Vor Sonnenuntergang ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1956 nach dem gleichnamigen Schauspiel von Gerhart Hauptmann. Unter der Regie von Gottfried Reinhardt spielt Hans Albers die Hauptrolle.
Handlung Geheimrat Matthias Clausen ist ein vereinsamter, alter Mann. Er hat soeben seinen 70. Geburtstag gefeiert und ist mit Ehrungen bedacht worden. Doch Clausen, Großindustrieller und Seniorchef eines Chemiekonzerns, fühlt sich in seiner Familie von egoistischen „Aasgeiern“ umringt, die alle nur so rasch wie möglich an das demnächst zu erwartende Erbe wollen und ihm mit Falschheit und Verlogenheit begegnen. Allen voran dem angeheirateten Firmenleiter Erich Klamroth, Ehemann seiner Tochter Ottilie, und Wolfgang Clausen misstraut der Alte zutiefst. Lediglich der junge und ihm gegenüber offen und uneigennützig auftretende Egbert ist eine löbliche Ausnahme. Da begegnet Mathias kurz vor seinem endgültigen Sonnenuntergang des Lebens noch einmal die große Liebe in Gestalt der jungen, frischen Inken Peters. Sie ist ganz ohne Falschheit und nimmt ihn so, wie er ist. Der alte Clausen stellt Inken daraufhin als seine Privatsekretärin ein und löst damit ein mittleres Familienerdbeben aus.
Denn nun zeigen die Clausens und Klamroths ihre wahren Gesichter. Man ist empört, dass der alte Mann offensichtlich noch einmal auf Freiersfüßen zu wandeln gedenkt. Dies würde in seinem bald zu erwartenden Todesfalle bedeuten, dass das große Erbe an ihnen vorbeigehen könnte. Bald hat, von Egbert abgesehen, eine Phalanx von familiären Gegnern ihn umringt. Um nicht ausgebootet zu werden, entscheidet der restliche Familienclan, den Alten entmündigen zu lassen und beschuldigt überdies Inken Peters, eine Erbschleicherin zu sein. Die junge Frau ist über diesen ungeheuerlichen Anwurf weit weniger erbost als Matthias Clausen, der sich derart darüber erregt, dass seine eh schon angeschlagene Gesundheit weiter Schaden nimmt. Inken fleht Clausen an, mit ihm diese Brutstätte von Neid und Gier augenblicklich zu verlassen.
Nach einem Schwächeanfall, den Matthias Clausen jedoch vorerst überlebt, unterzeichnet er später die durch Inken verwahrten Aufzeichnungen, die er im Hotelzimmer in Frankfurt hat aufnehmen lassen und die ihm nun von ihr in Reinschrift zur Unterschrift vorgelegt werden und somit seinen letzten Willen dokumentieren.
Produktionsnotizen Die Dreharbeiten zu Vor Sonnenuntergang begannen am 20. Januar 1956 und endeten am 30. März desselben Jahres. Außendrehs fanden in St. Moritz und Wien statt, die Atelieraufnahmen entstanden in den CCC-Filmstudios von Berlin-Spandau. Die Uraufführung war am 26. Juni 1956 im Rahmen der Berlinale. Kinomassenstart war der 6. Juli 1956. Die österreichische Erstaufführung erfolgte am 21. August 1956. Am 2. Juli 1989 wurde Vor Sonnenuntergang mit der Ausstrahlung im ZDF erstmals im Fernsehen gezeigt.
Die Bauten stammen von Rolf Zehetbauer und Peter Röhrig, die Kostüme entwarf Maria Brauner. Otto Meyer assistierte Regisseur Reinhardt, Klaus Werner war Kameraassistent unter Chefkameramann Kurt Hasse. Wilhelm Sperber hatte die Produktionsleitung.
Während Hauptdarsteller Albers von Anbeginn als gesetzt galt, gab es für die anderen Rollen im Planungsstadium dieses Films eine Fülle von Schauspieler-Alternativen. So weisen CCC-Unterlagen von 1955 allein für den Part der Inken (der später an Annemarie Düringer ging) fünf Besetzungsvorschläge auf: Marianne Koch, Gertrud Kückelmann, Ruth Niehaus, Ulla Jacobsen und Sonja Sutter.Schreiben von Horst Wendlandt an Artur Brauner Später war auch kurzzeitig Maria Schell im Gespräch.Brauner-Memo
Für den Hollywood-Heimkehrer Gottfried Reinhardt war Vor Sonnenuntergang der erste deutsche Film. Derselbe Stoff wurde bereits 1936/37 mit NS-tendenziöser Ausrichtung unter dem Titel Der Herrscher mit Emil Jannings in der Albers-Rolle von Veit Harlan erstverfilmt.
Auszeichnungen In der Publikumsabstimmung erhielt der Film 1956 auf der Berlinale den Goldenen Bären zuerkannt.Preisträger auf der Website der Berlinale
Für ihre darstellerischen Leistungen waren ebendort Hans Albers, Annemarie Düringer und Claus Biederstaedt für den Silbernen Bären nominiert.
Vor Sonnenuntergang gewann, zusammen mit vier weiteren Filmen, 1957 den Golden Globe.
Kritiken
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1956 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Gerhart-Hauptmann-Verfilmung