Walter Grüters (* 15. April 1899 in Frankfurt am Main; † 27. Januar 1974 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und -regisseur.

Leben Walter Grüters hatte Engagements an verschiedenen Hamburger Theatern, so an Ida Ehres KammerspielenWilli Paetsch: Theaternotizen, Hamburger Abendblatt vom 18. Juni 1963, abgerufen am 25. Oktober 2015., am Deutschen Schauspielhaus, dessen Ensemble er in den 1950er Jahren angehörteDie eiserne Straße, Hamburger Abendblatt vom 11. März 1953, abgerufen am 25. Oktober 2015., oder am Operettenhaus, wo er 1968 neben Shmuel Rodensky in dem Musical Anatevka als Rabbiner auf der Bühne stand.Neue Begeisterung über Anatevka, Hamburger Abendblatt vom 2. August 1968, abgerufen am 25. Oktober 2015. Daneben gastierte Grüters unter anderem am Kleinen Theater im Zoo in Frankfurt, dort war er 1963 in Kleists Lustspiel Der zerbrochne Krug neben Fritz Rémond in der Rolle des Dorfrichters Adam als Gerichtsrat Walter zu sehen. Eine weitere Station seiner Bühnenlaufbahn war das Schauspielhaus Zürich, wo er den Terzky in Schillers Wallenstein spielte, ferner Oberst Pickering in Pygmalion von George Bernard Shaw und den König Alonso im Shakespearschen Sturm. Seine letzte Verpflichtung hatte er wiederum in Hamburg am Ernst-Deutsch-Theater als Pastor Harper in Spitzenhäubchen und Arsenik von Joseph Kesselring.Walter Grüters starb nach Unfall, Hamburger Abendblatt vom 30. Januar 1974, abgerufen am 25. Oktober 2015.

1928 war Walter Grüters in dem Film Marquis d’Eon, der Spion der Pompadour unter der Regie von Karl Grune zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen.Charly Barbarino: Walter Grüters, in: "Die Film-Illustrierte", Nr. 27, Jg. 1928, S. 525 Bis Kriegsbeginn folgten weitere Streifen, unter anderem 1937 Pat und Patachon im Paradies an der Seite des dänischen Komikerduos Carl Schenstrøm und Harald Madsen. In den 1950er Jahren konnte Grüters seine Arbeit vor der Kamera fortsetzen, so sah man ihn 1962 in dem Spielfilm Die glücklichen Jahre der Thorwalds oder in einer Folge der Serie John Klings Abenteuer. Seine letzte Rolle spielte er in der Tatort-Episode Nachtfrost.

Daneben war Walter Grüters umfangreich als Hörspielsprecher tätig. Bereits 1926 hatte er erste Aufgaben bei der Nordischen Rundfunk AG (NORAG) übernommen, nach dem Zweiten Weltkrieg war er bis Ende der 1960er Jahre ein vielbeschäftigter Sprecher überwiegend in Produktionen des Nordwestdeutschen Rundfunks und später des Norddeutschen Rundfunks. Unter anderem wirkte Grüters in mehreren Folgen der Serien Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück und Die Jagd nach dem Täter mit, außerdem sprach er die Rolle des Mr. Fitzgerald in der ersten Staffel der Reihe Gestatten, mein Name ist Cox. In einigen Hörspielen führte er darüber hinaus Regie.

Als Synchronsprecher lieh Grüters 1936 Allan Jeayes in dem Film Elefanten-Boy seine Stimme, 1953 sprach er Ferdy Mayne in Sekunden der Verzweiflung.

Von 1924 bis 1933 war Walter Grüters mit der deutschen Schauspielerin Ma Corvinus (eigentlich Marie Luise Hirschmann) verheiratet.

Walter Grüters starb an den Folgen eines Verkehrsunfalls, als er im Januar 1974 auf dem Hamburger Mittelweg im Stadtteil Rotherbaum von einem Auto überrollt wurde. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof Ohlsdorf im Planquadrat AD 8 südlich von Kapelle 8.

Trivia Da in dem Musical Anatevka alle männlichen Darsteller einen Bart zu tragen hatten, die Maskenbildnerin das allabendliche Kleben von Bärten aber überfordert hätte, waren die Schauspieler übereingekommen, sich während der Proben Bärte wachsen zu lassen und hatten eine Wette abgeschlossen, wer bei der Premiere am 1. Februar 1968 den längsten Bart vorweisen könne. Hauptdarsteller Shmuel Rodensky siegte mit 15 Zentimetern vor Walter Grüters, dessen Bart es auf eine Länge von 14,2 Zentimeter brachte.

