Trzebiatkowa ( Tschebiatkow, ab 1929 Radensfelde) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Gmina Tuchomie im Powiat Bytowski.

Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 190 km nordöstlich von Stettin und etwa 16 km südwestlich der Kreisstadt Bytów.

Geschichte Das Dorf wurde 1345 als Trsebiatkow erwähnt.Gerhard Bronisch, Walter Ohle, Hans Teichmüller: Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern. Kreis Bütow. L. Saunier, Stettin 1938, S. 245–246 (PDF; 40 MB bei Bałtycka Biblioteka Cyfrowa). Es lag im Land Bütow, das ab 1466 im Besitz der pommerschen Herzöge war. Aus dem Jahre 1515 ist eine Urkunde überliefert, mit der Herzog Bogislaw X. von Pommern mehreren Adligen gemeinsam den Besitz des Dorfes Trzebiatkow bestätigte. Die Adligen, die wohl dem örtlichen Kleinadel („Panenadel“) angehörten, waren: Balzer Smuda, Simon Gendrecka, Greger Mlotk, Simon Recka, Olbrecht Pancke und Greger Chammer.Seßhaftes Bauerntum im Kreise Bütow. In: Bütower Anzeiger. Juni 1935. Bereitgestellt durch Klaus-Dieter Kreplin, Studienstelle Ostdeutsche Genealogie (insbes. Pommern und Pommerellen) der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund. (PDF), S. 7.

Um 1780 bestanden im Dorf 14 kleine Vorwerke, das Wohn-Anwesen Pustkowie Dallecken , eine Schmiede und 30 Feuerstellen (Haushaltungen).Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1089, Ziffer (16) (Google Books). Um 1855 war das Dorf in 18 Anteile aufgeteilt.Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises. Lilienthal, Bütow 1858, S. 116–118 (Google Books); Herbert von Schmude: Die Gutsanteilbesitzer von Tschebiatkow, Krs. Bütow, im 18. Jahrhundert. In: Herold-Jahrbuch. Band 2, 1973, S. 125–150.

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Radensfelde eine Flächengröße von 15,4 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 105 bewohnte Wohnhäuser an neun verschiedenen Wohnstätten:Die Gemeinde Radensfelde im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)

Um 1935 hatte Radensfelde unter anderem einen Gasthof, einen Gemischtwarenladen, eine Bäckerei, eine Fischhandlung, eine Schmiede, eine Stellmacherei und eine Viehhandlung.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1096 (Google Books). Die Gemeinde zählte im Jahre 1933 868 Einwohner, im Jahre 1939 1038 Einwohner.

Bis 1945 bildete Radensfelde eine Landgemeinde im Kreis Bütow der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Radensfelde war dem Amtsbezirk Massowitz zugeordnet.

Vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Radensfelde Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. In der Folge wurde der Ort Teil Polens und in Trzebiatkowa umbenannt.

Kirche Dorfkirche mini|hochkant|Dorfkirche, erbaut 1912, bis 1945 Gotteshaus der evangelischen Gemeinde Radensfelde Die ehemalige evangelische Dorfkirche, ein 1912 errichteter verputzter Backsteinbau mit einem 12,40 m × 8,40 m großen Grundriss, steht im Ostteil des Dorfs an einer Anhöhe.

Das evangelische Gotteshaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der polnischen Administration zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet und vom polnischen katholischen Klerus ‚neu geweiht‘.

Kirchspiel bis 1945 In Tschebiatkow stellten evangelische Christen die Bevölkerungsmehrheit.Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1871 waren unter den 811 Einwohnern 648 evangelische Christen. Diese waren nach Groß Tuchen eingepfarrt.

Die Katholiken wurden ebenfalls von Groß Tuchen aus betreut.

Polnisches Kirchspiel seit 1945 Die seit 1945 anwesende Einwohnerschaft ist überwiegend katholisch.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Hans von Greiffenberg (1893–1951), deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie und Bevollmächtigter General der deutschen Wehrmacht in Ungarn Reinhard Schamuhn (1939–2013), deutscher Aktionskünstler, später in Uelzen

Mit dem Ort verbunden Max Nemitz (1888–1970), deutscher Lehrer, Schriftsteller und Heimatforscher, wirkte von 1912 bis 1945 als Lehrer in Radensfelde

Weblinks

Die Gemeinde Radensfelde im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)

Fußnoten

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Gmina Tuchomie Kategorie:Ersterwähnung 1345