mini|hochkant|Gustav Nehrlich Gustav Nehrlich (* 24. Oktober 1805 in Hechingen;Hohenzollersche Heimat, hrsg. vom Verein für Geschichte, Kultur und Landeskunde in Hohenzollern in Verbindung mit der hohenz. Lehrerschaft, Nr. 1, Gammertingen, Januar 1960, S. 23 . Vgl. Eduard Duller (Hrsg.): Deutsches Stammbuch, Karlsruhe 1837/38, S. VIII (books.google.de) Die ausnahmslos verbreitete Angabe zum bloßen Geburtsjahr 1807 ist falsch † 5. März 1840 in München) war ein deutscher Maler.

Familie Nehrlich erhielt den ersten Malunterricht von seinem aus Eisenach stammenden Vater Johann Carl Nehrlich (* 11. Oktober 1773; † 1849).Nehrlich, Johann Karl weber-gesamtausgabe.de. Carl war anfangs Pastor in Hechingen, doch wegen eines Brustleidens wechselte er den Beruf und wurde Hofzeichnungsmeister in Hechingen. Später unterrichtete er an der Karlsruher Hoftheaterschule. Er hatte 1794 in Jena studiert und betätigte sich zunächst als Dichter und Schriftsteller sowie als Sammler von Volksliedern.Vgl. Thueringer Literaturrat, Autorenlexikon, Nehrlich, Johann Karl Allerdings soll er schon 1788 mit fünfzehn Jahren ein Porträt Goethes nach Gottlob August Liebe angefertigt haben. Carl Nehrlich zeichnete über vierhundert Lieder auf, von denen mehr als neunzig in die Volksliedsammlung Des Knaben Wunderhorn von Clemens Brentano und Achim von Arnim aufgenommen wurden.Hartmut Rössel: Karl Nehrlich. Ein Volksliedsammler zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In: Zentrum für Populäre Kultur und Musik (Hrsg.): Jahrbuch für Volksliedforschung, 17. Jahrgang, Freiburg 1972, S. 171–180 Seit 1802 war er mit der gebürtigen Schweizerin Maria (geborene Ritsch) verheiratet. Das Ehepaar hatte vier in Hechingen geborene Kinder.

Leben Gustav Nehrlich lernte um 1825 ein Jahr in Paris bei dem Miniaturmaler Jean-Baptiste IsabeyHeinrich Düntzer (Hrsg.): Gustav Nehrlich's Zeichnungen nach Goethe's Faust, 1. Lieferung, Verlag J. H. Heuser, Neuwied und Leipzig 1864 Digitale Sammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Vgl. Eduard Duller (Hrsg.): Deutsches Stammbuch, Karlsruhe 1837/38, S. VIII (books.google.de) und studierte ab dem 3. Februar 1829 an der Kunstakademie in München Miniaturmalerei, ehe er 1831 nach Karlsruhe zurückkehrte. Er schuf vor allem für die badischen Großherzöge Ludwig I., Leopold und deren Hofhaltungen, sowie in geringem Umfange für den bayerischen König Ludwig I. Porträtzeichnungen und Miniaturen. Als Beispiele seiner Porträts bekannter Persönlichkeiten sind zu nennen Henriette Sontag,Wikimedia Commons Henriette Gertrude Sontag Niccolò Paganini und Bertel Thorvaldsen.Der Bayerische Volksfreund, Nr. 40, 11. März 1830, S. 167 Anzeige Ferner sind 16 Illustrationen zu Goethes Faust bekannt. 1864 wurden 8 von ihnen mit Erläuterungen von Heinrich Düntzer veröffentlicht; die Drucke nach Nehrlichs Konturzeichnungen schuf Friedrich Schepperlen.Faust-Illustrationen im Frankfurter Goethehaus auf museum-digital.de. Gustavs Vater Karl hatte die ursprünglichen Zeichnungen an Goethe geschickt, nachdem er sie ihm zuvor in einem langen Brief vom August 1831 beschrieben hatte.Uwe Hentschel (Bearb.): Die Entstehung von Goethes Werken in Dokumenten, Band V: Fastnachtsspiel – Faust, Walter De Gruyter, Berlin 2017, S. 465 – 469 Eingeschränkte Vorschau Für die Zusendung der Zeichnungen bedankte sich Goethe am 19. September in einem Brief an Nehrlichs Vater:

