Gerda von Uslar (* 1909 in Bad Elster; † September 1966 in BernDer Artikel, mit dem das Hamburger Abendblatt vom Tod Gerda von Uslars berichtet, datiert vom 22. September 1966. Der genaue Todestag wird nicht genannt, er dürfte aber im September liegen.) war eine deutsche Dramaturgin, Übersetzerin und Hörspielregisseurin.
Leben Gerda von Uslar war die Tochter eines Arztes. Sie beendete noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ein Sprachstudium in Hamburg und arbeitete anschließend am dortigen Ibero-Amerikanischen Institut, bevor sie als Lektorin ans Deutsche Schauspielhaus ging. Danach wechselte sie als Dramaturgin zum Jungen Theater, ehe sie Ende der 1940er Jahre eine Anstellung beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk erhielt. Hier war sie zunächst als Hörspieldramaturgin tätig, später wirkte sie in der Aufnahmeleitung und als Hörspielregisseurin.Ilse Höger: Ein reiches Leben ist erloschen. In: Hamburger Abendblatt. 22. September 1966, abgerufen am 23. Oktober 2015.
Daneben übersetzte und bearbeitete Gerda von Uslar Theaterstücke, Bücher und Hörspiele aus dem Französischen, dem Spanischen, dem Italienischen, dem Japanischen und dem Englischen in die deutsche Sprache. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten war die Übersetzung des Romans Der Krieg der Knöpfe des französischen Schriftstellers Louis Pergaud. Sie schuf die bis heute einzige Übersetzung des preisgekrönten Romans Ein Todesfall in der Familie von James Agee.
Gerda von Uslar war eine Tante des Philosophen und Psychologen Detlev von Uslar.Detlev von Uslar: Momentaufnahmen. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2012, ISBN 978-3-8260-4826-5, S. 137. Sie starb 57-jährig während Verlagsverhandlungen in der Schweiz an den Folgen eines Herzanfalls in einem Berner Hotelzimmer.
Hörspielarbeiten Als Bearbeiterin (Wort) 1948: Reineke Fuchs – Regie: Ludwig Cremer 1949: Schmutzige Hände – Regie: Otto Kurth 1950: Michael Kramer – Regie: Otto Kurth 1951: Der steinerne Engel – Regie: Gustav Burmester
Als Übersetzerin aus dem Französischen 1949: Flug über Sibirien – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1949: Das seltsame Abenteuer des Herrn Biche – Regie: Kurt Reiss 1950: Die tote Königin – Regie: Ulrich Erfurth 1951: Stern der Meere – Regie: Gustav Burmester 1951: Merlette – Regie: Kurt Reiss 1952: Verein für kleine Freiheit – Regie: Kurt Reiss 1960: Gespräch im Park – Regie: Hans-Dieter Schwarze 1961: Sodom und Gomorrha – Regie: Otto Kurth 1965: Rien pour rien – Regie: Wolfgang Spier
Als Übersetzerin aus dem Japanischen 1958: Zwei moderne Nô-Spiele – Regie: Helmut Brennicke 1958: Das Traumkissen – Regie: Carl Nagel 1960: Gesicht im Spiegel – Regie: Rolf von Goth 1961: Die getauschten Fächer – Regie: Hans-Dieter Schwarze 1961: Die hundertste Nacht – Regie: Hans-Dieter Schwarze
Als Übersetzerin aus dem Englischen 1960: Blick über den Zaun – Regie: Otto Kurth 1960: Die Tore des Sommers – Regie: nicht bekannt
Als Regisseurin 1949: Stunde des Erkennens – Autor: Arthur Schnitzler 1954: Beschlossen im Familienrat – Autor: Joachim Friedrich Meyer 1955: Tun mit „h“ geschrieben – Autor: Joachim Friedrich Meyer 1955: Die gestohlene Muse – Autor: Joachim Friedrich Meyer 1955: Nicht nur Kleider machen Leute – Autor: Joachim Friedrich Meyer 1955: Die Madame Bovary vom Montparnasse – Autor: Peter Alten 1955: Der Stern von Konstantin/Verschlungene Wege – Autor: Joachim Friedrich Meyer 1956: Er und Sie oder Wieso es nicht nur Frauen schwerfällt, sachlich zu sein – Autorin: Marianne Eichholz 1957: Mord in Badalona (aus der Reihe Die Jagd nach dem Täter) – Autor: Heinz Dunkhase 1957: Moselfahrt – Autor: Walter Teich 1958: Die Insel der brennenden Berge – Autor: Walter Teich 1960: Panik in Pearson (aus der Reihe Die Jagd nach dem Täter) – Autor: Jochen Schöberl 1960: Das einwandfreie Alibi (aus der Reihe Die Jagd nach dem Täter) – Autor: Jochen Schöberl 1960: Der Brandstifter (aus der Reihe Die Jagd nach dem Täter) – Autorin: Irmgard Wolffheim 1961: Mord auf Abruf (aus der Reihe Die Jagd nach dem Täter) – Autor: Hellmut Kleffel 1961: Der Photo-Wettbewerb (aus der Reihe Die Jagd nach dem Täter) – Autorin: Irmgard Köster
Als Sprecherin 1952: Ein Paß für Madeleine – Regie: Gerlach Fiedler 1955: Nadja Etoilée – Regie: Jean Jacques Vierne
Weitere Übersetzungen (Auswahl) Miguel de Cervantes: El licenciado vidriera (Der gläserne Lizentiat). (In: Miguel de Cervantes Saavedra: Meistererzählungen: Die Beispielhaften Novellen. (=detebe-Klassiker. Band 22527). Übersetzung aus dem Spanischen. Diogenes, Zürich 1993, ISBN 3-257-22527-X. S. 292–329.) Miguel de Cervantes: El licenciado vidriera (Der gläserne Lizentiat). In: Miguel de Cervantes Saavedra: Sämtliche Erzählungen. Übersetzung aus dem Spanischen. Anaconda, Köln 2016, ISBN 978-3-7306-0330-7. S. 292–329.
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