Das Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Geschichte Der Verband wurde am 1. Juli 1813 mit A.K.O. durch König Friedrich Wilhelm III. aus dem I. und II. Reserve-Bataillon des Leib-Infanterie-Regiments sowie dem III. Bataillon des 1. Westpreußischen Infanterie-Regiments gebildet. Es führte zunächst die Bezeichnung Brandenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 12 und war der 8. Brigade unterstellt. Die Stärke betrug 61 Offiziere, 180 Unteroffiziere, 2184 Mannschaften, dreizehn Chirurgen, zehn Hautboisten sowie drei Büchsenmacher.Hugo von Mueller: Geschichte des Grenadier-Regiments Prinz Carl von Preußen (2. Brandenburgisches) Nr. 12. 1813-1895. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1896, S. 40.

Befreiungskriege 1813/15 Schlacht an der Katzbach Gefecht bei Möckern Schlacht bei Laon Gefecht bei Claye Schlacht bei Paris

Deutscher Krieg 1866 Nachdem am 3. Mai 1866 Kriegsbereitschaft verfügt worden war, erhielt das Regiment zwei Tage später seinen Mobilmachungsbefehl. Erster Mobilmachungstag war der 6. Mai 1866. Bis zum 12. Mai waren alle Reservisten einberufen und die einzelnen Bataillone auf Kriegsstärke gebracht. Am 16. Mai erfolgte der Ausmarsch in Richtung sächsischer Grenze. Das I. Bataillon bezog Quartiere bei Drehna, das II. Bataillon bei Zinnitz und das Füsilier-Bataillon bei Ruhland. Die Füsiliere wurden der Avantgarde des III. Armee-Korps unter Generalmajor Wilhelm zu Mecklenburg zugeteilt.

Schlacht bei Gitschin Schlacht bei Königgrätz

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 Schlacht bei Spichern Schlacht bei Mars-la-Tour Schlacht bei Gravelotte Belagerung von Metz Schlacht bei Bellevue Schlacht von Orléans Belagerung von Metz

Erster Weltkrieg mini|Grenadiere führen belgische Soldaten in Gefangenschaft (1914) Zu Beginn des Ersten Weltkriegs machte das Regiment am 2. August 1914 mobil. Als Teil der 10. Infanterie-Brigade der 5. Division, der sie den gesamten Krieg über unterstellt war, nahmen die Grenadiere am Einmarsch in das neutrale Belgien teil. Während der Schlacht an der Gete kam das Regiment Mitte August erstmals ins Gefecht.

Verbleib Nach Kriegsende marschierten die Reste des Regiments über Potsdam und Berlin in die Garnison nach Frankfurt (Oder) zurück, wo ab 30. Dezember 1918 die Demobilisierung erfolgte. Aus Teilen bildeten sich zwei Freiformationen. Zunächst das I. Bataillon des Freiwilligen-Detachement „Küntzel“ sowie ab 14. Februar 1919 das Freiwilligen-Grenadier-Regiment 12 mit drei Bataillonen und einer MG-Kompanie. Mit der Bildung der Vorläufigen Reichswehr ging die erste Formation im III. Bataillon des Reichswehr-Schützen-Regiments 59 auf. Das Freiwilligen-Regiment bildete den Stab und das I. Bataillon des Reichswehr-Grenadier-Regiments 54.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung, General der Infanterie Hans von Seeckt, vom 24. August 1921 die 2. Kompanie des 8. (Preußisches) Infanterie-Regiments. In der Wehrmacht führte das I. Bataillon des Infanterieregiments 8 die Tradition weiter.

Regimentschef DienstgradNameDatumGünter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw. Aufstellung bis 1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1992, ISBN 3-7648-1782-8, S. 73.General der InfanterieCarl von Preußen23. Mai 1822 bis 21. Januar 1883General der Infanterie/GeneralfeldmarschallWilhelm von Hahnke1. September 1896 bis 8. Februar 1912General der Infanterie/GeneralfeldmarschallKarl von Bülow16. Juni 1913 bis Auflösung