Im Weimarer Kreis wurden die Bilder gelobt, aber als noch nicht ausgereift beurteilt. Ein Selbstporträt aus dem Jahr 1839 (oder 1829) zeigt Gustav Nehrlich mit Hut vor einer Staffelei sitzend.Karl & Faber: Auktion XXXVII. 2.–3. Oktober 1951. Illum. Handschriften. Bücher + Autographen. Graphik. Zeichnungen. München 1951, S. 173. Ein Porträt des Kaufmannes Ludwig Gloeckler von Nehrlichs Hand wurde 1991 zum Verkauf angeboten. Ein Parallelbild dazu ist Joseph Webers Gemälde Au premier coup, auf dem Gloeckler in derselben Haltung und derselben Kleidung zu sehen ist wie in Nehrlichs Darstellung.Stuttgarter Kunstauktionshaus Dr. F. Nagel: Sonderauktion Eröffnung „Mörikehof“. 337. Auktion. Stuttgart 1991, S. 256 f.

Von 1832 bis 1838 lieferte Nehrlich zahlreiche Illustrationen für das „Karlsruher Unterhaltungsblatt“, das vom Verlag C. F. Müller herausgegeben wurde.Wikisource Das Karlsruher Unterhaltungsblatt Er lebte bis Anfang 1839 in Karlsruhe und verzog mit seiner Familie nach München. Dort verstarb bereits im September seine Frau Jakobine im Alter von 29 Jahren.Königlich Bayerischer Polizey-Anzeiger von München, Nr. 74, 22. September 1839. Digitalisat Das Ehepaar hatte fünf kleine Kinder. Vor und nach dem Tode Gustavs kümmerte sich seine Schwester Auguste, eine Balletttänzerin und Blumenmacherin, um sie.Münchner Tagblatt, Nr. 70, 10. März 1840. Oeffentlicher Dank Vgl. auch die Nummer zuvor mit einem Gedicht der Schwester auf ihren Bruder, Am Grabe Gustav Nehrlichs Nehrlichs letzter Auftrag war eine für ihn ungewohnte, monumentale Darstellung des Jüngsten Gerichts, die er im Auftrag des Grafen Pawel Nikolajewitsch Demidow, für den er in den letzten Jahren gegen Gehalt arbeitete, hätte anfertigen sollen. Das über mehrere Jahre angelegte Vorhaben kam jedoch nicht über eine Vorzeichnung auf Karton hinaus. Demidow starb wenige Wochen nach Nehrlich im April 1840. Der Graf und sein Bruder Anatole hatten die Erziehung und Unterstützung der verwaisten Kinder finanziell auf lange Sicht abgesichert.Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunst-Vereins in München während des Jahres 1840, München 1841, S. 94f. Gustav Nehrlich, Maler

mini|hochkant|Joseph Freiherr von Baader

Werke (Auswahl) 1830 oder 1832: Kaspar Hauser, 1812–1833Das Karlsruher Unterhaltungsblatt. Nr. 1, 1835, Tab. 1. Caspar Hauser 1831: Joseph Freiherr von Baader, Haus der Bayerischen GeschichteJoseph Freiherr von Baader (1763–1835). hdbg.eu. 1837: Gustav IV., Adolf, 1778–1837 auf dem Totenbett Nationalmuseum StockholmGustav Nehrlich zetcom.ch.

Literatur Heinrich Düntzer (Hrsg.): Gustav Nehrlich's Zeichnungen nach Goethe's Faust, 1. Lieferung, Verlag J. H. Heuser, Neuwied und Leipzig 1864 Digitale Sammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

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