeitschrift Der Kinematograph berichtete 1925:
Das Theater-Gebäude entstand im Jahr 1874, ab Dezember 1896 führte Oskar Messter mit dem Messterschen Kinetographen vor Publikum erste Filme auf. Diese Filmvorführungen fanden in den nächsten zehn Jahren regelmäßig statt. Im Jahr 1903 stellte Oskar Messter im Apollo-Theater erstmals seinen Filmprojektor Kosmograph in Verbindung mit einem Grammophon öffentlich vor. Die Vorführungen erfolgten bis dahin als Abschlussvorstellungen nach den Operetten. Im Jahr 1913 erfolgte eine Umstellung auf reinen Kinobetrieb.So soll es zum Namen Cines-Apollo gekommen sein. Das Berliner Adressbuch des Jahres 1915 weist das Apollo-Theater sowie die Einrichtungen Apollo-Casino, Theater-Restaurant und die „Eclipse Kinematograph u. Films-Fabrik Inh. G. Rogers“ auf. Auch befand sich 1908 in der Friedrichstraße 43 Ecke Kochstraße ein Geschäft, welches Kinematographen verkaufte, es nannte sich „Eclipse Kinematographen- und Films-Fabrik“, „Urban Trading & Co. Weltdepot der „Lebenden Photographie“. Urban Bioscope“.
Am 26. April 1926 soll der Film Panzerkreuzer Potemkin im Apollo-Theater in Deutschland uraufgeführt worden sein. 1930 wurde der Kinobetrieb eingestellt und das Theater ist wieder als reine Sprechbühne genutzt worden. Die Luftangriffe und Kämpfe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten das Gebäude, das nach dem Krieg enttrümmert wurde.Hänsel, Schmitt: Kinoarchitektur in Berlin 1895–1995. Seite 85 Beim Neuaufbau des Berliner Stadtzentrums entstand an dieser Stelle ein Wohnhaus. In den 1990er Jahren ließ der Berliner Senat eine Gedenktafel am früheren Standort anbringen.Zur Filmgeschichte des Apollo-Theaters auf Kino WikiAtlas-LichtspieleZentral-Kino-Palast () Alte Jakobstraße 32 1927–1945Das Kino wurde 1927 im ehemaligen Central-Theater (Operetten und populäre Dramen) eingerichtet, welches seit 1880 bestanden hatte. So trug es als Kino den Namen „Zentral-Kino-Palast“ und wurde unter diesem Namen 1927 von Ernst Kruse, Wilhelmshaven-Rüstringen, eröffnet. Das Kino mit 560 Plätzen wurde täglich bespielt. 1919 übernahm Frau Dr. M. Schwalbe mit Karl Ihme als Geschäftsführer die Spielstätte und 1932 wurde Walter Zeysig Besitzer, wobei er die Tonfilmtechnik von der Firma Kinoton einbauen ließ. Damit wurde 1931 von ihm die Firmierung in Atlas-Lichtspiele geändert. 1939 gingen die Besitzanrechte zu „Krüger & Co., Lichtspiele Kom.-Ges.“ weiter und der Kinobetrieb ist noch 1941 im Reichskino-Adressbuch geführt. Das Gebäude wurde 1945 im Krieg zerstört und noch im Dezember 1944 wurden im Kino Filme vorgeführt. Die Reste wurden 1952 gesprengt und das Grundstück nicht wieder bebaut,Es befand sich durch die Lage zwischen den Ortsteilen Mitte und Kreuzberg im Übrigen in der Nähe des Bereichs der Berliner Mauer. Siehe dazu auch Plan von Berlin, Blatt 4232 so wurde es Teil des Spielplatzes am Waldeckpark gegenüber der Bundesdruckerei. Das Grundstück 32 des Theaters lag neben dem Städtischen Waisenhaus / Friedrichs Waisenhaus. Bilder zum Kino sind online zu finden.Berlin, Central-Theater, Alte Jacobstr. 