Wenkheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Werbach im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.LEO-BW.de: Wenkheim auf der Website leo-bw.de. Abgerufen am 15. Februar 2017.

Geographie mini|Gemarkung von Wenkheim, 1909 Geographische Lage Wenkheim liegt etwa sieben Kilometer nordöstlich von Werbach im Welzbachtal. Wenkheim ist, mit nur zwei Kilometern Abstand zur bayerischen Landesgrenze, der östlichste Ort der Gemeinde. Der Ort hat 695 Einwohner (31. Dezember 2024)Amtsblatt Januar 2025. Die Gemarkung Wenkheim hat eine Fläche von 11,92 km². Sie ist in 2966 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4018,76 m² haben. Damit ist Wenkheim der flächenmäßig größte Ortsteil der Gemeinde Werbach.

Dorfgliederung Zur ehemaligen Gemeinde Wenkheim gehören das Dorf Wenkheim, die Höfe Neumühle, Öl- und Sägmühle, Seemühle und der Wohnplatz Siedlung Mehlen.

Wappen Die Blasonierung des Wenkheimer Wappens lautet: In geteiltem Schild oben in Gold ein wachsender, linksblickender, rot bezungter schwarzer Adler, unten in Blau zwei goldene Rosen nebeneinander.

Schutzgebiete In Wenkheim liegen Teile des Wasserschutzgebietes Welzbachtal (WSG-Nr. 128131), das mit einer Verordnung vom 3. Februar 2004 eingerichtet wurde und 2.442,43 ha umfasst.

Geschichte Frühgeschichte In Wenkheim wurde 1943 ein Flachgräberfeld der Schnurkeramiker Zeit ergraben. Ein bedeutender Fund dieser Grabung waren 17 durchbohrte Fuchszähne, die zu einer Halskette gehörten. Außerdem existieren mehrere bronzezeitliche Grabhügel. Die Grabhügel im Distrikt Großer Wald wurden 1922/23 von Ernst Wahle ergraben, dabei wurden als herausragender Fund zwei Gussformen aus Talkglimmerschiefer entdeckt, welche zum damaligen Zeitpunkt die ersten derartigen Gussformen in ganz Baden waren. Sie befinden sich heute im Depot des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe.

Mittelalter Die erste urkundliche Erwähnung Wenkheims ist eine Urkunde Kaiser Konrads III. aus dem Jahr 1149 (Ende Juli). Darin wird Wenkheim als Wegengheim genannt. Eine weitere Erwähnung Wenkheims findet sich im Codex Eberhardi in einer Auflistung der Besitzungen des Klosters Holzkirchen. Dabei handelt es sich um eine Zusammentragung von Besitzungen des Klosters Fulda die zwischen 1155 und 1163 angefertigt wurde, in der Wenkheim als Wencheim auftaucht. Zwar bezieht sich Eberhard in seinem Codex auf eine Schenkungsurkunde, die die Verschenkung des Klosters Holzkirchen an Karl den Großen im Jahr 775 festhält, in dieser Urkunde aber waren keine konkreten Besitzungen aufgelistet, sodass diese wohl erst zur Entstehungszeit des Codex zusammengetragen wurden.

Es wird vermutet, dass die Herren von Wenkheim, die später in Thüringen saßen, ursprünglich aus Wenkheim stammen.

Neuzeit Ab 1625 war der Ort Bestandteil der Grafschaft Löwenstein-Wertheim. 1673 brannten die Franzosen unter Turenne das Wenkheimer Schloss nieder. Im Jahre 1750 brannte ein Großteil Wenkheims nieder und 1776 wurde der Ort bei einem Unwetter schwer verwüstet. 1806 kam Wenkheim unter die Landeshoheit des Großherzogtums Baden.

Am 31. Dezember 1973 kam Wenkheim zur Gemeinde Werbach.

Religion Christentum In Wenkheim besteht eine römisch-katholische Pfarrgemeinde St. Maria. Diese gehört zur Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach im Dekanat Tauberbischofsheim.

Die Evangelische Kirchengemeinde Wenkheim gehört zum Kirchenbezirk Wertheim.

Jüdische Gemeinde Wenkheim mini|Die Synagoge der ehemaligen jüdischen Gemeinde Wenkheim (2013) Die jüdische Gemeinde Wenkheim entstand im 16. Jahrhundert. Der Ort ist für seine jüdische Geschichte bekannt, erstmals werden 1576 und 1591 Juden am Ort genannt. Neben der früheren Synagoge Wenkheim besaß die jüdische Gemeinde Wenkheim eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und den jüdischen Friedhof Wenkheim. Bei den Novemberpogromen 1938 wurde die Synagoge demoliert. Bis 1940 emigrierte über die Hälfte der jüdischen Einwohner (22 in die USA, 8 nach Palästina). Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 11 jüdischen Einwohner Wenkheims, während der Wagner-Bürckel-Aktion, in das Camp de Gurs deportiert.Alemannia Judaica: Wenkheim (Gemeinde Werbach, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de, abgerufen am 26. Mai 2015

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen An der Wenkheimer Neumühle befindet sich eine Agrar-Niederlassung der ZG Raiffeisen, in der alle Getreidesorten sowie Raps erfasst und gelagert werden. Am Standort gibt es eine Dinkelentspelzung.ZG Raiffeisen: ZG Raiffeisen Agrar-Niederlassung Werbach-Wenkheim. Online unter www.zg-raiffeisen.de. Abgerufen am 1. September 2018.

