Das Gebiet Feuchtgebiete um Altshausen ist ein 2005 durch das Regierungspräsidium Tübingen nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-8023-341) im Südosten des deutschen Landes Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 5. November 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.
Lage Das rund 1.400 Hektar (ha) große Schutzgebiet Feuchtgebiete um Altshausen gehört naturräumlich zum Oberschwäbischen Hügelland. Seine 16 Teilgebiete liegen in den Städten und Gemeinden Altshausen (126,12 ha), Aulendorf (70,07 ha), Ebenweiler (196,18 ha), Ebersbach-Musbach (238,22 ha), Eichstegen (14,01 ha), Fronreute (238,22 ha), Guggenhausen (42,04 ha), Hoßkirch (70,07 ha) und Wolpertswende (238,22 ha) im Norden des Landkreises Ravensburg (1.233,1 ha) sowie Bad Saulgau (182,17 ha) im Landkreis Sigmaringen (182,2 ha).
Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung einer eiszeitlich geprägte Landschaft zwischen äußerer und innerer Würm-Endmoräne mit naturnahen Moorbereichen, zum Teil lebenden Hochmooren und Moorwäldern, naturnahen und extensiv genutzten Niedermoorbereichen, naturnahen Weihern, dystrophen und natürlichen eutropohe Seen sowie einem mesotrophen See, Bächen mit großen Populationen des Kammmolchs sowie Resten von Streuwiesen und Weihern mit zum Teil traditioneller Weiherbewirtschaftung.
Lebensraumtypen
Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:
EUCode
Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3130 Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoëto-Nanojuncetea Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer 3150
Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3160 Dystrophe Seen und Teiche Dystrophe Seen 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 6410
Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Pfeifengraswiesen 6430
Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 6510
Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 7110
Lebende Hochmoore Naturnahe Hochmoore 7120
Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore Geschädigte Hochmoore 7140
Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 7150
Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion) Torfmoor-Schlenken 7220
Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen* 7230
Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 91D0
Moorwälder Moorwälder 91E0
Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 9410
Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea) Bodensaure Nadelwälder
Lebensraumklassen
Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:
Bild EUCode
Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Schmale Windelschnecke 1014
Schmale Windelschnecke Vertigo angustior Schnecken 150px|Bauchige Windelschnecke 1016
Bauchige Windelschnecke Vertigo moulinisana Schnecken 150px|Kleine Flussmuschel 1032 Kleine Flussmuschel Unio crassus Muscheln 150px|Große Moosjungfer 1042
Große Moosjungfer Leucorrhinia pectoralis Libellen 150px|Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling 1061
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling Maculinea nausithous Schmetterlinge150px|Bitterling 1134
Bitterling Rhodeus sericeus Fische und Rundmäuler 150px|Kammmolch 1166
Kammmolch Triturus cristatus Amphibien 150px|Gelbbauchunke 1193
Gelbbauchunke Bombina variegata Amphibien 150px|Großes Mausohr 1324
Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 150px|Biber 1337
Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Firnisglänzendes Sichelmoos 1381
Firnisglänzendes Sichelmoos Drepanocladus vernicosus Moose 150px|Grünes Koboldmoos 1386
Grünes Koboldmoos Buxbaumia viridis Moose 150px|Gelber Frauenschuh 1902
Gelber Frauenschuh Cypripedium calceolus Pflanzen 150px|Sumpf-Glanzkraut 1903
Sumpf-Glanzkraut Liparis loeselii Pflanzen
Zusammenhängende Schutzgebiete Folgende Naturschutzgebiete liegen ganz oder teilweise im FFH-Gebiet Feuchtgebiete um Altshausen: Booser-Musbacher Ried Bibersee Dornacher Ried mit Häckler Ried, Häckler Weiher und Buchsee Blinder See Vorsee-Wegenried Schreckensee Ebenweiler See Dolpenried Altshauser Weiher
Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg
Einzelnachweise
Weblinks
Verordnung, Datenauswertebogen und Karte im Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Feuchtgebiete um Altshausen“
Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Ravensburg Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Sigmaringen Kategorie:Schutzgebiet in Bad Saulgau Kategorie:Schutzgebiet in Altshausen Kategorie:Schutzgebiet in Aulendorf Kategorie:Schutzgebiet in Ebenweiler Kategorie:Schutzgebiet in Ebersbach-Musbach Kategorie:Schutzgebiet in Eichstegen Kategorie:Schutzgebiet in Fronreute Kategorie:Schutzgebiet in Guggenhausen Kategorie:Schutzgebiet in Hoßkirch Kategorie:Schutzgebiet in Wolpertswende Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 2019