Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der englischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Europameisterschaften und den Qualifikationen dazu. England nahm – mit Ausnahme von 2005 und 2022, als man als Gastgeber automatisch qualifiziert war – immer an der Qualifikation teil, nahm achtmal an der Endrunde teil und erreichte zweimal die Finalrunde, die 1984 und 1995 mit Hin- und Rückspielen ausgetragen wurde. England konnte zweimal (2022 und 2025) den Titel gewinnen. Zudem gab es zwei zweite Plätze, einen vierter Platz und einen weiteren Halbfinaleinzug. Bei der 1979 durchgeführten inoffiziellen Europameisterschaft in Italien war England durch eine Niederlage im Elfmeterschießen Vierter geworden.Inofficial European Women Championship 1979
Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner Ergebnis Trainer/in Bemerkungen und Besonderheiten 1984 keine Endrunde Finale Schweden Zweite Martin Reagan Niederlage im Elfmeterschießen 1987 Norwegen Spiel um Platz 3 Italien Vierter Martin Reagan 1989 Deutschland nicht qualifiziert - - In der Qualifikation an Dänemark und Norwegen gescheitert 1991 Dänemark nicht qualifiziert - - Im Viertelfinale am später erfolgreichen Titelverteidiger Deutschland gescheitert 1993 Italien nicht qualifiziert - - Im Viertelfinale am späteren Gastgeber Italien gescheitert 1995 keine Endrunde Halbfinale Deutschland - Ted Copeland 1997 Norwegen/Schweden nicht qualifiziert - - In den Playoffs an Spanien gescheitert 2001 Deutschland VorrundeDeutschland, Russland, Schweden - Hope Powell Als Gruppenletzter ausgeschieden 2005 England Vorrunde Dänemark, Finnland, Schweden- Hope Powell Als Gruppenletzter ausgeschieden 2009 Finnland Finale Deutschland ZweiterHope Powell Höchste Finalniederlage 2013 Schweden Vorrunde Frankreich, Russland, Spanien - Hope Powell Nach Vorrundenaus Ende der Amtszeit von Hope Powell 2017 Niederlande HalbfinaleNiederlande - Gegner in der Vorrunde waren Schottland, Spanien und Portugal. Im Viertelfinale erster Sieg gegen Frankreich seit 1974 2022 EnglandFinaleDeutschland Europameister Am 3. Dezember 2018 wurde England von der UEFA als Gastgeber bestimmt, wodurch die Mannschaft automatisch qualifiziert ist. Gegner bei der Endrunde waren Nordirland, Norwegen und Österreich. 2025 Schweiz Finale Spanien Europameister Als Gruppenzweiter hinter Frankreich qualifiziert. Finalsieg per Elfmeterschießen.
Die Turniere EM 1984 Für die erste Europameisterschaft hatten nur 16 Mannschaften gemeldet und die Gruppen für die Qualifikation wurden nach geographischen Gegebenheiten eingeteilt. Die englische Mannschaft qualifizierte sich mit sechs Siegen gegen Schottland, Irland und Nordirland. Als Gruppensieger traf England im Halbfinale der Finalrunde in zwei Spielen auf Dänemark und gewann beide. Auch das Finale wurde in zwei Spielen entschieden. Gegner waren die Schwedinnen, gegen die die Engländerinnen zunächst auswärts antraten. Da beide Heimspiele nach regulärer Spielzeit 1:0 für die Heimmannschaften endeten, kam es zum ersten Elfmeterschießen bei einer EM der Frauen und England verlor dieses mit 3:4.dfb.de: Europameisterschaft, 1984, Finale
EM 1987 in Norwegen Bereits im selben Jahr begann die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, für die wieder nur 16 Mannschaften gemeldet hatten. England traf auf die gleichen Gegner wie zuvor und gewann wieder und als einzige Mannschaft alle sechs Spiele. Dabei erzielten die Engländerinnen mit 34 Toren die meisten aller 16 Qualifikationsgegner und mussten die wenigsten Gegentore (2) hinnehmen. Die Endrunde der besten vier Mannschaften fand nun in einem Land statt und Norwegen erhielt den Zuschlag. Die Engländerinnen trafen im Halbfinale wie drei Jahre zuvor im Finale auf die Schwedinnen und verloren mit 2:3 nach Verlängerung und anschließend das Spiel um Platz 3 gegen Italien.
