Das Tilisunabad (auch „Wildbad im Tilisunatal“ oder „Wildbad Schönau“, etwa ) war eine in Tschagguns in Vorarlberg (Österreich) unter dem Ziegerberg liegende Heilbadeanlage und lag in der Parzelle „Hof Bädli“.
Geschichte Der Beginn der Nutzung der Heilquelle im Tilisunabad ist nicht bekannt. 1608 wurde das Bad urkundlich erwähnt, am 23. Februar 1738 durch eine Lawine zerstört, wieder aufgebaut und weitergeführt. Um 1800 stand hier immer noch ein großes Bauernhaus in rätoromanischem Stil in dessen Kellerräumen Badewannen für den Badebetrieb installiert waren. 1810 wurde der Badmeister Franz Thomas Fleisch wegen seiner Verschwendungssucht entmündigt. Um 1840 wurde das Bad von einem Herr Würbel geführt, welches er zuvor von der Familie Brugger übernommen hatte. Im Bad selbst soll es der mündlichen Überlieferung nach recht ausgelassen zugegangen sein.Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch, S. 131 f.
Aus dem Tschaggunser Tilisunabad und dem Bad Hinterplärsch (Bad Fohrenburg) musste ein „Bädergeld“, eine Art von Wellnesssteuer, an die Obrigkeit abgeführt werden.Manfred Tschaikner in , S. 67.
Wann der Badebetrieb eingestellt wurde, ist nicht bekannt.
Badebetrieb und Heilquelle Bei der verwendeten Heilquelle handelte es sich um eine kalte Schwefelquelle und eine eisenhaltige Quelle (ähnlich der Quelle im Heilbad Silbertal).Josef Zehenter: Mineralquellen Vorarlbergs, 1895, S. 177. Insgesamt sollen vier „unterschidliche costliche Wässer“ in Verwendung gestanden haben.Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch, S. 132. Höhepunkt der Nutzung der Heilquelle lag etwa Mitte 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts.
In Eduard Joseph Kochs Abhandlung aus dem Jahr 1843Abhandlung über Mineralquellen in allgemein wissenschaftlicher Beziehung und Beschreibung aller in der Oesterreichischen Monarchie bekannten Bäder und Gesundbrunnen. Pichler, Band 1, Wien 1843, S. 179 f. fand das Bad bereits keine Erwähnung mehr. Josef Zehenter erwähnte das Tilisunabad 1895 in Mineralquellen VorarlbergsSeite 177. und vermerkte hierzu, dass die Badeanstalt schon länger aufgelassen sei.
Das Bad erlangte nie mehr als regionale Bedeutung (Bauernbad). Die Unterkunft war einfach gehalten und auch der „Badbutz“ soll nach Überlieferungen hier sein Unwesen getrieben haben.Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch, S. 131 (sagen.at).
Geographie / Topographie Das Tilsunabad war etwa 2 km Luftlinie von Tschagguns, 3 km von Schruns und 13 km von Bludenz entfernt.
Südöstlich der Parzelle „Hof Bädli“ befindet sich das „Schwefelried“ und auch der hier befindliche Badweg erinnert noch an die frühere Funktion der Parzelle.
Literatur Werner Vogt: Alte Heilbäder in Vorarlberg eine Reise durch die Vorarlberger Bäderlandschaft. Verlag Benvenuti, Feldkirch 2001, ISBN 3-901522-07-7. Christoph Vallaster: Kleines Vorarlberger Heilbäderbuch. Buch Spezial Verlag, Dornbirn 1984, . Josef Zehenter: Die Mineralquellen Vorarlbergs mit vorzüglicher Berücksichtigung ihrer chemischen Zusammensetzung. In: Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg. Innsbruck 1895, S. 143–180 ().
Weblinks
Der Badbutz. In: sagen.at
Einzelnachweise
Kategorie:Wohngebäude in Österreich Kategorie:Bauwerk in Tschagguns