30-32, Publisher: Postkarten- u. Photo-Verlag Inh. Ludwig Walter, BerlinBabylonHelo/Kent () Dresdener Straße 126 seit 1955Das Gebäude befindet sich im südöstlichen Kreuzberger (mithin Westberliner) Abschnitt der Dresdener Straße. Das Kino wurde von Architekt Herr Schwandt innerhalb von vier Monaten beim Ausbau einer Wohnhausruine eingebaut und am 7. April 1955 von „Emil Lohde & Johannes Herkenrath“ eröffnet.Wegen der baulichen Gegebenheiten des alten Mietshauses wurde der Zuschauerraum unsymmetrisch mit einem Knick gehalten – die hinteren Reihen sind nur ungefähr halb so breit wie die vorderen. Durch eine mit schwarzen Fliesen verkleidete, einladende Außenfront trat der Besucher in eine in Weinrot gehaltene Vorhalle, von der aus einige Stufen in den Zuschauerraum führten. Die Wände und das Paneel waren mit blauem Acella-Stoff bespannt, der zu dem mit Velours belegten asphaltierten Fußboden passte. In der Nähe der Sektorengrenze (500 Meter vom damals Ostberliner Bezirk Mitte) war hier vor dem Mauerbau ein attraktiver Standort für ein Grenzkino, da viele Ostberliner die neuen „Westproduktionen“ sehen wollten. Die Betreiber waren der Berliner „Gloria“-Filialleiter E. Lohde und der Inhaber der „Heli“-Lichtspiele in Neukölln J. Herkenrath. Der Name des 462-Plätze-Theaters „Helo-Film u. Bühne“ besteht aus den ersten Buchstaben der Namen der Inhaber. Aus Der neue Film 31/1955 Die Kinotechnik bestand aus zwei Projektionsapparaten Ernemann VII B, dem Verstärker und Lautsprechern von Klangfilm, das Bild- und Tonsystem in CinemaScope (CS 1 KL) wurde auf eine Breitwandleinwand von 1:2,35 projektiert. Die 10 m × 4 m große Bühne ermöglichte die Projektion aller Breitwandformate. Die Bestuhlung von Kamphöner waren Flachpolster-Kinosessel, die 1959 durch Halbpolster ersetzt wurden. Gespielt wurden 23 Vorstellungen auf sieben Tage verteilt. Trotz des Mauerbaus und dem Ausschluss Ostberliner Besucher lief der Kinobetrieb weiter und die Kinokrise der 1960er Jahre wurde überstanden. 1975 änderte das Filmtheater seinen Namen in „Filmtheater Kent“ und zeigte fortan unter Emil Lohde ausschließlich türkische Filme. Um 1980 übernahm Günther Kühner das Kino und schließlich erfolgt seit 1986 der Betrieb durch die Yorck Kinogruppe,Yorck-Kino GmbH – FTB, 10789 Berlin, Rankestr. 31 die den Namen „Babylon-Kino“ einführte. Der große Saal der LichtspieleHänsel, Schmitt: Kinoarchitektur in Berlin 1895–1995. Seite 86 wurde 1989 in ein 2-Saal-Haus umgebaut.Kinodaten auf allekinos.com/berlin 2011 renovierte die Yorck das Foyer und im Oktober 2012 erfolgte die Digitalisierung der Vorführtechnik. Der Saal A mit 192 Plätzen besitzt Projektion in Digital und 35 mm analog in Dolby Digital 5.1 auf eine Leinwand von 3,90 m × 9,30 m. Der andere Saal B besitzt Digital-Projektion in Dolby Digital 5.1 auf eine Leinwand von 2,40 m × 5,70 m vor 72 Sitzplätzen. Das Programmkonzept bietet Filme in Originalfassungen.Kinodaten aus Kino Wiki Im Kino Wiki bestehen Bilder aus dem Jahr 1955.Außenansicht des Babylon in Kreuzberg (2008)Bilder vom „Helo“ aus dem Jahre 1955 (Quelle: Helo, Mach) und der Zusatzbezeichnung „Kent“ aus dem Jahre 1975BBBBerliner Bunte BühneSanssouci