Die Liste von Lawinen, Erdrutschen und Bergstürzen beschreibt eine Auswahl historischer und zeitgeschichtlicher Schnee-, Stein-, Schlammlawinen, Erdrutsche und Bergsturzereignisse und Ähnliches.

Liste

DatumUTC (?) Opfer Ort Beschreibung Quellen prähistorisch unbekannt bei Villach, Österreich (erster) Bergsturz vom Dobratsch (Rote Wand), 0,9 km³ Schutt bilden „die Schütt“ im Gailtal aus eher vor dem Flimser Bergsturz, 7500 ± 1000 v. Chr. unbekannt Tamins, Schweiz Taminser Bergsturz, staut den Rhein, kleiner als der Flimser Bergsturz, in der Nähe 7500 v. Chr. unbekannt Flims, Schweiz Flimser Bergsturz, mit 9–12 km³ Volumen das größte alpine Bergsturzereignis, staut den Rhein bis heute 6000 v. Chr. unbekannt bei Köfels ins Ötztal, Tirol, Österreich Bergsturz, 3 km³ Volumen, ließ durch Reibungshitze aus Gneis Bimsstein Köfelsit entstehen Umhausen #Geologie 3900–3700 v. Chr. unbekannt bei Wildalpen, Steiermark, Österreich Bergsturz von Wildalpen, Schuttstrom mit 1,3–1,4 km³ Volumen bis in das Flussbett der Salza 1550 v. Chr. (± 150 Jahre) oder 1730 v. Chr. unbekannt Eibsee, Deutschland Der Eibsee-Bergsturz mit einer Fläche von 13 km² und einem Volumen von 350 Millionen m³ (= 0,35 km³) trifft den mittleren und östlichen Teil des Sees. Die geschätzte Energiefreisetzung bei diesem Bergsturz mit einer mittleren Sturzhöhe von 1400 m entspricht ca. 2,9 Megatonnen TNT (ca. 220 Hiroshima-Bomben).Der Eibsee-Bergsturz auf der Nordseite der Zugspitze www.umweltgeol-he.de, Webseite des Umweltgeologen Hubert Engelbrecht, mit Literaturliste bis 2009, abgerufen am 25. November 2013. – 3750 ya. 1000 v. Chr. ? Trentino, Italien Bergsturz, der den Molvenosee aufstaute 218 v. Chr. ca. 18.000 Tote Alpen, Europa Hannibal, Feldherr aus Karthago, verliert durch mehrere größere Lawinen einen Großteil seines Heeres nach 400 n. Chr. ? Aguntum, Dölsach, Tirol Nach Verdrängung der Römer durch die Kelten "durch Muren und Überschwemmungen vollständig zerstört." 563 n. Chr. ca. 2.000 Tote (2 schriftliche Berichte) Fluss Rhone und Genfersee, Schweiz Tauredunum-Ereignis: Überschwemmungen am Seeufer. Hypothesen zur Ursache: Die Rhone durchbricht einen durch Felssturz gebildeten Felsendamm. Oder Bergsturz in den See mit Tsunami. Laurent Graenicher: Ein Tsunami auf dem Genfer See. | Doku | ARTE CH/F 2018. ARTEde, youtube.de, 25. Juli 2020, abgerufen 4. August 2020, abrufbar bis 31. August 2020. – Video 37:15/51:35. 25. Januar 1348 unbekannt (17 Dörfer in der Umgebung zerstört) westlich Villach, Österreich (Zweiter) Bergsturz mit Lawinen vom Dobratsch nach einem Erdbeben in Friaul. Geschätztes Ablagerungsvolumen 535 Millionen m³ am selben Ort wie ein prähistorischer Bergsturz. 1515 etwa 600 Tote Biasca, Kanton Tessin, Schweiz Durch Schuttmassen wird Brenno zu einem See aufgestaut, dieser entleert sich, als der Damm bricht. Siehe Buzza di Biasca. 1547 ? Fließ, Bezirk Landeck, Tirol, Österreich Eine Mure verschüttet beinahe den gesamten Hauptort. 