Haag () ist ein Gemeindeteil der Stadt Heideck im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Haag liegt in der Gemarkung Liebenstadt.

Lage Der heutige Weiler liegt südöstlich von Röttenbach und südwestlich der Stadt Heideck am südwestlichen Abhang einer bis auf 606,7 Meter Höhe ansteigenden bewaldeten Höhe, dem Schloßberg, und am Steinbach, der bei Engelreuth in den Felchbach mündet. Straßenverbindungen gibt es zum Ort Schloßberg, nach Roxfeld, Walting, Mannholz und Rambach. Die Dorfflur ist 87 Hektar groß.Histor. Atlas, S. 30 Haag liegt am Radweg „Brombachsee Nr. 8“ (= B 8).

Geschichte Der häufig vorkommende Ortsname „Haag“ macht es schwierig, Haag eindeutig in alten Urkunden zu identifizieren. So ist der älteste Beleg für Haag am Schloßberg von 1407 mit einem Fragezeichen zu versehen.Histor. Atlas, S. 30

Mit Heideck gelangte Haag nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1505 zum neu errichteten Fürstentum Pfalz-Neuburg; im 16. Jahrhundert bestand die Einöde aus zwei Untertanen(-familien).Histor. Atlas, S. 31 Mit der Verpfändung des pfalz-neuburgischen Pflegamtes Heideck und damit auch der Einöde Haag 1542 an Nürnberg wurden auch die dortigen zwei Untertanen der Reformation zugeführt; sie gehörten zur neuerrichteten evangelischen Pfarrei Selingstadt, bis 1598 in Schloßberg eine weitere und für Haag nähere evangelische Pfarrei entstand.Histor. Atlas, S. 165; Buchner I, S. 467 Für 1561 ist eine abgetragene Wolfgangskapelle erwähnt, die an der Westseite des Schloßberges „gegen Hag“ stand und deren Material zum Bau der evangelischen Kirche in Schloßberg verwendet wurde.Buchner I, S. 467 1585 wurde das Amt Heideck von Pfalz-Neuburg wieder eingelöst.Histor. Atlas, S. 177 Die Wiedereinführung der katholischen Glaubensausübung erfolgte mit der Rekatholisierung von Neuburg-Pfalz im Jahr 1627; Haag gehörte fortan zur katholischen Pfarrei und Gemeinde Liebenstadt des Bistums Eichstätt.Histor. Atlas, S. 165, 214

Am Ende des Alten Reiches, um 1800, gab es in Haag wie seit alters her zwei Untertanen-Anwesen, die dem pfalz-neuburgischen Landrichteramt Heideck als Grundherrschaft gehörten. Hoch- und niedergerichtlich unterstand die Einöde dem pfalz-neuburgischen Pflegamt Heideck.Histor. Atlas, S. 202, 214

Im neuen Königreich Bayern (1806) bildete Haag mit Altenheideck, Liebenstadt, Rambach und Tautenwind die Gemeinde Liebenstadt des gleichnamigen Steuerdistrikts im Gerichtsbezirk und Rentamt (später Bezirksamt und Amtsgericht) Hilpoltstein.Histor. Atlas, S. 255

1875 gab es in Haag 43 Stück Rindvieh.

Nachdem noch 1820 für die Einöde Haag zwei Anwesen nachgewiesen sind,Histor. Atlas, S. 255 änderte sich die Zahl der Anwesen allmählich; 1903 standen im nunmehrigen Weiler vier Wohngebäude, 1950 und 1987 ebenso vier.Histor. Atlas, S. 30, 255 Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Liebenstadt aufgelöst. Haag wurde zum 1. Januar 1972 Gemeindeteil von Heideck im Landkreis Roth.

Einwohnerentwicklung 1818: 12 (2 „Feuerstellen“, 2 Familien)Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise … enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 34 1871: 34 (15 Gebäude) 1900: 28 (4 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 1219 1937: 22Buchner II, S. 97 1950: 39 (4 Anwesen)Histor. Atlas, S. 255 1961: 22 (4 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 796 1970: 18Histor. Atlas, S. 255 1987: 18 (4 Gebäude mit Wohnraum; 4 Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 348 2021: 12

Persönlichkeiten Frater Marinus Erwin Krach OSB vom Kloster Ettal, * 3. April 1940 in Haag; † 25. Januar 2015 in Garmisch-Partenkirchen Ettaler Totentafel

Sonstiges mini|hochkant|Steinkreuz nördlich von Haag In der Haager Flur lassen sich im 20. Jahrhundert an religiösen Denkmälern nachweisen: Feldkreuz am Weg nach Schloßberg Das Steinkreuz bei Haag ein Schwedenkreuz, mutmaßlich aus dem 17. Jahrhundert an der sogenannten Heerstraße von Walting nach HeideckBuchner II, S. 98

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Heideck Kategorie:Weiler im Landkreis Roth