mini|alternativtext=Foto von zwei Personen beim Feiern|Hayden Paddon (rechts) und Beifahrer John Kennard feiern ihren Sieg bei der Rallye Argentinien 2016. Die 36. Rallye Argentinien war der vierte von 13 FIA-Weltmeisterschaftsläufen 2016. Die Rallye bestand aus 18 Wertungsprüfungen und wurde zwischen dem 21. und dem 24. April gefahren.

Hintergrund Route Der Servicepark lag im Badeort Villa Carlos Paz, 700 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires und rund 30 Autominuten von der Stadt Córdoba.

Nach der ersten, besonders zuschauerfreundlichen Wertungsprüfung in Córdoba am Donnerstagabend, ging es am Freitag nach Süden zu den schnellen und sandigen Straßen im Santa Rosa de Calamuchita-Tal. Einige dieser Wertungsprüfungen wurden schon vor vier Jahren gefahren.

Am Samstag ging die Route von Villa Carlos Paz nach Norden. Die WPs lagen in der Nähe der Stadt Ischilin, wo zuletzt im Jahr 2003 die Route durchführte.

Am Sonntag warteten steinige Straßen in den Traslasierra-Bergen auf die Fahrer. Die Gegend sieht fast aus wie eine Mondlandschaft und umfasst die klassischen Wertungsprüfungen El Cóndor (Power-Stage) und Giulio Cesare (WP17).

Die Wertungsprüfung El Condor ist seit mehr als 30 Jahren der Höhepunkt der Rallye Argentinien. Das Ziel der nach dem hier lebenden Riesengeier benannten WP lag auf über 2140 Metern über Meer. Riesige Felsbrocken säumten in dieser Gegend die Schotterstraßen, weit und breit war kein Baum zu sehen. Der Start lag auf rund 750 Metern Meereshöhe, von da aus ging es 16,32 Kilometer lang stetig bergauf. An vielen Stellen wurde fahrerische Präzision gefragt, da die Straßen so schmal sind, dass Fahrfehler meist mit abgerissenen Rädern oder anderen Schäden an den Autos endete. motorsport-total.com: Prüfung auf 2.140 Meter Höhe: Driften auf dem Mond, abgerufen am 24. April 2016

Nachdem im Jahr 2015 nur 12 Wertungsprüfungen gefahren wurden, hatte man die Anzahl der WPs erhöht auf 18 im Jahr 2016. Da die meisten Wertungsprüfungen neu waren für die Fahrer und die Beifahrer mussten die Aufschriebe neu erstellt werden ohne Erfahrungswerte.

Auto-Setup Die Autos wurden für Schotterstraßen abgestimmt und die Fahrwerke auf die höchste Federstufe eingestellt, da die Gefahr bestand, dass die Autos auf den zum Teil äußerst holprigen und mit Steinen übersäten Pisten mit dem Unterboden aufschlagen. Eine harte und eine etwas weichere Variante von Reifen standen den Teams zur Verfügung. Berichte 1. Tag (Donnerstag, 21. April) Die erste Wertungsprüfung der Rallye war eine 1,5 Kilometer lange, zuschauerfreundliche WP in Córdoba. Während Sébastien Ogier (Volkswagen) und Dani Sordo (Hyundai) zeitgleich als Führende aus der einzigen Prüfung des ersten Tages kamen, musste Jari-Matti Latvala (Volkswagen) einen Notausgang benutzen in einer Kurve. Latvala verlor dabei vier Sekunden auf die Führenden. motorsport-total.com: Ogier und Sordo teilen sich Bestzeit, abgerufen am 23. April 2016

2. Tag (Freitag, 22. April) Nach vier Wertungsprüfungen lag die Führung bei Jari-Matti Latvala (Volkswagen), bis zum Freitagabend gab er diese nicht mehr ab. In drei WP’s gelang Latvala die Bestzeit. Hinter ihm konnte sich Weltmeister Sébastien Ogier (Volkswagen) mit rund acht Sekunden Rückstand nur knapp gegen Hyundai-Fahrer Hayden Paddon durchsetzen. Ogier und Paddon trennten nach dem zweiten Tag der Rallye nur gerade 3,5 Sekunden.