3. April 1561 Gründonnerstag mind. 2 Tote Klings, Grafschaft Henneberg, Deutschland Erdrutsch im Rhöngebirge. Die erste Veröffentlichung, die 1561 im Einblattdruck erschien (Georg Kreydlein, Nürnberg), gilt gleichzeitig als ältester gedruckter Nachweis eines Bergrutsches in Deutschland (B. v. Freyberg 1962). Mitteilungen aus dem Biosphärenreservat Rhön, Heft 21, 2016 Frank Gümbel, Neidhartshausen, abgerufen 30. Dezember 2020. 1584 etwa 120 Tote Yvorne, nahe dem Genfersee, Schweiz Erdstöße destabilisieren eine Wand oberhalb von Yvorne und lösen einen Felssturz aus; Mini-Tsunami im Genfersee Laurent Graenicher: Ein Tsunami auf dem Genfer See. | Doku | ARTE CH/F 2018. ARTEde, youtube.de, 25. Juli 2020, abgerufen 4. August 2020, abrufbar bis 31. August 2020. – Video 38:10/51:35. 18. September 1601 ? Vierwaldstättersee, Schweiz Erdbeben löst 4 m hohe Riesenwelle am Vierwaldstättersee aus Laurent Graenicher: Ein Tsunami auf dem Genfer See. | Doku | ARTE CH/F 2018. ARTEde, youtube.de, 25. Juli 2020, abgerufen 4. August 2020, abrufbar bis 31. August 2020. – Video 38:33/51:35.Tsunami und Tanzverbot 1601. Abgerufen am 27. September 2019 4. September 1618 etwa 900 Tote Piuro, Italien Zerstörung von 2 Dörfern durch Erdrutsch 16. Juli 1669 230 Tote Mönchsberg, Salzburg, Österreich ein Felssturz zerstört die Gebäude am Berg 1687 plötzliches heftigs Hochwasser der Muota Riesenwelle am Vierwaldstättersee Laurent Graenicher: Ein Tsunami auf dem Genfer See. | Doku | ARTE CH/F 2018. ARTEde, youtube.de, 25. Juli 2020, abgerufen 4. August 2020, abrufbar bis 31. August 2020. – Video 38:42/51:35. Winter 1689 mehr als 300 Tote nahe Saas im Prättigau, Schweiz mehrere Schneelawinen in den Alpen 4. Dezember 1690 Villach, Österreich ganze Dörfer werden von Gerölllawinen, die nach einem Erdbeben auftraten, verschüttet 14. Januar 1741 Böckstein, Österreich Goldgewinnungsanlagen (Pochwerk, Waschanlage) werden durch eine Lawine zerstört. Böckstein 2. September 1806 etwa 500 Tote Goldau, Schwyz, Schweiz Bergsturz von Goldau; am Gipfel des Rossbergs löst sich eine Felsmasse, 30–40 Mio. m3 Gestein stürzt vom Südhang ins Tal und zerstört 4 Dörfer, verheerende Welle im Lauerzersee In den Alpen "fast alltäglich" : Mindestens eine Million Kubikmeter Geröll orf.at, 24. August 2017, abgerufen 27. August 2017.Laurent Graenicher: Ein Tsunami auf dem Genfer See. | Doku | ARTE CH/F 2018. ARTEde, youtube.de, 25. Juli 2020, abgerufen 4. August 2020, abrufbar bis 31. August 2020. – Video 38:52/51:35. 1822 Flutwelle am Lac du Bourget ausgelöst durch Erdstöße Laurent Graenicher: Ein Tsunami auf dem Genfer See. | Doku | ARTE CH/F 2018. ARTE.de, youtube.de, 25. Juli 2020, abgerufen 4. August 2020, abrufbar bis 31. August 2020. – Video 39:04/51:35. 