Filmografie (Auswahl) 1928: Marquis d’Eon, der Spion der Pompadour 1928: Herzen ohne Ziel 1929: Bruder Bernhard 1929: Links der Isar – rechts der Spree 1929: Wenn der weiße Flieder wieder blüht 1929: Wildschütz Jennerwein 1930: Glühende Berge – Flammendes Herz 1937: Die Landstreicher 1937: Pat und Patachon im Paradies 1938: Der Schein trügt (Kurzfilm) 1953: Im Banne der Guarneri 1955: Die Toteninsel 1956: Der Verrat von Ottawa 1958: Das Geld, das auf der Straße liegt 1958: Die Brüder 1959: Der Mann, der sich verkaufte 1960: Die Irre von Chaillot 1962: Die glücklichen Jahre der Thorwalds 1963: Der Schatten: Ein Märchen für Erwachsene 1963: Eine dumme Sache – Party um Mitternacht 1964: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua 1965: Don Juan 1966: John Klings Abenteuer – Die Kunstsammler 1966: Die Gefangenen von Murano 1966: Die Tintenfische – Unterwasserdetektive greifen ein – Nasse Spuren 1967: Großer Mann was nun? (Fernsehserie, 4 Folgen) 1973: Eigentlich hatte ich Angst... – Die Geschichte eines ungewöhnlichen Helden 1974: Tatort – Nachtfrost

Hörspiele (Auswahl) Als Sprecher 1926: Aus Wilhelm Tell, 1. Akt, 4. Auftritt und 2. Akt, 1. Aufzug – Regie: nicht genannt 1926: Aus Wallensteins Tod, 2. Akt, 2. und 3. Auftritt – Regie: nicht genannt 1947: Schuß im Rampenlicht – Regie: Cay Dietrich Voss 1947: Die herrlichen Zeiten – Regie: Alfred Prugel 1948: Der Löwe auf dem Platz – Regie: Carl Nagel 1950: Die weiße Dame – Regie: Arno Haupt 1950: Die Odyssee des Johnny Wren – Regie: Kurt Reiss 1951: Mordmelodie – Regie: Otto Kurth 1951: Armer Vater Philippe – Regie: Detlof Krüger 1951: Radium – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Das dunkle Element – Regie: Detlof Krüger 1952: Der Doppelkopf von Trum – Regie: Kurt Reiss 1952: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Eulenspiegel vor Gericht) – Regie: Gerd Fricke 1952: Gestatten, mein Name ist Cox (1. Staffel) – Regie: Hans Gertberg 1954: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Kuppelei) – Regie: Gerd Fricke 1954: Die Feigenblattgondel – Regie: Ludwig Cremer 1955: Der Kommandant – Regie: Gerlach Fiedler 1955: Der Schönheitskönig – Regie: S. O. Wagner 1956: Aufregung im Zoo – Regie: Kurt Reiss 1956: Drei Piècen – Regie: Armas Sten Fühler 1956: Das Totenschiff – Regie: Gustav Burmester 1957: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Das Haus in Mexico City) – Regie: S. O. Wagner 1957: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Der erste Kunde) – Regie: S. O. Wagner 1957: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Gift für vier) – Regie: S. O. Wagner 1958: Die Nacht vor dem Urteil – Regie: Eduard Kramer 1958: In einem anderen Land – Regie: Edward Rothe 1959: Tennis – Regie: Gert Westphal 1959: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Lauter Schlüssel) – Regie: S. O. Wagner 1960: Der Drachenkopf – Regie: Edward Rothe 1960: Josephine – Regie: Detlof Krüger 1961: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Kamele in Kairo) – Regie: S. O. Wagner 1961: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Ein Eilbrief aus Frankfurt) – Regie: S. O. Wagner 1962: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Telefon: Springfield 365) – Regie: S. O. Wagner 1962: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Der Dilettant) – Regie: S. O. Wagner 1964: Die Jagd nach dem Täter (Folge: Die Stimme aus dem Grab) – Regie: S. O. Wagner 1965: Diamanten machen Freude – Regie: Harald Vock 1965: Brillante Geister – Regie: Günter Siebert 1967: Der Bräutigam – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1967: Das Labyrinth – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1968: Urteilen Sie selbst! (Folge: Millionen machen Leute) – Regie: Günter Siebert 1968: Bericht über die Pest in London, erstattet von Bürgern der Stadt, die im Jahre 1665, zwischen Mai und November, daran zugrunde gingen – Regie: Heinz von Cramer

Als Regisseur 1952: Wölfe und Schafe – Autor: Alexander Nikolajewitsch Ostrowski 1953: Antrobus stirbt – Autor: Karl Richard Tschon 1954: Hauptmann a. D. – Autor: Hans Hömberg 1957: Hundert Minuten zu früh – Autor: Per Schwenzen 1957: Das Rendezvous von Senlis – Autor: Jean Anouilh 1958: Professor Forster – Autorin: Edith Mikeleitis 1958: Der Zöllner Matthäus – Autorin: Marie-Luise Kaschnitz

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Einzelnachweise

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