mini|Das Haus der Berliner Festspiele, Veranstaltungsort des Europäischen Filmpreises 2015 Die 28. Verleihung des Europäischen Filmpreises wurde am 12. Dezember 2015 im Haus der Berliner Festspiele abgehalten.The Place bei europeanfilmawards.eu; abgerufen am 23. Oktober 2015. Nachdem im Vorjahr die Fernsehgala anlässlich der Feierlichkeiten zur Kulturhauptstadt Europas in Riga (Lettland) stattgefunden hatte, wurde sie zum zwölften Mal an die deutsche Hauptstadt vergeben. Berlin ist auch Sitz der Europäischen Filmakademie (EFA), die die Auszeichnungen vergibt. Als bester Film wurde Paolo Sorrentinos Ewige Jugend ausgezeichnet, der drei seiner fünf regulären Nominierungen in Siege umsetzen konnte. Als Moderator führte der deutsche Komiker Thomas Hermanns durch die Preisverleihung.

Die nominierten Spielfilmproduktionen in den Kategorien Film, Regie, Darsteller, Darstellerin und Drehbuch wurden aus einer Auswahlliste („Longlist“) von den über 3000 Mitgliedern der Europäischen Filmakademie ermittelt. Die Nominierungen waren am 7. November 2015 im Rahmen des Europäischen Filmfestivals in Sevilla bekanntgegeben worden. bei europeanfilmawards.eu, 7. November 2015; abgerufen am 7. November 2015. Ein sieben Mitglieder zählendes Auswahlgremium hatte bereits davor über die sogenannten Jurypreisträger in den Kategorien Kamera, Schnitt, Szenenbild, Kostüme, Filmmusik und Ton entschieden, die im Vorfeld der Gala am 27. Oktober 2015 bekanntgegeben worden waren.Jury Unveils First Six EFA Winners bei europeanfilmawards.eu, 27. Oktober 2015; abgerufen am 27. Oktober 2015.

mini|hochkant=0.6|Christoph Waltz Bereits im Vorfeld als Gewinner fest standen die Schauspieler Charlotte Rampling und Christoph Waltz. Die Britin Rampling gewann 2003 bereits den Europäischen Filmpreis als beste Darstellerin für Swimming Pool und hatte 2001 eine Nominierung für Unter dem Sand erhalten. Ihr wurde die Auszeichnung für ein Lebenswerk zugesprochen, außerdem erhielt sie für ihre Leistung in dem Drama 45 Years den Preis als Beste Darstellerin. Daneben war Rampling für Unter dem Sand, Swimming Pool und 2005 für Lemming für den Publikumspreis nominiert gewesen.

Dem Deutsch-Österreicher Waltz wurde die Auszeichnung für die „Beste europäische Leistung im Weltkino“ zuerkannt. bei europeanfilmawards.eu, 6. Oktober 2015; abgerufen am 23. Oktober 2015. Außerdem wurde Michael Caine mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet, der erst zum dritten Mal überhaupt verliehen wurde. Er gewann ebenfalls wie Rampling einen zweiten Preis – die Auszeichnung für den Besten Darsteller in Ewige Jugend.

Preisträger und Nominierungen Statistik (aufgeführt werden Filme mit mehr als einer Nominierung; gewonnene Jurypreise oder der Publikumspreis werden nicht berücksichtigt) N=Nominierung; S=Sieg Film N S Ewige Jugend 5 3 The Lobster 4 1 Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach 4 1 45 Years 3 1 Victoria 3 0 Ex Machina 2 0 Mia Madre 2 0

Bester europäischer Film präsentiert von Stephen Daldry

Ewige Jugend (Youth) – Regie: Paolo Sorrentino The Lobster – Regie: Giorgos Lanthimos Mustang – Regie: Deniz Gamze Ergüven Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach (En duva satt på en gren och funderade på tillvaron) – Regie: Roy Andersson Sture Böcke (Hrútar) – Regie: Grímur Hákonarson Victoria – Regie: Sebastian Schipper

Beste europäische Komödie präsentiert von Carlos Areces und Javier Cámara

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach (En duva satt på en gren och funderade på tillvaron) – Regie: Roy Andersson Das brandneue Testament (Le tout nouveau testament) – Regie: Jaco Van Dormael Verstehen Sie die Béliers? (La Famille Bélier) – Regie: Éric Lartigau

Beste Regie präsentiert von Paweł Pawlikowski

Paolo Sorrentino – Ewige Jugend (Youth) Roy Andersson – Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach (En duva satt på en gren och funderade på tillvaron) Giorgos Lanthimos – The Lobster Nanni Moretti – Mia Madre (Mia madre) Sebastian Schipper – Victoria Małgorzata Szumowska – Body (Ciało)

Beste Darstellerin präsentiert von Carice van Houten und Jesper Christensen

Charlotte Rampling – 45 Years Margherita Buy – Mia Madre (Mia madre) Laia Costa – Victoria Alicia Vikander – Ex Machina Rachel Weisz – Ewige Jugend (Youth)

Bester Darsteller präsentiert von Carice van Houten und Jesper Christensen

Michael Caine – Ewige Jugend (Youth) Tom Courtenay – 45 Years Colin Farrell – The Lobster Christian Friedel – Elser – Er hätte die Welt verändert Vincent Lindon – Der Wert des Menschen (La loi du marché)

Bestes Drehbuch präsentiert von Elisa Sednaoui und Johannes Bah Kuhnke

Giorgos Lanthimos und Efthymis Filippou – The Lobster Roy Andersson – Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach (En duva satt på en gren och funderade på tillvaron) Alex Garland – Ex Machina Andrew Haigh – 45 Years Radu Jude und Florin Lazarescu – Aferim! Paolo Sorrentino – Ewige Jugend (Youth)

Jurypreise präsentiert von Agnieszka Holland und Wim Wenders

Kategorie Preisträger Beste Kamera Martin Gschlacht – Ich seh Ich seh Bester Schnitt Jacek Drosio – Body (Ciało) Bestes Szenenbild Sylvie Olivé – Das brandneue Testament (Le tout nouveau testament) Bestes Kostümbild Sarah Blenkinsop – The Lobster Beste Filmmusik Cat’s Eyes – The Duke of Burgundy Bestes Sounddesign Vasco Pimentel und Miguel Martins – Arabian Nights Volume I–III (As Mil e uma noites – Vol. I-III)

Offizielle Auswahlliste – Spielfilme In die Auswahlliste gelangte unter anderem der Hauptpreisträger der Filmfestspiele von Venedig 2014, Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach, gleichzeitig der schwedische Oscar-Kandidat 2015 auf eine Nominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Ebenfalls auf der Auswahlliste befanden sich die offiziellen Oscar-Beiträge für 2015 aus Belgien (Das brandneue Testament), Deutschland (Im Labyrinth des Schweigens), Frankreich (Mustang), Island (Sture Böcke), dem Kosovo (Babai), Kroatien (Zvizdan), Litauen (Der Sommer von Sangailé), Österreich (Ich seh Ich seh), Rumänien (Aferim!) und der Slowakei (Koza).

Die für die regulären Kategorien nominierten und mit Jurypreisen ausgezeichnete Filme sind hellblau hervorgehoben.