1880, eventuell Ende 1879 ? Brienz/Brinzauls, Graubünden, Schweiz Berichtet von Friedrich von Salis. (Ab Mitte Mai 2023 wird ein weiterer Fels- oder Bergsturz erwartet der Ort evakuiert.)Friedrich von Salis: Der Bergeinsturz bei Brienz. In: Jahrbuch des S.A.c., 15. Jg., 1880. (Schweizer Alpen-Club) 27. Oktober 1850 14 Tote Semmeringbahn, hier in Niederösterreich, Österreich Beim Bau des Weinzettelwand-Tunnels für die Semmeringbahn kam es zu einem Felssturz, 14 Bergleute starben. Die Strecke wurde deshalb danach neu trassiert, der Tunnel (zweigleisig, Abfolge von drei Tunneln, zwei Galerien) verlängert, weiter in den Berg hinein gelegt. 10. März 1876 26 Tote Kaub, Mittelrhein, Deutschland In der Nacht vom 10. auf den 11. März 1876 ereignete sich in Kaub am Mittelrhein einer der schwersten Bergstürze Deutschlands. Ein rund 60 Meter breiter Berghang stürzte ins Tal und zerstörte mehrere Wohnhäuser. Mindestens 26 Menschen verloren dabei ihr Leben.Patrick Masius: Risikokultur: Der Bergsturz in Kaub (1876), S. 26 ff. In: „Risiko und Chance: Naturkatastrophen im Deutschen Kaiserreich (1871-1918). Eine umweltgeschichtliche Betrachtung“. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades (Dr. phil.) an der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen, August 2010. 11. September 1881 114 Tote Elm, Schweiz Bergsturz von Elm; ein durch Bergbau geschaffener Felsüberhang bricht, die Steinlawine verwüstet das Dorf und tötet auch Zuseher am Gegenhang des Tals. 5. Juli 1887 11 Tote Zug, Kanton Zug, Schweiz Vorstadtkatastrophe: Bei Bauarbeiten am Kai rutscht in 3 Schritten Land in den Zugersee ab, Häuser brechen und versinken, eine Bucht bildet sich, eine Flutwelle setzt ein Dampfschiff auf Land. 15. Februar 1888 5 Tote, 1 Verletzter Wassen, Kanton Uri, Schweiz Mehrere Lawinen begraben Arbeiter beim Beseitigen von Lawinenschäden an der Eisenbahnstrecke unter sich. 19. September 1889 über 40 Tote Provinz Québec, Kanada Felssturz vom Cap Diamant 29. April 1903 mehr als 70 Tote Frank, Alberta, Kanada ein Bergsturz in Frank zerstört den Ort komplett 7. März 1909, 06h15 26 Böckstein, Bad Gastein, Land Salzburg, Österreich Nach Schneefall verschüttete eine Staublawine Unterkünfte mit 38 frühstückenden Bauarbeitern des Eisenbahn-Tauerntunnels; Denkmal. 1. März 1910 119 Tote Wellington, Washington (Bundesstaat), USA ein Lawinenabgang erfasst einen Personenzug von 1915 bis 1918 ca. 40.000 Tote gesamter Alpenraum Erster Weltkrieg, Artilleriebeschuss löst viele schwere Lawinenabgänge aus 16. Dezember 1920 200.000 Tote Provinz Gansu, Volksrepublik China ein Erdbeben mit der Stärke 8,5 löste mehrere Erdrutsche aus 27. Mai 1935 ? Hochvogel, Grenze Allgäu, D / Tirol, A Vom Berg brachen Tausende Kubikmeter Fels ab. – Ebenso 2005, 2007 und 2016. 10. April 1939 18 Tote Dorf Fidaz in der Gemeinde Flims im Kanton Graubünden, Schweiz Verwitterungssprengung der Südwand des Flimsersteins 1939–1945 ca. 40.000–80.000 Tote Kitzbüheler Alpen, Österreich Zweiter Weltkrieg, Artilleriebeschuss löst viele schwere Lawinenabgänge aus 1949 12.000 Tote Khait, Tadschikistan ein Erdbeben löst 2 Erdrutsche aus 15.–22. Januar 1951 280 Tote Alpenraum von Österreich, Schweiz, Norditalien Lawinenwinter 1951: heftige Schneestürme und starke Temperaturstürze verursachen viele schwere Lawinenabgänge im gesamten Alpenraum 8.