Das Amt Osterode war ein historisches Verwaltungsgebiet des Fürstentums Grubenhagen, später des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover. Sitz des Amt war die Stadt Osterode am Harz.
Geschichte Um die 1151 bezeugte Burg Osterode bildete sich ein mittelalterliches Gericht, das mit der Aufgabe der Burg Anfang des 16. Jahrhunderts wieder einging. Erst ab etwa 1561 entstand um das neue fürstliche Schloss wieder ein Amtsbezirk, der 1750 um das Gericht Eisdorf, 1800 um das Dorf Schwiegershausen und 1832 das Dorf Dorste erweitert wurde.
1806 kam das Amt Herzberg an das Königreich Westphalen. Dort wurden die bisherigen Ämter abgeschafft. Für die Verwaltung entstand der Kanton Osterode in Distrikt Osterode im Departement des Harzes. Die Rechtsprechung übernahm das Friedensgericht Osterode. Mit dem Ende der französischen Herrschaft 1813 wurden die alten Ämter wieder gebildet.
Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Die Verwaltung blieb beim Amt Osterode, die Rechtsprechung ging an das neu geschaffene Amtsgericht Osterode.
1859 wurden das Amt Westerhof und die Vogtei Katlenburg aus dem bisherigen Amt Katlenburg-Lindau eingegliedert. 1885 wurde das Gebiet um Katlenburg (ohne das Dorf Wulften) wieder abgetrennt und der Rest des Amts Osterode in die Kreisverfassung überführt.
Gemeinden Bei seiner Aufhebung (1885) gehörten dem Amt Osterode folgende Gemeinden an: Berka (**) Dögerode (*) Dorste Düderode (*) Duhm, mit Katlenburg (**) Eboldshausen (*) Echte (*) Eisdorf Förste Freiheit Gillersheim (**) Harriehausen (*) Kalefeld (*) Katzenstein Lasfelde Marke (*) Nienstedt Oldenrode (*) Oldershausen (*) Petershütte Schwiegershausen Sebexen (*) Suterode (**) Wachenhausen (**) Westerhof (*) Wiershausen (*) Willensen (*) Willershausen (*) Wulften (**) (*) Aus dem ehemaligen Amt Westerhof; (**) aus dem ehemaligen Amt Katlenburg-Lindau.
Amtmänner Um 1555: Rothe Um 1609: Günzel Wacker Um 1626: Statius Julius Borcholt; Marquard von Hodenberg Um 1639: Hinrich Giesecke Um 1642: Johann Henning Um 1644: Johannes Dulk 1668–1672: Johann von Mengershausen 1673–1676: Johann Georg von Beller 1676–1680: Johann Georg Ruperti 1680: Johann Tiemann 1680–1688: Johann Otto von Bonn ab 1689: Justus Jonas Rettberg 1707–1717: J. H. E. von Sobbe 1717-: Statius Georg Nanne 1729–1731: von Steinberg 1732: Alberti 1734–1748: Heider 1770: Isenbart, Amtmann und Stadtschultheiß 1776–1793: Alberti - 1797: Heinrich Georg Anton Meyer 1797–1835: Johann Friedrich Kern, Oberamtmann (1752–1836) 1837: vakant 1839–1853: Albrecht Friedrich von Münchhausen, Kammerrat, ab 1851 Drost 1853–1868: Gustav Friedrich von Hinüber, Amtmann 1868–1876: Franz Carl Bollert, Amtmann 1876–1884: Julius Rasch, Amtmann, Kreishauptmann
Literatur Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981 Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 375–378. Heinrich Wendt: Geschichte des Welfenfürstentums Grubenhagen, des Amtes und der Stadt osterode. Hildesheim, Zürich, New York 1988
Einzelnachweise
Osterode Kategorie:Fürstentum Grubenhagen Kategorie:Osterode am Harz Kategorie:Aufgelöst 1885 Osterode