Der vierte Rang ging an Andreas Mikkelsen, der über 25 Sekunden auf Teamkollege Latvala verlor. Dahinter fuhren Dani Sordo (Hyundai), Mads Østberg (M-Sport Ford) und Henning Solberg (Ford) durch das Tagesziel. Pech hatte Thierry Neuville (Hyundai), in der vierten Wertungsprüfung verlor er über siebeneinhalb Minuten wegen Motorenproblemen. motorsport-total.com: Latvala behauptet Führung am Freitag, abgerufen am 23. April 2016

3. Tag (Samstag, 23. April) Der Hyundai-Fahrer Hayden Paddon führte am Samstagabend die Rallye Argentinien an. Wegen eines schweren Unfalls des Volkswagen-Fahrers Jari-Matti Latvala, der bis zur Wertungsprüfung 14 in Führung lag, kam Paddon zur Spitzenposition. Latvala überschlug sich dreimal bei Höchstgeschwindigkeit, worauf er und sein Beifahrer Mikka Anttila vorsorglich ins Spital zum Untersuch mussten. Beide wurden nach einigen Stunden unverletzt aus dem Spital entlassen. Weltmeister Sébastien Ogier (Volkswagen) hatte zuvor schon den Anschluss an das Spitzen-Duo verloren, nach dem dritten Rally-Tag hatte er 29,8 Sekunden Rückstand auf Paddon.

Auf Rang drei zu diesem Zeitpunkt der dritte Volkswagen-Fahrer Andreas Mikkelsen (+44,3 Sekunden), der die letzte Prüfung des Tages für sich entscheiden konnte und in Schlagdistanz zu Ogier blieb. Daniel Sordo (Hyundai) war Vierter, dahinter Mads Østberg (M-Sport Ford) Fünfter, Marcos Ligato (Citroën) Sechster und Henning Solberg (Ford) Siebter. Thierry Neuville (Hyundai) konnte sich gegenüber dem Vortag vom zehnten auf den achten Rang verbessern. Latvala rutschte auf Rang zehn ab nach dem Unfall, er startete am Sonntag unter dem Rallye-2-Reglement wieder. motorsport-total.com: Ogier fällt zurück, Latvala crasht: Paddon führt in Argentinien, abgerufen am 24. April 2016

4. Tag (Sonntag, 24. April) Motorenaussetzer beim Hyundai i20 WRC haben den Zweikampf an der Spitze zwischen Hayden Paddon und Sébastien Ogier (Volkswagen) noch einmal spannend gemacht. Vor der letzten Wertungsprüfung lag Ogier 2,6 Sekunden hinter Paddon. Nach der ersten Sonntagsprüfung, bei nebligen Bedingungen, hatte Paddon von Problemen am Auto berichtet. Bei der letzten WP, der Power-Stage, lief das Auto überraschend gut und er holte sogar noch 11,2 Sekunden heraus auf Ogier. Hayden Paddon und Beifahrer John Kennard sind somit die ersten Neuseeländer die einen Weltmeisterschaftslauf gewinnen konnten.

Der dritte Rang ging an Andreas Mikkelsen (Volkswagen) vor Dani Sordo (Hyundai) und Mads Østberg (Ford). Um den sechsten Rang kämpften Thierry Neuville, Henning Solberg (Ford) und Marcos Ligato (Citroën). Neuville setzte sich schlussendlich durch. Ligato (Citroën) wurde Siebter, Eric Camilli (Ford) Achter und Henning Solberg am Schluss(Ford) nur Neunter. Die ersten zehn Ränge rundete Nicholas Fuchs (Škoda) ab, der in der WRC2-Wertung als Sieger hervorging, nachdem sich Abdulaziz Al-Kuwari (Škoda) in der 13. Wertungsprüfung überschlagen hatte.