–12. Januar 1954 200 Tote Blons, Vorarlberg, Österreich mehrere Lawinen 9. Juli 1958 2 Tote (durch Tsunami) Lituya Bay, Alaska, USA In der Bucht entstand durch einen Erdrutsch ein Megatsunami, der auf dem gegenüberliegenden Uferhang der engen fjordähnlichen Bucht eine Höhe von bis zu 520 m erreichte.Geology.com Lituya Bay Megatsunami 2 Fischer im Boot in der Bucht getötet, 1 Fischer (Zeuge) und sein Sohn überlebten. 10. Januar 1962 4.000 Tote Nevado Huascarán, Peru mehrere Schneelawinen 3. Oktober 1963 1.900 Tote („mind. 1917“) Longarone, Italien ein Bergsturz lässt den Stausee oberhalb des Vajont-Tales über die Ufer treten und überschwemmt das Tal 16. Juni 1964 28 Tote Niigata, Insel Honshū, Japan ein Erdbeben nahe dem Fluss Shinano verflüssigt den Untergrund unter der Stadt Niigata, Gebäude sinken oder kippen, Wasser tritt aus dem Boden aus 30. August 1965 88 Tote Mattmark, Schweiz große Teile eines Gletscherabgangs stürzen auf eine Baustelle an einem Staudamm 21. Oktober 1966 144 Tote Aberfan in Südwales, Großbritannien siehe Katastrophe von Aberfan 24. Februar 1970 30 Tote Reckingen VS, Schweiz eine Staublawine vom Bächji Alp trifft den westlichen Teil des Dorfes, tötet 19 Angehörige der Schweizer Armee und 11 Zivilisten, löst die grösste Lawinenrettungsaktion der Schweizer Geschichte aus Siehe Lawinenunglück von Reckingen 31. Mai 1970 12.000–20.000 Tote Yungay, Peru ein schweres Erdbeben lässt Teile der Nordwand des Berges Nevado Huascarán abbrechen, die Lawinen begraben den Ort unter sich 6. April 1975 3 Tote Acla, Schweiz eine Lawine zerstört das Dorf, das seither unbewohnt ist 16. April 1974 über 200 Tote Provinz Huncaelia, Peru Erdrutsch durch langanhaltende Regenfälle Anfang März 1979 über 200 Tote Lahaul-Tal, Indien mehrere bis zu 60 Meter hohe Schneelawinen Oktober 1981 240 Tote Provinz Sichuan, Volksrepublik China mehrere Erdrutsche 28. Juli 1987 27 Tote, 26 Vermisste Morignone, Italien eine Gerölllawine verschüttet den Ort 1988 0 Vulkan La Cumbre (Fernandina), Galapagosinseln, Ecuador Fast 1 km³ des Kraterrands stürzt in die Caldera und verschüttet den Kratersee. 23./24. Juni 1988 ca. 300 Tote Katak, Türkei Schlamm und Geröll begraben den Ort Katak unter sich 23. Januar 1989, „Montag 05.00 Uhr Ortszeit“ (UTC+6) / 22. Januar 1989, Sonntag 23.00 Uhr UTC 600–1000 Tote. Tausende Stück Vieh. im dichtbesiedelten landwirtschaftlichen Bezirk Gissarski, 30 km SW Duschanbe, Tadschikistan, (damals:) UdSSR Ein Erdbeben löste gewaltige Erdrutsche aus, die mind. 3 Dörfer unter sich begruben. Ein 8 km breiter und mind. 12 m dicker Schlamm- und Geröllstrom ĺief über die Orte Scharora, Kulipojen und Okulibolo. Neue-Erdbebenkatastrophe-in-der-UdSSR (TASS) taz. die tageszeitung, taz.de, 24. Januar 1989, abgerufen 16. Dezember 2022. 9./10. Februar 1991 18 Tote gesamter Alpenraum schwere Schneelawinenabgänge in den Bergen 8. März 1991 7 Tote Wallis, Schweiz Schneelawine am Nordhang des Sankt Bernhard (Pass) 18. April 1991, 0