mini|Wilhelm Zahn, 1840 porträtiert von Carl Friedrich Naumann (1813–1859) Wilhelm Johann Karl Zahn (* 21. August 1800 in Rodenberg; † 22. August 1871 in Berlin) war ein deutscher Dekorationsmaler, Architekt und Ornamentforscher.

Leben mini|Die Amorettenhändlerin, farbiges Fresko aus Stabiae bei Pompeji, jetzt Neapel, Museo Nazionale, Lithografie aus Zahns Publikation Die schönsten Ornamente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herculanum und Stabiae …

Zahn erhielt in Kassel Unterricht in Architektur und Malerei bei Andreas Range und Sebastian Weygandt. Darüber hinaus lernte er bei Oberbaudirektor Heinrich Christoph Jussow. Um 1823/24 war er in Paris, gemeinsam mit seinem Bruder Georg und Johann Wilhelm Nahl. Er besuchte die Ateliers von Jean-Victor Bertin und Antoine-Jean Gros. Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Paris verbrachte er von 1824 an drei Jahre in Italien, insbesondere in Pompeji, wo er zahlreiche Durchzeichnungen von Wandfresken in den Ruinen und im Museum anfertigte. Nach seiner Rückkehr aus Italien verschaffte ihm Johann Wolfgang von Goethe Beziehungen in die höchsten Kreise der Kultur und Politik. Er wurde 1829 königlich preußischer Professor und Patent-Architekt.

Sein von 1828 bis 1830 beim Verlag Reimer herausgegebenes Mappenwerk „Die schönsten Ornamente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herculanum und Stabiae“ mit 100 Tafeln, darunter zahlreiche farbig gedruckt, brachte für die Farblithografie den wirtschaftlichen Durchbruch. Später setzte er die erfolgreiche Publikation mit zwei weiteren Bänden gleichen Umfangs fort. Daneben brachte er epochenübergreifende Vorlagenwerke mit Ornamenten heraus. Im Mittelpunkt seines Forschungsinteresses stand, Vorlagen für Kunst und Kunsthandwerk zu gewinnen. Mit zunehmender Verwissenschaftlichung der Erforschung der Antike und anderer Kunstepochen wurde seinen Publikationen daher weniger Bedeutung beigemessen, haben aber wegen des Verblassens der Originale in vielen Fällen dokumentarischen Wert.

Werke Galathea oder Venus, Öl auf Leinwand, 66 × 62 cm. Jürgen und Maria Elisabeth Rasmus Stiftung, Hamburg Dekorationen in Pariser Theatern, Verbleib unbekannt (Schasler 1863, S. 210) Landschaft nach Claude Joseph Vernet, Verbleib unbekannt (Hannover, StA).

Schriften

2. Auflage 1853 3. Auflage 1870

Literatur

María Ocón Fernández: Wilhelm Zahns Arbeiten zu den Wandgemälden Pompejis. Verhältnis von Original, Dokument und Kopie. In: Uta Hassler (Hrsg.): Polychromie & Wissen. Hirmer, München 2019, ISBN 978-3-7774-3333-2, S. 76–97.

Weblinks Brief von Johann Wolfgang Goethe an Wilhelm Johann Carl Zahn, Weimar den 10. März 1832. auf zeno.org

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