Meldeliste Nicht als WRC, WRC-2 und WRC-3 gemeldete Fahrzeuge wurden in dieser Liste nicht erfasst. Nr Fahrer Beifahrer Team Auto Klasse 1 Sébastien Ogier Julien Ingrassia Volkswagen Motorsport Volkswagen Polo R WRC WRCRC1 2 Jari-Matti Latvala Miikka Anttila Volkswagen Motorsport Volkswagen Polo R WRC WRCRC1 3 Thierry Neuville Nicolas Gilsoul Hyundai Motorsport Hyundai i20 WRC WRCRC1 4 Dani Sordo Marc Marti Hyundai Motorsport Hyundai i20 WRC WRCRC1 5 Mads Østberg Ola Fløne M-Sport World Rally Team Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 6 Eric Camilli Nicolas Klinger M-Sport World Rally Team Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 9 Andreas Mikkelsen Anders Jæger Volkswagen Motorsport II Volkswagen Polo R WRC WRCRC1 12 Ott Tänak Raigo Mõlder Drive Dmack WRT Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 16 Henning Solberg Ilka Minor Adapta Motorsport Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 18 Valeriy Gorban Volodymyr Korsia Eurolamp WRT Mini Cooper WRC WRCRC1 20 Hayden Paddon John Kennard Hyundai Motorsport N Hyundai i20 WRC WRCRC1 31 Elfyn Evans Craig Parry M-Sport World Rally Team Ford Fiesta R5 WRC-2RC2 32 Hubert Ptaszek Maciej Szczepaniak Peugeot Sport Slovakia Peugeot 208 T16 WRC-2RC2 33 Radik Shaymiev Maxim Tsvetkov TAIF Motorsport Ford Fiesta R5 WRC-2RC2 34 Abdulaziz Al-Kuwari Marshall Clarke Culture & Sport Qatar Rally Team Škoda Fabia R5 WRC-2RC2 35 Khalid Mohammad Al-Suwaidi Giovanni Bernacchini Culture & Sport Qatar Rally Team Ford Fiesta R5 WRC-2RC2 37 Lorenzo Bertelli Simone Scattolin FWRT s.r.l. Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 38 Didier Arias Hector Nunes TGS Worldwide OU Škoda Fabia R5 WRC-2RC2 42 Nicolas Fuchs Fernando Mussano Nicolas Fuchs Škoda Fabia R5 WRC-2RC2 49 Augusto Bestard Fernando Mendonca Augusto Bestard Ford Fiesta R5 WRC-2RC2 61 Michel Fabre Maxime Vilmot Sainteloc Junior Team Citroën DS3 R3T Max WRC-3RC3 Icon Klasse WRC WRC Werksteams und um Herstellerpunkte eingetragene Privatteams WRC Werksteams und um nicht Herstellerpunkteeingetragene Privatteams WRC-2 Gemeldet für WRC-2 WRC-3 Gemeldet für WRC-3 (JWRC) Quelle:ewrc-results.com: Entry list, abgerufen am 17. April 2016

Klassifikationen Endergebnis Rang Fahrer Beifahrer Auto Zeit Rückstand Punkte + Power Stage WRC 1 Hayden Paddon John Kennard Hyundai i20 WRC 3:40:52.9 25 + 3 2 Sébastien Ogier Julien Ingrassia Volkswagen Polo R WRC 3:41:07.2 00:14.3 18 + 1 3 Andreas Mikkelsen Anders Jaeger Volkswagen Polo R WRC 3:41:58.1 01:05.2 15 4 Dani Sordo Marc Mari Hyundai i20 WRC 3:42:10.0 01:17.1 12 + 2 5 Mads Østberg Jonas Andersson Ford Fiesta RS WRC 3:45:49.6 04:56.7 10 6 Thierry Neuville Nicolas Gilsoul Hyundai i20 WRC 3:50:22.4 09:29.5 8 7 Marcos Ligato Ruben Garcia Citroën DS3 WRC 3:50:32.1 09:39.2 6 8 Eric Camilli Benjamin Veillas Ford Fiesta RS WRC 3:51:08.9 10:16.0 4 9 Henning Solberg Ilka Minor Ford Fiesta RS WRC 3:51:41.4 10:48.5 2 10 Nicolas Fuchs Fernando Mussano Škoda Fabia R5 4:05:35.7 24:42.8 1 WRC2 1 (10) Nicolas Fuchs Fernando Mussano Škoda Fabia R5 4:05:35.7 24:42.8 25 2 (12) Hubert Ptaszek Maciej Szczepaniak Peugeot 208 T16 4:10:12.6 29:19.7 18 3 (14) Abdulaziz Al-Kuwari Killian Duffy Škoda Fabia R5 4:15:26.6 34:33.7 15 4 (17) Elfyn Evans Craig Parry Ford Fiesta R5 4:50:26.0 1:09:33.1 12 5 (20) Augusto Bestard Fernando Mendonca Ford Fiesta R5 5:09:37.6 1:28:44.7 10 WRC3 1 (18) Michel Fabre Maxime Vilmot Citroën DS3 R3T Max 4:53:11.0 1:12:18.1 25

Wertungsprüfungen