EM 1989 in Deutschland Bereits drei Monate nach dem Finale begann die Qualifikation für die nächste Endrunde. Diesmal traf England nicht auf Gegner von den britischen Inseln. Stattdessen musste die Mannschaft gegen Titelverteidiger Norwegen, zudem Finnland und Dänemark antreten, die sich als wesentlich stärker erwiesen. England gewann zwar das erste Spiel in Finnland sowie das folgende Heimspiel gegen Dänemark jeweils mit 2:1, musste dann aber in Dänemark die erste Qualifikationsniederlage hinnehmen. Gegen Norwegen wurden dann auch beide Spiele verloren und im Heimspiel gegen Finnland nur ein 1:1 erreicht. Damit schied England punktgleich mit Dänemark, aber der schlechteren Tordifferenz als Gruppendritter aus. Dänemark scheiterte dann im Viertelfinale an Schweden, Norwegen setzte sich gegen die Niederlande durch und verlor erst im Finale seinen Titel an Deutschland.
EM 1991 in Dänemark In der Qualifikation für die folgende EM-Endrunde trafen die Engländerinnen wieder auf Norwegen und Finnland sowie diesmal Belgien, gegen das die einzigen Siege gelangen. Mit drei torlosen Remis und einer 0:2-Niederlage in Norwegen reichte es aber zum zweiten Platz und der Qualifikation für das Viertelfinale. Hier trafen sie auf Titelverteidiger Deutschland und verloren mit 0:2 und 1:4, wonach die Amtszeit von Martin Reagan endete. England hatte damit auch die Qualifikation für die erste offizielle WM der Frauen verpasst. Deutschland konnte dann bei der Endrunde den Titel erfolgreich verteidigen.
EM 1993 in Italien An der Qualifikation für die folgende EM nahmen schon 23 Mannschaften teil. Um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren, musste England, das nun von John Bilton trainiert wurde, in der Gruppenphase gegen Island und Schottland spielen. England gewann alle vier Spiele und traf im Viertelfinale auf Italien. In Italien wurde zwar mit einem 2:3 noch eine gute Ausgangsbasis gelegt, das Rückspiel wurde aber mit 0:3 verloren. Damit endete die Amtszeit von John Bilton. Danach übernahm Ted Copeland die Aufgabe, der zudem beim englischen Verband Regional Director war.
EM 1995 1993 begann mit 29 Mannschaften die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, die wieder und letztmals ohne Endrunde ausgetragen wurde. England traf erstmals auf Slowenien, gegen das zweimal mit 10:0 gewonnen wurde, sowie Belgien und Spanien. Mit 34:0 Toren in vier Siegen und zwei Remis (zweimal 0:0 gegen Spanien) setzten sich die Engländerinnen mit einem Punkt Vorsprung vor Spanien, das beim 0:0 in Belgien einen Punkt zu viel abgab, als Gruppensieger durch. Im Viertelfinale traf England auf Island und gewann zweimal mit 2:1. Im Halbfinale war dann wieder gegen Titelverteidiger Deutschland Endstation. Das Heimspiel wurde erneut mit 1:4 verloren, im Rückspiel dann mit 1:2. Mit dem Halbfinaleinzug hatte sich England aber für die zweite WM in Schweden qualifiziert. Deutschland gelang dann die erneute Titelverteidigung.
