Leila Alaoui (* 10. Juli 1982 in Paris, Frankreich; † 18. Januar 2016 in Ouagadougou, Burkina Faso) war eine französisch-marokkanische sozial engagierte Fotografin und Videokünstlerin. Sie war das Opfer eines Terroranschlags der Extremistengruppe al-Mourabitou.

Leben und Werk Leila Alaoui wurde 1982 in Paris als eines der drei Kinder von Abdelaziz Belahcen Alaoui, einem marokkanischen Geschäftsmann, und Christine Alaoui (geb. Abrate), einer französischen Fotografin, geboren. Mit ihren Geschwistern wuchs sie im luxuriösen Stadtviertel La Palmeraie/Marrakesch/Marokko auf.The Guardian 22. Januar 2016: Leila Alaoui obituaryLe Monde Afrique 19. Januar 2016: Victime de l’attaque au Burkina, Leila Alaoui, figure rayonnante de la jeune photographie Nach dem Besuch der Primarschule L’École Auguste Renoir dann des Lycées francais Victor-Hugo und bestandenem Baccalauréat im Jahre 2000, ging sie im Alter von achtzehn Jahren nach New York.

Zunächst (2000 bis 2003) an die Hofstra University in Hempstead auf Long Island, um dort Soziologie und Film zu studieren, dann (2004 bis 2005) an die City University of New York (CUNY), um ein Fotografie-Studium zu absolvieren.

2006 unternahm sie eine zweimonatige Reise durch Zentralamerika für eine Foto-Reportage über die Kultur der Maya. 2008 machte sie ihren Bachelor of Arts in Fotografie an der CUNY.Les Marocans du Monde: Fiche créateur: Leila Alaoui Noch während ihrer Zeit an der CUNY arbeitete sie als Freelancer-Fotografin und Produktionsassistentin in der Film- und Modebranche, u. a. für Spike Lee, Shirin Neshat, John M. Hall, Maripol, Serge Lutens.Linkedin: Leila Alaoui - Photographer & video artist Die Film-, Mode- und Werbebranche war jedoch nicht ihre Welt. Sie nutzte diese Zeit, um darüber nachzudenken, wie man die (Foto-)Technik der Studios für anthropologische, dokumentarische Fotografie nutzen könnte, um dann ihren eigenen Weg zu gehen.

Inspiriert von berühmten Fotografen wie Robert Frank (The Americans, 1958) oder Richard Avedon standen Themen wie kulturelle Identität und Diversität, Geschichten der Migration im Mittelmeerraum, ethnische Minderheiten und Randgruppen im Zentrum ihres Schaffens. Durch multimediale Arbeiten mit einer Mischung aus historischen Fotos, Dokumentaraufnahmen oder Videoinstallationen versuchte sie soziale Wirklichkeiten mittels einer Bildsprache auszudrücken, die erzählerische Dokumentationstiefe mit starker ästhetischer Wirkung verbindet.British Journal of Photography 19. Januar 2016: Amnesty photographer Leila Alaoui killed in Burkina Faso al-Qaeda attackAl-Jazeera 19. Juli 2015: When we spoke to Leila Alaoui on tackling taboos in art (Interview)Fotografie in Deutschland: Crossings – Leila Alaoui Als kommerzielle Fotografin arbeitete sie für Magazine und NGOs. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen weltweit präsentiert. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen „Les Marocains“The Guardian 21. Januar 2016: The Moroccans by Leila Alaoui – in pictures, „No Pasara“ (über die marokkanische Migrationsbewegung), „Natreen“ (über syrische Flüchtlinge in Libanon) oder „Crossings“ (Beschreibung der Reise von Schwarzafrikanern, beginnend von ihrer Heimat nach Marokko).Al-Jazeera 19. Juli 2015: When we spoke to Leila Alaoui on tackling taboos in art (Interview)Fotografie in Deutschland: Crossings – Leila Alaoui

Ihr Interesse an Migrationsbewegungen, das zentral für ihr gesamtes Werk erscheint, erklärte Leila Alaoui in einem Interview mit Al-Jazeera:Al-Jazeera 19. Juli 2015: When we spoke to Leila Alaoui on tackling taboos in art (Interview)

Tod Am 15. Januar 2016 wurden Leila Alaoui und ihr Fahrer, Mahamadi Ouédraogo, Opfer eines Terroranschlags auf das Splendid Hotel und Cappuccino Restaurant in Ouagadougou. Zu der Tat bekannte sich die Extremistengruppe al-Mourabitoun. Die Gruppe des Extremisten Mokhtar Belmokhtar hatte sich erst im Dezember 2015 (wieder) al-Qaida im islamischen Maghreb (Aqmi) angeschlossen.Spiegel Online 19. Januar 2016: Nach Terroranschlag in Burkina Faso: Polizei nimmt rund 20 Verdächtige festSpiegel Online 17. Januar 2016: Terroranschlag in Burkina Faso: Mindestens 28 Tote - drei Angreifer identifiziertfaz.net 19. Januar 2016: Anschläge in Burkina Faso. Ermittler suchen nach SchläferzelleBBC 16. Januar 2016: Profile: Al-MurabitounBBC 15. Juni 2015: Profile: Mokhtar Belmokhtar Während Mahamadi Ouédraogo sofort starb, überlebte Leila Alaoui zunächst schwer verletzt. Am 18. Januar 2016 starb sie an den Folgen der zahlreichen Schussverletzungen, die sie erlitten hatte. Alaoui war im Auftrag von Amnesty International nach Burkina Faso gereist, um für die Kampagne „My Body my Rights“ eine Fotostrecke über Frauenrechte aufzunehmen.The Guardian 22. Januar 2016: Leila Alaoui obituaryAmnesty International Kampagne: My body my rightsAmnesty International: Al-Qaida-Anschlag in Ouagadougou. Burkina Faso: Amnesty trauert um Leila Alaoui und Mahamadi OuédraogBritish Journal of Photography 19. Januar 2016: Amnesty photographer Leila Alaoui killed in Burkina Faso al-Qaeda attack

Ehrungen Postum wurde Leila Alaoui 2017 vom französischen Kulturministerium zum Kommandeur des Ordre des Arts et des Lettres ernannt.

Weblinks Eintrag zu Leila Alaoui in der Deutschen Fotothek Website von Leila Alaoui (englisch; mit zahlreichen Beispielen ihrer Arbeiten)

Einzelnachweise

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