Clawer «der Maler» (erwähnt von 1361 bis 1373 in Neuenburg und 1378 in Basel) war ein Basler Bildhauer und Maler. Das von ihm geschaffene Grabmal der Grafen von Neuenburg in der Kollegiatkirche Neuenburg ist ein Objekt von nationaler Bedeutung im KulturgüterschutzinventarCollégiale de Neuchâtel et Tombeau des Comtes de Neuchâtel, KGS-Nr. 04060. und gilt als «wichtigstes» Grabmal der Schweiz.Le cénotaphe des comtes de Neuchâtel. In: Jean Courvoisier: Les monuments d’art et d’histoire du canton de Neuchâtel. Band 1. Birkhäuser, Basel 1955. S. 110. Clawer wird als Clawer le pentarre, moller pentarre de Balle,Le cénotaphe des comtes de Neuchâtel. In: Jean Courvoisier: Les monuments d’art et d’histoire du canton de Neuchâtel. Band 1. Birkhäuser, Basel 1955. S. 109, 114. Claus pentarre de Bâle und maître de Bala urkundlich genannt.Casimir Hermann Baer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt. Band 3. Birkhäuser, Basel 1941. S. 266, Anm. 1. Sladeczek nennt ihn identisch mit den Künstlern Claus von Wissenburg bzw. Claus Sideler von Tübingen.
Werke mini|hochkant|Marguerite, Katharina, Ludwig und Jeanne von Neuenburg Clawer erhielt 1370 den Auftrag von Ludwig von Neuenburg, die Grabstätte des Grafen (la sépulture monseigneur) «zum Gedenken an seine Familie» zu errichten. Er erhielt die hohe Summe von 51 Florin und schuf einen 6,7 Meter hohen Kenotaph mit zwölf Skulpturen aus drei Generationen. Zu der Figurengruppe in der Neuenburger Kollegiatkirche gehören zwei ältere Skulpturen der Eltern Ludwigs. Clawer war Baumeister und Bildhauer des Grabmals sowie für die Fassung des Denkmals und seiner Figuren zuständig. Die Arbeiten waren 1372 abgeschlossen. Clawers Skulpturen sind steif, gewinnen jedoch durch die farbliche Gestaltung an Ausdruck. Sie zeigen Verwandtschaft zu den Bildhauerarbeiten in Schwaben und am Oberrhein. Stilistisch ist sein Werk mit dem Grabmal François de Montferrand in La Sarraz verwandt,Dave Lüthi: Neuchâtel. Collégiale. ne-54. In: Le Marbre et la Poussière. Lausanne 2013, S. 172–173. das eine Liegefigur und vier stehende Personen zeigt.Grabmal in der Chapelle du Jaquemart, La Sarraz (Fotografie um 1900).
Das Grabmal des Basler Bürgermeisters Hartmann Rot im Barfüsserkloster wurde um 1380 geschaffen und galt als «einzigartiges Kunstwerk» im Zusammenspiel von Architektur, Skulptur und Malerei. Das Werk ging 1844 bei einem Abnahmeversuch verloren, wurde aber zuvor durch Christoph Riggenbach und Johann Jakob Neustück dokumentiert.Casimir Hermann Baer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt. Band 3. Birkhäuser, Basel 1941. S. 264–266.
Literatur Slylvie Aballéa, Nicolas Schätti: Le tombeau du comte Louis. Un monument singulier? In: Revue historique neuchâteloise 1997. S. 167–172. Casimir Hermann Baer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt. Band 3: Die Kirchen, Klöster und Kapellen – Erster Teil: St. Alban bis Kartause. Birkhäuser, Basel 1941. S. 245–246. Claire Piguet, Marc Stähli: Le tombeau des comtes de Neuchâtel. In: Kunst und Architektur. Band 54 (2003), Heft 1. S. 44–53. Alice Schaller-Aeschlimann: Das Kenotaph der Grafen von Neuenburg. Basel 1974.
Belege
Kategorie:Bildhauer (Basel) Kategorie:Maler (Basel) Kategorie:Bildhauer des Mittelalters Kategorie:Maler des Mittelalters Kategorie:Geboren im 14. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 14. oder 15. Jahrhundert Kategorie:Mann