EM 1997 in Norwegen Neun Monate nach dem Halbfinalaus begann die Qualifikation für die nächste EM-Endrunde für die nun schon 34 Mannschaften gemeldet hatten und die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde. Auf Grund der unterschiedlichen Spielstärke der gemeldeten Mannschaften wurde die Qualifikation in zwei Kategorien eingeteilt. Die 16 stärksten Mannschaften, zu denen auch England gehörte, spielten um die direkte Qualifikation, die 18 schwächeren Mannschaften um die Möglichkeit bei der nächsten Qualifikation in der höheren Kategorie zu spielen. Im ersten Spiel trafen die Engländerinnen auf Italien und mussten sich mit einem 1:1 begnügen. Nach zwei 5:0-Siegen gegen Kroatien und Portugal, gegen die erstmals gespielt wurde, wurde das Rückspiel in Italien mit 1:2 verloren. Danach folgten noch zwei Siege, was aber nur zum zweiten Gruppenplatz reichte, da Italien sich gegen die beiden anderen keine Blöße gegeben hatte. Damit musste England in die Relegationsspiele und gegen einen Gruppendritten spielen. Gegner waren die Spanierinnen, gegen die auswärts mit 1:2 verloren wurde, so dass das 1:1 im Rückspiel nicht reichte, um die Endrunde zu erreichen. England war damit der einzige Gruppenzweite, der gegen einen Gruppendritten ausschied. Für Spanien war es die erste Endrundenteilnahme, die dann erst im Halbfinale endete.
EM 2001 in Deutschland Im Juni 1998 wurde Hope Powell erste Vollzeittrainerin der Frauennationalmannschaft. In der Qualifikation für die EM 2001 spielten die Engländerinnen wieder in der höheren Kategorie und trafen diesmal auf den späteren Olympiasieger Norwegen, gegen den es die beiden einzigen Niederlagen gab, darunter mit 0:8 die höchste Länderspielniederlage. Gegen die weiteren Gegner Portugal und die Schweiz gelangen aber drei Siege und ein Remis, womit der zweite Platz erreicht wurde, sodass die Engländerinnen erneut in die Playoffs mussten. Hier traf England erstmals auf die Ukraine und gewann beide Spiele (2:1 in der Ukraine und 2:0 in England).
Bei der Endrunde in Deutschland wurde im ersten Gruppenspiel und ersten Spiel überhaupt gegen Russland ein 1:1 erreicht, gegen Schweden (0:4) und Deutschland (0:3) aber verloren, so dass England als Gruppenletzter ausschied.
EM 2005 in England Für die EM 2005 wurde der Gastgeber erstmals vorab festgelegt und England erhielt den Zuschlag für die Austragung. Damit musste sich England nicht qualifizieren.
Bei der Endrunde konnte England den Heimvorteil aber nicht nutzen. Zwar startete die Mannschaft mit einem 3:2 durch ein Tor in der Nachspielzeit von Karen Carney gegen Finnland, das erstmals an der Endrunde teilnahm, verlor dann aber mit 1:2 durch zwei Tore in der Schlussphase gegen Dänemark und durch ein frühes Tor mit 0:1 gegen Vizeeuropameister Schweden. Damit schied England erneut als Gruppenletzter aus.
EM 2009 in Finnland Die EM 2009 fand in Finnland statt. Erstmals nahmen zwölf Mannschaften am Turnier teil. Geändert wurde auch der Qualifikationsmodus. Die 1. Qualifikationsrunde bestritten nur die 20 schwächsten Nationalmannschaften. England musste erst in der zweiten Runde eingreifen und traf in einer Fünfergruppe auf Spanien, Tschechien und Nordirland sowie erstmals auf Belarus. Die Engländerinnen begannen mit vier Siegen ohne Gegentor, blieben dann zwar im Heimspiel gegen Tschechien auch ohne Gegentor, konnten aber selber auch keins erzielen. Im sechsten Spiel kassierten sie dann beim 6:1 in Belarus das erste Gegentor und auch in den beiden folgenden Spielen – 5:1 in Tschechien und 2:2 in Spanien – blieben sie nicht ohne Gegentore. Dennoch reichte es zum ersten Platz und der direkten Qualifikation für die Endrunde. Tschechien scheiterte als Gruppenzweiter in den Playoffs an Italien.