Am Wiesenweg 2 findet sich der EDEKA SupermarktEDEKA Supermarkt .

In der Lindenstraße befindet sich eine der letzten Feinsattlereien Deutschlands. Das Ladenlokal befindet sich in der Hindenburgstraße. Hier werden Lederwaren des täglichen Gebrauchs sowie Lederkunsthandwerk hergestellt.

Sport Im Ort existiert der Sportverein TSV Wenkheim, welcher 1958 gegründet wurde.

Verkehr

Welzbachbad mini|Hinweisschild für das Welzbachbad Im Ort befindet sich mit dem Welzbachbad ein solarbeheiztes Freibad.

Kneip-Anlage Die Wenkheimer Kneipp-Anlage wurde Ende Juni 2019 am Denkmalplatz eingeweiht.

Welzbachtalradweg Der Welzbachtalradweg verbindet den Ort nach etwa acht Kilometern in südwestlicher Richtung in Werbach mit dem Taubertalradweg. In nordöstlicher Richtung führt der Welzbachtalradweg bis nach Oberaltertheim. Von dort besteht über weitere Radwege ein Anschluss bis zum Main-Radweg bei Würzburg.Inlinemap.net: . Online auf www.inlinemap.net, abgerufen am 21. März 2017

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmale

mini|Die Marienkirche in Wenkheim (2017) Pfarrkirche St. Maria Die in den 1850er Jahren erbaute Kirche St. Maria befindet sich im Ort.Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Wenkheim, St. Maria. Katholische Pfarrgemeinde Wenkheim. Online auf www.kath-grossrinderfeld.de, abgerufen am 21. März 2017

Synagoge Wenkheim Die Synagoge der ehemaligen jüdischen Gemeinde des Ortes wurde 1841 errichtet.

Naherholung Die Wenkheimer Kneipp-Anlage am Denkmalplatz wurde Ende Juni 2019 eingeweiht.Fränkische Nachrichten: Offizielle Übergabe Die Bürger von Wenkheim finden ab sofort an heißen Tagen Kühlung. Kneipp-Anlage in Betrieb genommen. 29. Juni 2019. Abgerufen am 27. Juli 2019.

Vereine DLRG Ortsgruppe Wenkheimhttps://wenkheim.dlrg.de/ *DLRG Ortsgruppe Wenkheim e. V. Förderverein Evangelische Kirche Wenkheimhttps://www.foerderverein-kirche-wenkheim.de/ Förderverein Evangelische Kirche Wenkheim e. V. Förderverein Welzbach Grundschule Wenkheimhttps://welzbach-schule.de/foerderverein/ Förderverein Welzbach Grundschule Wenkheim e. V. Gesangverein Eintracht Wenkheimhttps://bundesmusikverband.de/zelter/gv-eintracht-wenkheim-e-v/ GV Eintracht Wenkheim e. V. Modellflugsportverein Wenkheimhttps://www.modellflug-wenkheim.de/ Modellflugsportverein Wenkheim e. V. Schützenverein Wenkheimhttps://www.mainpost.de/regional/main-tauber/auf-den-vorderen-plaetzen-gelandet-art-11729325 Schützenverein Schwimmbadförderverein Welzbachtalhttps://www.schwimmbadfoerderverein-wenkheim.de/ Schwimmbadförderverein Welzbachtal e. V. TSV-Wenkheimhttps://www.facebook.com/p/TSV-Wenkheim-eV-100069863391852/ TSV Wenkheim e. V. Obst- und Gartenbauverein Wenkheimhttps://www.obst-und-garten.de/aktuelles/news/article-8073689-204690/baumkartierung-fuer-die-sortenvielfalt-.html Obst- und Gartenbauverein Wenkheim e. V.

Persönlichkeiten

Literatur Weiß, Elmar: Wenkheim, ein fränkisches Dorf im Laufe seiner Geschichte. Osterburken 2009 Neu, Heinrich: Geschichte des Marktfleckens Wenkheim – eine Festgabe zum 100jährigen Gedenktag der Einweihung der evangelischen Kirche daselbst. Bechstein (Verlag), Wertheim 1893. Steger, Johann: Quellenbüchlein zur Kirchen- und Familiengeschichte des Dorfes und Marktfleckens Wenkheim. Wertheim 1929. Steger, Johann: Gemeinbuch von Wenkheim Amts Tauberbischofsheim in Baden : angefangen am 4. Nov. 1578, geschlossen am 11. Aug. 1873. Selbstverlag, Dossenheim 1935 Berberich, Julius: Geschichte der Stadt Tauberbischofsheim und des Amtsbezirks. 1895 S. 396–405. Digitalisat Adolf von Oechelhäuser, Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,2): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Tauberbischofsheim (Kreis Mosbach), S. 223 f. Digitalisat

Weblinks

Wenkheim auf leo-bw.de Wenkheim in der Topographia Franconiae der Universität Würzburg, abgerufen am 28. Mai 2025. Wenkheim im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 17. August 2026

Einzelnachweise Gemeinde Werbach: Wenkheim. Online auf www.werbach.de, abgerufen am 4. Februar 2021

Kategorie:Ortsteil von Werbach Kategorie:Ort im Main-Tauber-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Tauber-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 800 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Ort am Welzbach (Tauber)