Kommandeure DienstgradNameDatumGünter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw. Aufstellung bis 1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1992, ISBN 3-7648-1782-8, S. 74f.Oberstleutnant/OberstKarl August Ferdinand von Borcke1. Juli 1813 bis 30. Mai 1815Oberstleutnant/OberstKarl Thomas von Othegraven8. Juni 1815 bis 7. Mai 1817Oberstleutnant/OberstKarl von Götz und Schwanenfließ9. Mai 1817 bis 25. März 1832OberstleutnantJohann von Werder30. März 1832 bis 29. März 1833 (mit der Führung beauftragt)OberstJohann von Werder30. März 1833 bis 9. August 1840OberstHans Wilhelm von Schack25. März 1841 bis 29. März 1844OberstWilhelm von Thümen30. März 1844 bis 21. März 1845OberstWilhelm von Sommerfeld und Falckenhayn22. März 1845 bis 17. November 1848Oberstleutnant/OberstFriedrich von Knobloch18. November 1848 bis 24. April 1854Oberstleutnant/OberstAlbert von Baczko4. Mai 1854 bis 6. Mai 1857OberstLudwig von Dalwig7. Mai 1856 bis 30. Mai 1859OberstHans von Quitzow31. Mai 1859 bis 10. November 1862Oberstleutnant/OberstKolmar von Debschitz29. Januar 1863 bis 29. Oktober 1866OberstEduard von Reuter30. Oktober 1866 bis 23. Juli 1870OberstHermann von Kalinowski24. Juli 1870 bis 19. Februar 1871OberstOtto von Stülpnagel20. Februar 1871 bis 13. Februar 1874OberstEduard von Jena14. Februar bis 8. Juni 1874 (mit der Führung beauftragt)OberstEduard von Jena9. Juni 1874 bis 2. Februar 1880OberstPaul Karl von Lettow-Vorbeck3. Februar 1880 bis 14. April 1884Oberstleutnant/OberstRudolf von Seelhorst15. April 1884 bis 1. August 1888OberstleutnantWilhelm Amann4. August bis 16. Dezember 1888 (mit der Führung beauftragt)OberstWilhelm Amann17. Dezember 1888 bis 20. Mai 1889OberstWilhelm von Jahn22. Mai 1889 bis 19. September 1890OberstAlkmar von Alvensleben20. September 1890 bis 13. Mai 1894OberstEduard Liebert14. Mai 1894 bis 2. Dezember 1896OberstReinhold von Asmuth17. Dezember 1896 bis 14. Juni 1899OberstThilo von Tresckow15. Juni 1899 bis 17. August 1902OberstAdolf von Oven18. August 1902 bis 17. Oktober 1904OberstCuno von der Goltz18. Oktober 1904 9. April 1906OberstErnst von Pressentin10. April 1906 bis 18. Dezember 1907OberstHugo von Freytag-Loringhoven19. Dezember 1907 bis 26. Januar 1910OberstFriedrich von Ditfurth27. Januar 1910 bis 3. April 1913OberstTraugott von Sauberzweig4. April 1913 bis 31. Januar 1914OberstErnst von Reuter1. Februar bis 24. September 1914OberstleutnantGeorg Lueder25. September 1914 bis 14. März 1916MajorFriedrich Schönlein15. März bis 8. Mai 1916 (mit der Führung beauftragt)OberstleutnantAugust Schenck zu Schweinsberg11. Mai bis 10. Oktober 1916OberstleutnantAlexander von Johnston11. Oktober 1916 bis 22. März 1917OberstleutnantCäsar Amann von Borowski23. März 1917 bis 1. November 1918MajorRichard Küntzel2. November 1918 bis 19. Januar 1919OberstGeorg Lueder20. Januar bis 30. September 1919

Gedenken In Frankfurt (Oder) wurde am 24. August 1924 ein Denkmal nach dem Entwurf des Bildhauers Georg FürstenbergGeorg Fürstenberg (1884–1974), Bildhauer in Frankfurt/Oder; vgl. für die Prinz-Carl-Grenadiere auf dem damaligen Hohenzollernplatz eingeweiht. Die Figurengruppe auf dem Sockel stellte eine Rotte stürmender Infanteristen dar. Im Herbst 1946 wurde die Figurengruppe vom Sockel genommen und im nahe gelegenen Löschwasserteich versenkt; der Sockel wurde auf Anordnung der deutschen Verwaltung zerstört.Bernhard Klemm: Frankfurter Denkmalgeschichte – erzählt anhand von Schicksalen einzelner Denkmäler. In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V. 1997 Heft 1, S. 14–15.Ralf-Rüdiger Targiel: Zum Schicksal Frankfurter Denkmäler nach 1945. In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Frankfurt (Oder) e. V. 2002, Heft 2, S. 38. Der Feuerlöschteich wurde kurz danach zugeschüttet. Der Reichsbund der Kriegsopfer und Hinterbliebenen regte 1991 die Hebung der Figurengruppe an. Die Anregung wurde nicht realisiert; insofern bleibt das Projekt ein AuftragDenkFried – Denkmale und Friedhöfe – Eine Seite zum Andenken und Gedenken.

Literatur Hugo von Mueller: Geschichte des Grenadier-Regiments Prinz Carl von Preußen (2. Brandenburgisches) Nr. 12. 1813–1895. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1896. Ulrich von Reden: Offizier-Stammliste des Grenadier-Regiments Prinz Carl von Preußen (2. Brandenburgischen) Nr. 12. Von der Errichtung des Regiments am 1. Juli 1813 bis 30. Apr. 1913. 1913. Ernst von Schönfeldt: Das Grenadier-Regiment Prinz Karl von Preußen (2. brandenburgisches) Nr 12 im Weltkriege. Stalling, Oldenburg 1924 (Band 103 der Reihe „Ehemals preußische Truppenteile“ in Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, digital verfügbar: ) Walter Bloem: Das Grenadier-Regiment Prinz Carl von Preußen (2. Brandenburg) Nr. 12. Nach den Erinnerungsblättern des Majors von Schönfeldt sowie den Aufzeichnungen anderer Mitkämpfer, 1940. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4, S. 53.

Weblinks GenWiki - Gren.R 12

Einzelnachweise

Infanterieregiment 012 Kategorie:Militärischer Verband in den Koalitionskriegen Kategorie:Militärischer Verband im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Infanterie-Regiment des Deutschen Heeres im Ersten Weltkrieg Kategorie:Militär (Frankfurt (Oder)) Kategorie:Gegründet 1813 Kategorie:Aufgelöst 1919 Grenadierregiment