Rudolf Hatschek (geboren am 12. Februar 1874 in Wien; gestorben am 12. August 1939 ebenda) war ein österreichischer Arzt. Im Zuge des Holocaust wurden seine Witwe Helene Hatschek und sein Sohn Wilhelm im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet.

Leben Hatschek wurde 1898 an der Universität Wien zum Doktor der Medizin promoviert, war anschließend als Sekundärarzt wahrscheinlich in Wien tätig und ließ sich am 1. Februar 1905 als praktischer Arzt in Atzgersdorf nieder.Berthold Weinrich: Niederösterreichische Ärztechronik. Geschichte der Medizin und der Mediziner Niederösterreichs. Möbius, Wien 1990, S. 455. Er war Sozialdemokrat und galt als „Volksarzt“. Nach der Annexion Österreichs fiel er unter die Bestimmungen der Nürnberger Gesetze und erhielt Berufsverbot.Peter Autengruber: Parks und Gärten in Wien. Promedia, Wien 2008, ISBN 978-3-85371-281-8, S. 229. Er starb 1939 in seiner Wohnung in Wien-Atzgersdorf. Der Historiker Sergio Luzzatto bezeichnet Hatschek in einem Beitrag für die Tageszeitung La Stampa als „medico di buona fama“ (Arzt mit gutem Ruf) und nennt als wahrscheinliche Todesursache Selbsttötung in Voraussicht des kommenden Weltkrieges und der sogenannten Endlösung.Sergio Luzzatto: Primo Levi, quel suicidio non si lega ai partigiani, La Stampa (Turin), 4. Juni 2013

Am 2. Juni 1942 wurden seine Witwe Helene Hatschek, geb. Pokorny (geboren am 25. Februar 1880) und sein Sohn Wilhelm Hatschek (geboren am 23. April 1916) mit dem Transport 24 Zug Da 205 von Wien nach Minsk verbracht, wo sie im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet wurden.David, jüdische Kulturzeitschrift: . Zur bleibenden Erinnerung durch Straßennamen in Wien 23., abgerufen am 26. Juni 2015

Gedenken miniatur|x145px|Erinnerungsstein für Helene und Wilhelm Hatschek

Am 19. Mai 1954 wurde die Parkanlage am Schrailplatz in Atzgersdorf durch Beschluss des Gemeinderatsausschusses für Kultur in Dr.-Rudolf-Hatschek-Park benannt.Peter Autengruber: Lexikon der Wiener Straßennamen. Bedeutung, Herkunft, Hintergrundinformation frühere Bezeichnung(en). Wien Pichler-Verlag, 9. Auflage 2014 Vor dem letzten Wohnsitz der Familie Hatschek in der Bahngasse 18 in Wien-Liesing wurde im November 2014 von der Initiative Steine der Erinnerung in Liesing ein Erinnerungsstein für Helene und Wilhelm Hatschek verlegt, die beiden Namen findet sich auch in der Liste Liesinger Opfer des Nationalsozialismus 1938–1945.Liesinger Opfer des Nationalsozialismus 1938–1945, abgerufen am 6. Februar 2019.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1874 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann